Ochsenfurt

Ochsenfurt: Kino Casablanca öffnet am 2. Juli seine Pforten

Rund drei Monate coronabedingte Schließung liegen hinter dem Programmkino. Worauf müssen sich die Besucher bei der Wiedereröffnung einstellen?
Am 2. Juli öffnet das Ochsenfurter Kino Casablanca nach mehrmonatiger Corona-Schließung wieder seine Pforten.
Am 2. Juli öffnet das Ochsenfurter Kino Casablanca nach mehrmonatiger Corona-Schließung wieder seine Pforten. Foto: Claudia Schuhmann

Es riecht nach Wiedereröffnung im Ochsenfurter Kino Casablanca: In der Kneipe steht eine Werkzeugkiste, und das Rankgewächs, das den Eingang in den vergangenen Wochen zugewuchert hatte, ist zurück geschnitten worden. Am Donnerstag, 2. Juli, öffnet das vielfach ausgezeichnete Programmkino wieder seine Pforten. Bereits seit dem 15. Juni ist der Betrieb von Kinos in Bayern offiziell wieder erlaubt.

Gert Dobner und Hannes Tietze, die beiden Betreiber, machen einen recht entspannten Eindruck nach rund drei Monaten Schließung ohne jegliche Einnahmen für ihr Kino mit Kneipe. "Was sollen wir denn machen?" fragt Dobner und lacht. "Es bleibt uns ja nichts anderes übrig." Am 17. März musste das Kino coronabedingt schließen - damals liefen gerade die "Känguru-Chroniken". Und genau mit diesem Film macht das "Casa" weiter, wenn der Betrieb am 2. Juli wieder anläuft.

"Die Leute lechzen nach Normalität."
Hannes Tietze, Kinobetreiber

Warum eigentlich erst am 2. Juli und nicht schon am 15. Juni? "Die Branche hat sich auf dieses Datum eingeschossen", sagt Hannes Tietze. Die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Regelungen zur Wiedereröffnung der Kinos seien für die Verleihfirmen nicht ideal. Diese brächten neue Filme nur dann heraus, wenn sich das lohne, sprich möglichst viele Besucher die Filme sehen können. Erfahrungen aus Hessen aber hätten gezeigt, dass die Kinos nach der Wiedereröffnung nicht eben überrannt worden seien: deswegen der 2. Juli.

Es wird ein Neustart unter besonderen Bedingungen werden. Welche gesetzlichen Regelungen gerade gelten, damit versuchen die beiden Betreiber ständig Schritt zu halten, was gar nicht so einfach ist. Nach derzeitigem Stand gilt ab 2. Juli Folgendes: Mehr als 100 Personen zugleich dürfen nicht in den Kinosaal. Dass nicht alle nebeneinander sitzen, sondern den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten, darauf werden die Besucher hingewiesen. Und das Personal kontrolliert das auch.

Maskenpflicht und Abstandsgebot auch im Kinosaal

Komplizierter gestaltet sich die Sache mit der Maskenpflicht, die auch im Kino grundsätzlich gilt. Aber nur so lange, bis sich ein Besucher etwas zu essen oder ein Getränk zu Gemüte führen will. Denn dem Kino ist auch eine Kneipe angegliedert.

Die Begrenzung der Besucherzahl auf 100 ist für das "Casa" keine allzu schmerzliche Einschränkung. 188 passen rein theoretisch in den Kinosaal, aber nur selten lockt ein Film so viele Cineasten an. "Das ist eigentlich nur bei Blockbustern der Fall", erklärt Gert Dobner. Die aber würden von den Verleihfirmen derzeit ohnehin noch zurück gehalten.

Die Durststrecke ist noch nicht überwunden

Während der dreimonatigen Schließung hat sich das Ochsenfurter Kino mit den staatlichen Soforthilfen über Wasser gehalten und ansonsten, wie Dobner sagt, den Gürtel enger geschnallt. Die festangestellte Mitarbeiterin sei in Kurzarbeit, für die rund 15 450-Euro-Kräfte habe es leider gar keine Lösung gegeben: Sie mussten ohne diesen Job über die Runden kommen. Eine für den Juni vorgesehene Haus- und Dachsanierung musste ausfallen.

Hannes Tietze und Gert Dobner halten die Durststrecke aber noch lange nicht für überwunden. Erst in etwa sechs Monaten werde sich zeigen, wie das Kino am Ende dastehen wird. Das liege daran, dass der Mai und der Juni in der Kinobranche ohnehin die schwächsten Monaten seien. Üblicherweise werde diese Zeit mit den Einnahmen aus der kinostarken Zeit ab August ausgeglichen. Wie aber diese besucherstarke Zeit in diesem Jahr aussehen wird, das weiß im Augenblick noch niemand. "Wenn die ausfällt, wird es problematisch", meint Dobner.

Viele positive Rückmeldungen von Stammgästen

Das "Casa" hat auch mit diversen Open-Air-Veranstaltungen in jedem Sommer Einnahmen erzielt. Einige davon, etwa das Open-Air im Stadtgraben und die Ochsen-Tour, sind bereits definitiv abgesagt, hinter anderen steht noch ein großes Fragezeichen.

Doch die Rückmeldungen ihrer Stammgäste stimmen die beiden Kinobetreiber optimistisch. "Viele drückten ihre Solidarität aus, kauften Gutscheine und fragten: Wie können wir euch helfen?", erzählt Hannes Tietze. "Das ist natürlich motivierend." Und mit ein Grund für das "Casa", schon am 2. Juli und nicht erst später aufzumachen. Die Betreiber wollen ihren Gästen zeigen, dass sie für sie da sind, denn: "Die Leute lechzen nach Normalität", meint Tietze. Deshalb hält er auch die "Känguru-Chroniken" für einen idealen Wiedereröffnungsfilm: ein unterhaltsamer Streifen über ein sprechendes, anarchisch angehauchtes Känguru in einer Berliner Wohnung.

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