Würzburg

Prozess in Würzburg: Mit der Gartenhacke den Freund attackiert und verletzt

Betrunken und im Streit den Lebensgefährten angegriffen? Vor dem Landgericht Würzburg muss sich an diesem Donnerstag eine 40-Jährige wegen versuchten Totschlags verantworten.
Am Landgericht Würzburg wird an diesem Donnerstag ein eskalierter Beziehungsstreit verhandelt: Eine Frau soll unter starkem Alkoholeinfluss auf ihren Lebensgefährten losgegangen sein.
Foto: Jens Wolf, dpa | Am Landgericht Würzburg wird an diesem Donnerstag ein eskalierter Beziehungsstreit verhandelt: Eine Frau soll unter starkem Alkoholeinfluss auf ihren Lebensgefährten losgegangen sein.

Es wird wohl auch um große Gefühle gehen, an diesem Donnerstag im Landgericht Würzburg: Liebe und Leidenschaft, Drama - und mörderischer Zorn? Ein temperamentvolles Verhältnis steht im Mittelpunkt des Prozesses gegen eine 40-Jährige aus dem Landkreis Würzburg, der am Morgen beginnt und bei dem es um eine mögliche Haftstrafe wegen versuchten Totschlags geht.

Laut Anklageschrift kennen sich die Angeklagte und das Opfer, ihr Lebensgefährte, seit 2018. Seit dem Jahr 2019 leben sie zusammen. Nun geht es um die Frage: Wie kam es zu der lebensbedrohlichen Attacke? Kann ein liebender Mann unter Alkoholeinfluss seine Frau so in Rage versetzen, dass sie ihn beinahe erschlägt? Zu Details darf aus der Anklage grundsätzlich erst zitiert werden, wenn sie vor Gericht verlesen ist. Doch die damalige Pressemitteilung der Polizei zu dem Fall zeichnet das Bild eines Streits, der offenbar von Alkohol reichlich befeuert wurde. 

Was laut Polizeibericht vorgefallen war

Der Polizeimeldung zufolge hatte es an jenem Abend im September 2020 zwischen dem Paar eine heftige Auseinandersetzung gegeben, bei der es nicht bei harten Worten geblieben war. Der Streit soll, so hatten Nachbarn angegeben, in der Garage begonnen haben. Der Mann soll ins Haus gegangen und mit einer Kette zurückgekehrt sein. Die Frau wiederum soll, mit einer Gartenhacke bewaffnet, im Hausgang auf den Angetrunkenen eingeschlagen haben.

Verletzungen "nicht lebensbedrohlich"

Als die erste Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Würzburg-Land am Einsatzort eintraf, wurde der Mann bereits vom Rettungsdienst versorgt. Er kam in ein Krankenhaus, seine Verletzungen waren laut Polizei "schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich". Die Lebensgefährtin floh den Angaben zufolge und warf unterwegs die Hacke weg. Sie wurde nach kurzer Fahndung vorläufig festgenommen. Die  Alkoholtests ergaben laut Polizei bei der 40-Jährigen einen Wert von über 1,3 Promille und bei ihrem Lebensgefährten von rund 2,6 Promille.

Wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag wurde die Angeklagte am folgenden Tag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Bevor er eine Untersuchungshaft anordnete, wollte der Richter auch das Opfer fragen, wie es zu dem Streit gekommen war. Der Mann war bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, muss nach Informationen dieser Redaktion wohl aber aufgrund seines alkoholisierten Eindrucks am Eingang des Justizzentrums abgewiesen worden sein. Weil der Ermittlungsrichter seine Aussage brauchte, soll in den umliegenden Grünanlagen nach dem Zeugen gesucht worden sein. Auf einer Parkbank sitzend wurde er gefunden.

Verweigert das Opfer die Aussage?

Ob das Opfer an diesem Donnerstag als Zeuge aussagt, ist ungewiss. Der Mann soll im Vorfeld des Prozesses versichert haben, dass er und die Angeklagte inzwischen verlobt seien und heiraten wollten. In diesem Fall hätte er das Recht, die Aussage zu verweigern. 

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