Würzburg

Ratsbegehren und Bürgerbegehren: Das sind die Ziele

Blick auf die Mozartschule       -  Auch darum geht es beim Bürgerentscheid: Wie soll sich die Stadt weiterentwickeln?
Foto: Thomas Obermeier | Auch darum geht es beim Bürgerentscheid: Wie soll sich die Stadt weiterentwickeln?

Das Ratsbegehren will einen Abriss und Neubau erreichen, das Bürgerbegehren einen Erhalt des Moz mit Sanierung und vielfältiger Nutzung. Die Positionen in der Gegenüberstellung.

Was soll herauskommen?

  • Ratsbegehren: Das Grundstück wird verkauft. Die Schule wird entweder ganz oder teilweise abgerissen. Investor Strabag Real Estate plant auf Faulhaber-Platz Einzelhandel in etwa der Größe von K&L Ruppert und zwei Hotels. Auf dem Grundstück der Mozartschule sind 140 Wohnungen, Gastronomie und Räume für Sing- und Musikschule und staatliche Musikhochschule sowie eine Tiefgarage mit entweder 450 oder 300 (Teilerhalt) Plätzen angedacht.
  • Bürgerbegehren: Die Stadt behält das gesamte rund 10.000 Quadratmeter große Grundstück von Mozartschule und Faulhaber-Platz. Die Schule wird saniert. Ideen zur Nutzung: Touristen empfangen, alternative Kultur, Stadtmodell zeigen, Café, Teile des Mainfranken Theaters, Sing- und Musikschule, Mittelschulzentrum. Der Faulhaber-Platz wird entweder zum Park und begrünt oder mit Geschäften bebaut. Das Konzept soll in Bürgerwerkstätten definiert werden.


Wie sieht das aus?

  • Ratsbegehren: Modern, groß und mit vielen Glaselementen. Vorläufige Planung: Mehrere Einzelhäuser mit Innenhöfen und einem Zugang zu den Hatzfeldschen Gärten. Auf dem Mozartareal sollen fünf Geschosse, so hoch wie die ehemalige Staatsbank, gebaut werden. Auf dem Faulhaber-Platz sind sechs Geschosse plus ein Staffelgeschoss geplant, das wäre höher als die Nachbargebäude. Festgelegt wird die Höhe erst im Bebauungsplan. Für Qualität in der Gestaltung soll ein Architektenwettbewerb sorgen.
  • Bürgerbegehren: Architektur, Kunst und Details wie Geländer oder Lampen sind original aus den 50er Jahren. Das Denkmal besteht aus mehreren, gestaffelt hohen Trakten. Zur Hofstraße ein Hufeisen um einen Hof, drei Flügel mit Kassenzimmern, in der Maxstraße weicht der Bau in der typischen "Nierenform" vom Straßenrand zurück. Die Bauweise ist leicht und luftig, mit vielen Freiräumen. Foyer und Aula verbindet eine geschwungene Freitreppe. Der Pausenhof schließt an die Hatzfeldschen Gärten an.


Was haben die Bürger davon?

  • Ratsbegehren: Neue Geschäfte und Hotels beleben die Stadt und die neue Fußgängerzone Eichhornstraße. Wohnraum wird gebraucht. Durch eine zusätzliche Tiefgarage könnten Oberflächenparkplätze wie am Paradeplatz zurück genommen und das Umfeld attraktiver gestaltet werden.
  • Bürgerbegehren: Die Schule bleibt den Bürgern: Hier soll Platz für alternative, offene und etablierte Kulturangebote und für Bildung sein. Wenn der Faulhaber-Platz ein Park wird, bleibt dieser öffentlich. Falls er bebaut wird, könnten hier Geschäfte entstehen. Das Denkmal demonstriert den Wiederaufbau Würzburgs.


Was kostet es?

  • Ratsbegehren: Nichts. Die Stadt verdient mit dem Verkauf Geld. Wieviel steht noch nicht fest. Der Kaufpreis hängt unter anderem von der Bebauung und Nutzung ab.
  • Bürgerbegehren: Betrieb und Sanierung kosten Geld. Wieviel, hängt davon ab, wie das Gebäude genutzt wird. Einen Teil der Sanierungskosten übernimmt der Staat.


Was spricht dagegen?

  • Ratsbegehren: Das Denkmal geht für immer verloren. Neue Parkplätze bedeuten mehr Verkehr, Lärm und Feinstaub. Eine Bebauung des Faulhaber-Platzes ist schlecht für das Klima in der Stadt.
  • Bürgerbegehren: Werden die Mozartschule saniert und neue Kulturangebote eingerichtet, fehlt der Stadt Geld für andere Aufgaben. In anderen Oberzentren entstehen mehr neue Projekte als in Würzburg.


Wer steht dahinter?

  • Ratsbegehren: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Stadtratsfraktionen von CSU, Grüne, Bürgerforum/FDP, FWG und WL, Bayerischer Einzelhandelsverband, Bund der Selbstständigen, Marketingverein "Würzburg macht Spaß".
  • Bürgerbegehren: BI "Rettet die Mozartschule", Verschönderungsverein, Heiner-Reitberger-Stiftung, Initiative Stadtbild, Bund Naturschutz, Initiative "SuMSinsMOZ". Die Fraktionen SPD, ÖDP sowie Linke und ZfW, Kreisverband der Grünen.


Was ist die politische Botschaft?

  • Ratsbegehren: Private Investoren bringen die Stadt voran. Diese braucht moderne Architektur, mehr Geschäfte, Hotels, Wohnungen und eine neue Tiefgarage. Die Mozartschule kann man abreißen.
  • Bürgerbegehren: Das Denkmal Mozartschule gehört zu Würzburg. Stadtraum muss auch öffentlich bleiben. Neben Kommerz gehört auch Kultur in die Stadt. Das darf auch etwas kosten.


Wie geht es nach dem gewonnenen Entscheid weiter?

  • Ratsbegehren: In einer Bürgerbefragung werden Teilerhalt und Komplettabriss zur Entscheidung gestellt. Wie diese Ergebnis umgesetzt wird, ist offen. Dann muss der Stadtrat Nutzungen und Details wie Höhe der Bebauung festlegen und Strabag einen Kaufpreis bieten. Wird man sich einig, kann Strabag in etwa drei Jahren mit dem Bau beginnen. Wird nicht an Strabag verkauft, muss ein neuer Investor und/oder ein neues Konzept gefunden werden.
  • Bürgerbegehren: Laut OB Schuchardt wird die Stadt versuchen, die Sanierung der Mozartschule umzusetzen. Dazu muss zunächst geklärt werden, wie die Schule genutzt wird. Ein Jahr ist die Stadt an das Ergebnis des Bürgerentscheids gebunden. Ob der Stadtrat sich dauerhaft vom Verkauf verabschiedet, hängt auch von Beteiligung und Eindeutigkeit des Ergebnisses des Bürgerentscheids ab.
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Würzburg
Redaktion Süd
Mozart Areal Würzburg
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!