Würzburg

Orchideenreiche Magerrasen und artenreiche Wälder

Im Auftrag der Stadt Würzburg und unter der Leitung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) nehmen Fachleute seit Ende Oktober die Naturschätze in der Stadt unter die Lupe. In diesem Herbst werden nur noch einige wenige Lebensräume auf städtischem und öffentlichem Grund kartiert, der eigentliche Beginn der Kartierung ist im Frühjahr 2021.

Die Biotope in der Stadt Würzburg wurden erstmal 1983 kartiert. Das Wissen über die wertvollen Lebensräume wird bereits zum zweiten Mal auf den neuesten Stand gebracht, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt und der Stadt Würzburg. „Die Biotopflächen prägen die einzigartige Stadt- und Kulturlandschaft und tragen nicht nur zur großen Attraktivität der Stadt für Touristen bei, sondern auch zur hohen Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger“, erläutert Klimabürgermeister Martin Heilig.

Bandbreite der Naturoasen ist groß

Der Vize-Präsident des LfU, Dr. Richard Fackler, unterstreicht die Bedeutung der Biotopkartierung: „Sie liefert der Stadt, den Naturschutzbehörden, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen wichtige Informationen für ihre tägliche Arbeit, wie die Planung und Beurteilung von Bauvorhaben und Maßnahmen zum Schutz der Natur. Auf der Basis der aktualisierten Daten können Landwirte für die naturnahe Bewirtschaftung und Pflege der Biotopflächen gezielt über den Vertragsnaturschutz honoriert werden.“

Die Bandbreite der Naturoasen in der Stadt ist außerordentlich groß: An den Hängen des Maintals finden sich neben blütenreichen Magerrasen sonnige Lesesteinmauern und wärmeliebende Gehölze, Parkanlagen und historische Gärten durchgrünen die Baustruktur. Eine weitere Besonderheit sind die außerordentlich artenreichen Stadtwälder mit teils markanten Schluchten. Zauneidechse, Waldohreule, Nachtigall, Bienenragwurz, Schmalblättriger Lein und Großes Windröschen gehören zu den Arten, die im Stadtgebiet Würzburg Lebensraum finden.

Ergebnisse liegen im Sommer 2023 vor

Die beauftragte Arbeitsgemeinschaft aus zwei Fachbüros aus Würzburg und Karlstadt wird in den Sommerhalbjahren 2021 und 2022 die Biotope genau unter die Lupe nehmen. Wälder über 5000 Quadratmeter werden nur dann aktualisiert, wenn sie Eigentum der Stadt Würzburg sind. Die Ergebnisse der Kartierung liegen voraussichtlich im Sommer 2023 vor. Rund 160 000 Euro stellen der Freistaat Bayern und die Stadt Würzburg zur Verfügung.

Bei der Erstkartierung 1983 wurden 243 Biotope mit einer Gesamtfläche von rund 1500 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von etwa 17 Prozent im Stadtgebiet. 2001 und 2002 wurden die Biotope im Offenland schon einmal aktualisiert.

Vor dem Start der Geländearbeiten erhalten die lokalen Behörden, die Interessenverbände der Grundeigentümer und Bewirtschafter sowie die Naturschutzverbände ein Informationsschreiben des LfU. Die Naturschutzbehörde an der Stadtverwaltung Würzburg und das LfU stehen den Bürgern für weitere Auskünfte zur Verfügung. In der Stadtverwaltung liegt die neue Informationsbroschüre des LfU „Lebensräume erfassen und gemeinsam Bewahren“ zur Information für Grundeigentümer und Bewirtschafter aus:

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