Rottendorf

Rottendorfer Ehrenbürger Georg Brohm unerwartet gestorben

Georg Brohm ist gestorben.
Foto: Sabine Sattler | Georg Brohm ist gestorben.

Ohne ihn würde Rottendorf heute anders aussehen. Mit 87 Jahren ist der Ehrenbürger Georg Brohm unerwartet gestorben. Dem langjährigen Bürgermeister war der Einsatz für seinen Ort mehr als nur ein Beruf, er war ihm eine Herzensangelegenheit.

In Erinnerung geblieben ist, wie es sich der weit über 80-Jährige nicht nehmen ließ, beim 30. Jubiläum des Jugendzentrums 2016 für die Interessen der Jugendlichen einzutreten. Inmitten der jungen Frauen und Männer fühlte er sich sichtlich wohl. Nicht nur, als es 1986 darum ging, den Jugendtreff auch gegen Widerstände in der Ortsmitte durchzusetzen, suchte Georg Brohm stets nach einem Weg, Rottendorf zur modernen Stadtrandgemeinde zu entwickeln.

In seiner Amtszeit von 1984 bis 1996 entstanden etwa die im Landkreis viel beachtete Sing- und Musikschule, der Kindergarten Am Bremig, mehrere Baugebiete, die Hochwasserfreilegung des Gewerbegebiets und auch die Erasmus-Neustetter-Halle. Nicht zuletzt sind die Verlegung der Bundesstraße und ein Ideenwettbewerb für die Neugestaltung der Würzburger Straße zur zentralen Geschäfts- und Dienstleistungsachse zu nennen. Nicht nur für die Jugend, auch für die Senioren hatte er stets ein offenes Ohr. Mit dem Haus der Begegnung brachte er eine Anlaufstelle für eine zeitgemäße Seniorenarbeit auf den Weg. Kaum im Ruhestand, wurde er zum Sprecher des Seniorenrats gewählt.

Der Einstieg in die Kommunalpolitik gelang Brohm, als er 1972 für die CSU in den Gemeinderat gewählt wurde. Davor war er als vielfach im Ausland eingesetzter Statiker bei der Firma Noell tätig. Zwischen 1990 und 2002 übernahm er als Kreisrat Verantwortung im Landkreis. Brohm erhielt für seine Verdienste als Kommunalpolitiker unter anderem die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze und die Landkreisplakette in Silber.

Mit seiner stets auf Ausgleich bedachten Art gelang es Brohm, über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung zu gewinnen. Als er 1990 wiedergewählt wurde, fand sich kein Gegenkandidat. Nur wenige Altbürgermeister dürften sich zudem über gelungene, von über 150 Bürgern besuchte Empfänge zum 80. und 85. Geburtstag in einer Halle freuen, die noch dazu in ihrer Amtszeit erbaut wurde.

Dem gebürtigen Rottendorfer war neben der Familie der christliche Glaube eine feste Stütze. Schon als Jugendlicher war er in der Pfarrei aktiv. Ende der 1960er Jahre wurde er in den ersten Rottendorfer Pfarrgemeinderat gewählt. Hinzu kommt ein vielfältige Engagement in den örtlichen Vereinen oder der Partnerschaft mit Troarn. Noch mit über 80 Jahren beteiligte er sich als Lektor im Gottesdienst, als Sänger im Kirchenchor oder dem Männergesangverein, als Vorleser in der Grundschule und - als Schülerlotse in der Hofstraße.

Ein Kondolenzbuch liegt ab Montag im Foyer des Rathauses aus.

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