Estenfeld

Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim: Digitale Versammlung für 8675 Mitglieder

Die beiden Vorstände der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG während der digitalen Generalversammlung.
Foto: Irene Konrad | Die beiden Vorstände der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG während der digitalen Generalversammlung.

Zum ersten Mal in der 150-jährigen Geschichte der Genossenschaftsbank hat die Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG ihre Generalversammlung online durchgeführt. Das war aufgrund des neuen Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie möglich. Die Premiere dieses Formats ist gelungen.

Bei der digitalen Generalversammlung vom 14. bis 17. Dezember hatten die Mitglieder Gelegenheit, sich eingehend zu informieren. Die Filmvorträge waren mit erläuternden Statistiken, Bildern und Schautafeln ergänzt. Das wurde von den Mitgliedern als "professionell, spannend und modern" empfunden.

Auch die Neuwahlen der Aufsichtsratsmitglieder, die Satzungsänderung und die Beschlüsse zur Verwendung des Jahresüberschusses funktionierten bestens. Von den 8675 Mitgliedern hatten sich knapp 200 registrieren lassen. Rund 110 von ihnen stimmten mit persönlichen Zugangsdaten zu einer festgelegten Zeit ab. Das sind zwar weniger Stimmabgaben als bei den bisherigen Präsenzveranstaltungen, aber die Gesundheit aller Mitglieder und Mitarbeiter ging vor.

Weiter auf Wachstumskurs

Thomas Endres und Franz-Josef Hartlieb berichteten über das "zufriedenstellende Geschäftsjahr 2019". Die beiden Vorstände erläuterten Positionen aus der Bilanz, dem Verbundgeschäft und der Gewinn- und Verlustrechnung. Zudem stellte sich Vorstand Endres persönlich und mit seinem beruflichen Werdegang vor. Er ist im Berichtsjahr 2019 neu zur Bank gekommen.

2019 lag die Genossenschaftsbank weiter auf Wachstumskurs. Die Bilanzsumme hat sich auf 377 Millionen Euro erhöht und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent. Das "betreute Kundenanlagevolumen" ist auf 531 Millionen Euro und damit um acht Prozent zum Jahr 2018 gewachsen. Das sei ein Beweis für das außergewöhnliche Vertrauen der Mitglieder.

Auch beim Kreditgeschäft konnte die Bank an die guten Entwicklungen der Vorjahre anknüpfen. 2019 gab es einen deutlichen Zuwachs bei der Kreditnachfrage. Die Ausleihungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf 212 Millionen Euro.

Rückgang des Zinsüberschusses setzte sich fort

Allerdings hat sich der Rückgang des Zinsüberschusses im Zuge des seit 2014 andauernden Negativzinsumfeldes weiter fortgesetzt. Nahezu konstant konnten die Ausgaben im Bereich Personal- und Sachkosten gehalten werden. Erneut erfreulich war die Entwicklung beim Provisionsüberschuss für vermittelte Produkte außerhalb der Bankbilanz.

Als Jahresüberschuss weist die Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim einen Betrag von fast 354 000 Euro aus. Davon sollen wieder zwei Prozent Dividende und damit gut 139 000 Euro an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Der Rest fließt nach dem Abzug der Vorwegzuweisungen in die gesetzliche Rücklage und in andere Ergebnisrücklagen.

Der Hauptsitz der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG in Estenfeld.
Foto: Irene Konrad | Der Hauptsitz der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG in Estenfeld.

Spürbar aufgestockt wurde das Eigenkapital. Die 8675 Mitglieder halten bei ihrem "zuverlässigen Finanzpartner" zum Jahresende 2019 Geschäftsguthaben mit einem Wert von rund 7,3 Millionen Euro. Die Bank verfügt über eine solide Eigenkapitalbasis. So kann sie weiterhin die rege Kreditnachfrage im Geschäftsgebiet bedienen.

Im Jahr 2019 spendete die Genossenschaftsbank über 45 000 Euro. Mit den Erträgen aus dem Gewinnsparverein unterstützt sie stets gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Einrichtungen in ihrem Geschäftsgebiet.

Roland Streng bestätigte der Raiffeisenbank eine ausreichende Dotierung der Rücklagen und eine angemessene Dividende. Der Regionaldirektor des Genossenschaftsverbandes Bayern bat darum, den Vorstand und Aufsichtsrat in der Online-Beschlussfassung zu entlasten.

Kreditnachfrage blieb hoch

Aus dem Aufsichtsrat schieden der langjährige Vorsitzende Klaus Schauer sowie die Mitglieder Nicole Issing und Thomas Eberth aus. Für Landrat Eberth rückte Frank Wunderlich für den Geschäftsbereich Kürnach nach. Neu gewählt wurden zudem Stephanie Kamm für den Bereich Unterpleichfeld und Mathias Göbel für den Bereich Bergtheim. Dem Aufsichtsrat gehören außerdem Markus Bammes aus Püssensheim, Patrick Walter aus Hausen und Alexander Wolz aus Estenfeld an.

Trotz der Corona-Pandemie blicken die beiden Vorstände Thomas Endres und Franz-Josef Hartlieb positiv in die Zukunft. Im Jahr 2020 sei die Kreditnachfrage hoch geblieben, die Geldvermögensbildung werde weiter forciert und der Rückgang der Zinsspanne könne größtenteils durch die Steigerung der Provisionserlöse kompensiert werden. Das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbank sei nach wie vor modern und tragfähig.

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