WÜRZBURG

Protest gegen FH am Alandsgrund

Die Bürgerinitiative (BI) „Alandsgrund“ fordert weiterhin eine Erweiterung der Fachhochschule auf dem Areal der Leighton Barracks. „Man darf hier nicht ohne Not intakte Natur zersiedeln“, betonte BI-Sprecher Siegfried Braun bei einer Protestkundgebung von gut 150 Bürgern und zahlreichen Kommunalwahl-Kandidaten auf dem Acker am Sanderheinrichsleitenweg.
Gut 150 Bürger und Kommunalwahl-Kandidaten demonstrierten am Samstag am Sanderheinrichsleitenweg gegen den FH-Neubau im Alandsgrund. Ganz rechts die Gegendemonstranten, die sich für einen baldmöglichen Spatenstich auf der Keesburg stark machen.
Foto: FOTO Patrick Wötzel | Gut 150 Bürger und Kommunalwahl-Kandidaten demonstrierten am Samstag am Sanderheinrichsleitenweg gegen den FH-Neubau im Alandsgrund.

Sogar die Autofahrer zeigten Verständnis für das Anliegen der Demonstranten: Kein einziger hupte ungeduldig ob der blockierten Straße. Die Organisatoren waren mit dem Zuspruch ihrer Aktion sehr zufrieden: Aus Angst vor einer Gegendemonstration hatten sie nämlich auf eine Ankündigung ihrer Aktion in der Presse verzichtet.

Einige Befürworter der lange geplanten FH-Erweiterung auf dem Acker am Alandsgrund kamen trotzdem. Der „Ring Christlich Demokratischer Studenten“ (RCDS) fordert einen möglichst schnellen Baubeginn für den dringend notwendigen Erweiterungsbau für die Fachrichtungen Gestaltung und Technik.

Die Bürger auf der Keesburg sind anderer Meinung: Sie kämpfen seit über zehn Jahren gegen den umstrittenen Standort. Weil es jetzt auf den frei werdenden Konversionsflächen eine Alternative gibt, muss laut BI-Sprecher Siegfried Braun ein „Schildbürgerstreich“ verhindert werden. „Das Festhalten am geplanten Standort wäre ein untrügliches Zeichen für bürokratische Sturheit und fehlende Flexibilität der Verantwortlichen“, schreibt die BI in ihrem Informationsblatt. Sie plädiert für eine Alternative ohne Naturzerstörung: „Hände weg vom Alandsgrund!“

Unterstützt wird die BI von mehreren Parteien. Die Grünen rufen die Bürger auf, für das Bürgerbegehren „Fachhochschule Ja - Am Alandsgrund Nein!“ zu unterschreiben. Die Unterschrifstlisten liegen an den Wahlkampf-Ständen der Grünen aus. „Es ist nicht einzusehen, warum die bayerische Staatsregierung und auch Oberbürgermeisterin Pia Beckmann am FH-Neubau an diesem schützenswerten Ort festhalten“, so Grünen-OB-Kandidat Matthias Pilz.

Sowohl Wissenschaftsminister Thomas Goppel als auch Ministerpräsident Günther Beckstein haben sich für einen baldigen Spatenstich am Alandsgrund ausgesprochen. Die Fachhochschule erläutert derweil in einen vierseitigen Papier, warum aus ihrer Sicht der 23 Millionen Euro teure Erweiterungsbau so schnell wie möglich am Sanderheinrichsleitenweg entstehen muss: Zusätzlich zu den vorhandenen 6600 FH-Studenten erwartet die FH durch die doppelten Abiturjahrgänge im Jahr 2011 850 neue Studienplätze und rund hundert qualifizierte Arbeitsplätze alleine am Standort Würzburg. Auf dem Leighton-Areal seien kurzfristig nur wenige Räumlichkeiten geeignet, die nicht einmal für die geplante Erweiterung der Uni ausreichen. Dort wäre die FH-Erweiterung erst deutlich nach 2011 zu realisieren.

Um dem Naturschutz genüge zu tun, werden laut FH ökologische Ausgleichsflächen geschaffen. Insgesamt sollen von dem 21 000 Quadratmeter großen Gelände im Alandsgrund 3870 Quadratmeter bebaut werden. Parkplätze werden als Tiefgarage in das Gebäude integriert. Für die Erschließung (Straßenbau, Kanalausbau) übernimmt der Freistaat Bayern fast die gesamten Kosten.

Die BI Alandsgrund bleibt optimistisch: Sie geht davon aus, dass es ihr gelingen wird, das Vorhaben zumindest zu verzögern. Dann sei die Fertigstellung nicht mehr bis zum vorgesehenen Zeitpunkt umzusetzen: „Die FH wäre daher gut beraten, ihre Planung schon jetzt auf das Gelände der Leighton Barracks zu konzentrieren“, schreiben die Sprecher Stefan Lindner und Siegfried Braun.

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