Würzburg

Regen in Unterfranken: Reichen die Niederschläge aus?

Nach einem viel zu trockenen April soll es in den kommenden Tagen in Unterfranken immer wieder regnen. Reicht die Menge der Natur und löst das die Probleme der Landwirte?
Für die kommenden Tage sind in Unterfranken Regenschauer gemeldet. Nicht nur für die Landwirtschaft sind die Niederschläge immens wichtig.
Für die kommenden Tage sind in Unterfranken Regenschauer gemeldet. Nicht nur für die Landwirtschaft sind die Niederschläge immens wichtig. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Hoffnung für die Landwirtschaft: Nach mehreren Wochen Trockenheit mit strahlendem Sonnenschein ziehen jetzt immer wieder Schauer auf, der Wetterbericht kündigt für Unterfranken Regen an. Für die Natur in der trockenen Region sind die Niederschläge immens wichtig, denn die vergangenen Monate waren – bis auf den Februar – viel zu trocken. Doch reicht der angekündigte Regen aus, damit sich Pflanzen und Bäume jetzt erholen können?

Mindestens 20 bis 40 Millimeter Niederschlag, also zwei bis vier handelsübliche Gießkannen pro Quadratmeter, wären für einen spürbaren Effekt nötig, sagt Ann-Kathrin Rauscher vom Bayerischen Bauernverband in Unterfranken. Rauscher hofft auf einen kontinuierlichen, flächendeckenden Landregen über mehrere Tage. 

Sämtliche Pflanzen leiden unter Wassermangel

"Alle landwirtschaftlichen Kulturen brauchen dringend Wasser", sagt sie. Vor allem Sommerkulturen wie Mais und Zuckerrüben, die erst vor kurzem gesät wurden, bräuchten jetzt Regen, um keimen und wachsen zu können. Aber auch die übrigen Pflanzen seien auf Niederschläge dringend angewiesen. Grünlandbestände etwa seien in der ganzen Region bisher kaum gewachsen, sagt Rauscher: "Steht das Gras sonst 30 Zentimeter und höher, so reicht es derzeit oft nur bis zum Knöchel." Dadurch könne später im Jahr Futter für Rinder und Schafe fehlen.

Besonders dramatisch sei die Trockenheit für Regionen mit schlechteren Böden wie in der Rhön, in den Haßbergen und rund um Schweinfurt. Umso mehr hoffen die Landwirte auf ergiebigen Regen. Trotzdem, den Rückstand können die Pflanzen laut Bauernverband nicht mehr aufholen: "Es kann schon jetzt von einer deutlich schlechteren Ernte als im langjährigen Mittel ausgegangen werden", sagt Ann-Kathrin Rauscher.

Trockenheit bedeutet Stress für den Wald

Ähnlich dramatisch ist die Lage in den Wäldern. Schon ein Zeitraum von vier bis fünf Wochen ohne Niederschlag bereite den Bäumen Probleme, sagt Peter Naumann, Forstingenieur des Bergwaldprojekts. "Dann sterben als erstes Feinwurzeln ab. Dauert die Trockenheit an, wachsen auch die Blätter nicht mehr richtig oder werden sofort wieder abgeworfen." Insgesamt bedeute die Trockenheit für den Wald enormen Stress. Naumann befürchtet, dass auch in diesem Jahr wieder viele Bäum absterben. Am stärksten betroffen seien Kiefern und Fichten, die mangels Regen besonders anfällig für Schädlinge und Pilze werden.

"Eine Entlastung und einen längerfristigen Effekt hätten wir dann, wenn es 14 Tage langsam und stetig regnen würde", sagt der Forstingenieur. "Gerne auch länger." Regnet es nur kurz, aber heftig, könne der Boden das Wasser gar nicht aufnehmen. "Dann läuft das ab wie auf einer Betonfläche." Um den Wald langfristig auf trockene Episoden vorzubereiten, dürfe künftig weniger Holz aus den Wäldern entfernt werden. Außerdem sei es wichtig auf standortheimische Bäume zu setzen. Im Würzburger Raum sind das etwa Winterlinde, Speierling, Walnuss- und Kirschbäume.

Wein leidet bisher nicht

Besser als der heimische Wald hat bislang der Wein in Unterfranken die trockenen Frühjahrsmonate überstanden. Der fehlende Niederschlag habe noch kaum Auswirkungen auf die Weinstöcke, sagt Daniel Heßdörfer von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim: "Durch die Frühjahrstrockenheit verbrauchen die Pflanzen allerdings jetzt schon die Wasserreserven im Boden." Die könnten dann in den Sommermonaten fehlen, befürchtet Heßdörfer. Langfristig gesehen seien Dürreperioden auch für den Weinbau eine Herausforderung: "Wir bewegen uns hier schon seit Jahren an der Grenze. Ohne Bewässerung oder andere Maßnahmen wird es auf die Dauer auf jeden Fall schwierig, den Weinbau zu bewerkstelligen."

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