Würzburg

Pop-Up-Radwege haben für den Stadtrat keine Dringlichkeit

Der interfraktionelle Dringlichkeitsantrag wurde im Stadtrat abgelehnt. Welche Rolle die SPD dabei spielt und wann das Thema nun erneut aktuell wird.
So wie hier in Stuttgart könnten Pop-Up-Radwege auch in Würzburg aussehen. Ein Dringlichkeitsantrag mehrerer Parteien scheiterte allerdings im Stadtrat.
So wie hier in Stuttgart könnten Pop-Up-Radwege auch in Würzburg aussehen. Ein Dringlichkeitsantrag mehrerer Parteien scheiterte allerdings im Stadtrat. Foto: Christoph Schmidt

Der Stadtrat will über die Einrichtung so genannter Pop-Up-Radwege an mehreren Stellen des Stadtgebiets erst in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Umwelt und Mobilität beraten: Ein entsprechender Antrag mehrerer Fraktionen wurde in der Sitzung am Donnerstag in der s.Oliver Arena als nicht dringlich eingestuft. Nur die Antragsteller aus dem Lager der Grünen, Linke, ÖDP und ZfW stimmten für die Dringlichkeit.

Am vergangenen Samstag hatten der Bund Naturschutz und das Bündnis Verkehrswende in der Zeller Straße eine halbe Stunde lang demonstriert, was ein Pop-Up-Radweg leisten soll: Da während der Corona-Pandemie mehr Menschen zu Fuß gehen oder Rad fahren, um Fahrten in beengten öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden, soll der nötige Sicherheitsabstand in mindestens 1,5 Metern auch im Rad- und Fußverkehr ermöglicht werden.

SPD sieht ebenfalls keine Dringlichkeit

"Für die empfohlene räumliche Distanz braucht es ausreichend breite Radwege", heißt es in dem Antrag. Konkret vorgeschlagen wird, unter anderem in der Versbacher Straße, auf der Friedensbrücke und dem Röntgenring bis zur Schlachthofkreuzung, in der Frankfurter und der Veitshöchheimer Straße auf den PKW-Fahrbahnen beidseitig geschützte temporäre Radwege anzulegen. Als Beispiel für die erfolgreiche und schnelle Umsetzung nennen die Antragsteller die Bundeshauptstadt Berlin, die auch bereits ein Handbuch für die Einrichtung von Pop-Up-Radwegen veröffentlicht hat.

Die vier Fraktionen, die den Antrag gestellt haben, sind Mitglied im Bündnis Verkehrswende, das sich für einen attraktiven ÖPNV und eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr einsetzt. Auch die SPD gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses, hat aber am Donnerstag geschlossen gegen die Dringlichkeit des Antrags gestimmt. "Wir sind als Fraktion der Überzeugung, dass solche grundlegenden Anträge, wie in der Geschäftsordnung vorgesehen, im zuständigen Mobilitätsausschuss beraten werden sollen", erklärte der Fraktionsvorsitzende Alexander Kolbow auf Anfrage. Der Antrag wird in der nächsten Ausschusssitzung am 16. Juni auf der Tagesordnung stehen.

Das Bündnis Verkehrswende Jetzt war mit der Entscheidung natürlich nicht zufrieden. In einer am Pressmitteilung teilte Sprecher Volker Glöcker mit: "Das Abstimmungsverhalten ist völlig unverständlich. Mit der Behandlung dieses Antrages zu warten, bis die Corona-Epidemie vielleicht vorüber ist, kann nicht im Sinne der Wähler sein."

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