WÜRZBURG

Restlos ausverkauft: 3999 Menschen bei der Nachtmusik

Mit einer Flasche Weißwein zwischen zwei Rosensträuchern sitzt das Trio am Samstagabend auf einer Picknickdecke im Hofgarten der Würzburger Residenz. Die Studenten Bianca Krawcewicz, Frank Spaleck und Lehramtsreferendarin Amelie Weinich sind schon jetzt angetan vom Ambiente der „Kleinen Nachtmusik“, die im Rahmen des Mozartfestes stattfindet. „Hier sitzt man schön im Grünen und bei dem Sommerwetter wollen wir einfach die Stimmung genießen“, heißt es in der Runde einstimmig.

Die drei sind schon um 19 Uhr gekommen, zwei Stunden bevor das Konzert anfängt, und haben nach kurzer Wartezeit Promenadenkarten ergattert sowie zwischen zwei Rosensträuchern einen halbwegs guten Sitzplatz – auch wenn die Sicht im Sitzen von Büschen verdeckt ist. Mit 3999 Menschen innerhalb des Geländes ist die Veranstaltung zum ersten Mal restlos ausverkauft. Einige Besucher mussten trotz langer Anstehzeit wieder den Heimweg antreten, was nicht jeder klaglos hinnahm.


Katrin Rawe, Geschäftsführerin des Mozartfestes, will in den nächsten Tagen bei der Stadt nachfragen, ob man nicht in Ausnahmefällen mehr Menschen einlassen könne. „Mir tut es für jeden leid, den wir heimschicken mussten, aber die Auflagen haben nichts anderes zugelassen“, meint sie am Telefon.

Apropos Telefon: Im Residenzgarten ist das Publikum während des Konzertes auffallend nicht hörbar, weshalb auch das Telefonat mit der Geschäftsführerin von einer Besucherin entsprechend missbilligt wird. „Wahnsinn wie still viertausend Leute sein können“, bemerkt BWL-Student Frank Spaleck leise flüsternd. Im kurzen Applaus zwischen zwei Stücken nutzen viele Gäste die Gelegenheit und huschen schnell durch den mit Fackeln schwach beleuchteten Garten über die Schotterwege. Die können furchtbar knirschen, wenn vorne nicht laut, aber deutlich vernehmbar, die Musik des Philharmonischen Orchesters Würzburg erklingt.

„Erklingen“ ist das richtige Wort, denn die Akustik ist tragend und lässt einige Besucher auf ihren Decken die Augen schließen und genießen. Frank Spaleck spekulierte im Vorfeld noch, ob mit Lautsprechern gearbeitet wird. „Vielleicht sind die oben in den Fenstern der Residenz versteckt?“ Doch nach dem Eröffnungsstück, wie jedes Jahr Mozarts „Kleine Nachtmusik“, ist klar: „Die verstärken ganz sicher nicht!“

Das bestätigt auch Katrin Rawe, denn Dirigent Enrico Calesso „spielt am liebsten ohne Anlage und legt sein Konzept für das Orchester auch dementsprechend aus“. Bei der zweiten Nachtmusik am 22. Juni werde man aber wohl wieder auf die Technik setzen, denn Richard Galliano spielt am Akkordeon.

Nach eineinhalb Stunden Mozart, Glasunow, Tschaikowski und Bizet sowie zwei kleinen Zugaben gibt es vom mittlerweile stehenden Publikum tosenden Applaus für die Musiker, jemand ruft „Bravo!“, andere pfeifen durch die Finger. „Ganz fantastisch“, meint Amelie Weinich, „vielleicht sind wir in zwei Wochen nochmal da, wenn das Wetter hält“, und Bianca Krawcewicz ergänzt: „Nächstes Jahr kommen wir ganz bestimmt wieder.“

Und das wurde musikalisch geboten: Wolfgang Amadé Mozart, Serenade Nr. 13 G-Dur KV 525 „Kleine Nachtmusik"; Alexander K. Glasunow, Konzert für Saxophon und Streichorchester op. 109; Peter I. Tschaikowski Orchestersuite Nr. 4 G-Dur op. 61 „Mozartiana"; Georges Bizet "L’Arlesienne" Suite Nr. 2.

Psychologiestudentin Bianca Krawcewicz, BWL-Student Frank Spaleck und Lehramtsreferendarin Amelie Weinich (von links) waren von der Nachtmusik begeistert. Foto: Lukas Will
Foto: Lukas Will | Psychologiestudentin Bianca Krawcewicz, BWL-Student Frank Spaleck und Lehramtsreferendarin Amelie Weinich (von links) waren von der Nachtmusik begeistert. Foto: Lukas Will
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