Würzburg

Rückgang bei Asylbewerbern in Unterfranken nicht mehr so stark

Die Asylbewerberzahlen in staatlichen Unterkünften sind weiter rückläufig, allerdings nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Was die Gründe dafür sind.
Zum Jahresanfang 2021 waren im Anker-Zentrum in Geldersheim 847 Personen untergebracht.
Foto: ArchivStefan Sauer | Zum Jahresanfang 2021 waren im Anker-Zentrum in Geldersheim 847 Personen untergebracht.

In Unterfranken geht die Zahl der in staatlichen Unterkünften untergebrachten Asylbewerber weiter zurück. Laut der Regierung von Unterfranken lebten Anfang Januar noch noch 4900 Menschen in den Einrichtungen, vor einem Jahr waren es noch rund 5040. "Damit fällt der Rückgang längst nicht mehr so stark aus wie in den Vorjahren", schreibt die Regierung. "War doch von Jahresanfang 2019 auf Jahresanfang 2020 noch ein Rückgang von rund 1300 Personen zu verzeichnen." Im Vergleich zum Jahresanfang 2017 sind dies demnach sogar über 6300 Asylbewerber weniger. Denn Anfang 2017 waren es 11 224 Asylbewerber.

Zum Jahresanfang 2021 waren laut Regierung im Anker-Zentrum Unterfranken 847 Personen untergebracht (zum Vergleich: Anfang 2020 waren es mit 614 Personen über 200 weniger). Anker ist die Abkürzung für "Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung". Das unterfränkische Anker-Zentrum ist in Geldersheim (Lkr. Schweinfurt).

Der Hauptgrund für den Rückgang ist, dass immer weniger neue Flüchtlinge kommen. Im Jahr 2020 wurden über die Anker-Einrichtung Unterfranken 1345 Asylbewerber erstaufgenommen. Im gesamten Jahr 2019 waren es noch 1493 Asylbewerber, im Jahr 2018 insgesamt 1976 Asylbewerber, 2017 noch 2222 Asylbewerber (2016: 3392 Asylbewerber; 2015 allein im zweiten Halbjahr: 16521 Asylbewerber). Der aufnahmestärkste Monat des Jahres 2020 war der Monat Dezember mit 285 Personen, der aufnahmeschwächste Monat der April mit einer Person, bedingt durch den damaligen quarantänebedingten Aufnahmestopp. Die Anker-Einrichtung Unterfranken ist aktuell für folgende Schwerpunktländer zuständig: Algerien, Armenien, Elfenbeinküste und Somalia. Zudem wurden im vergangenen Jahr auch Asylbewerber aus Nigeria, der Republik Moldau und Syrien aufgenommen.

Die Zahl der zur Anschlussunterbringung neu nach Unterfranken zugewiesenen Asylbewerber ist 2020 dagegen seit Jahren wieder auf 1022 Personen gestiegen. Im Vorjahr 2019 waren es 745. Zum Vergleich: 2015 waren 8580 Personen, im Jahr 2009 allerdings nur 343 Personen. Bei der Anschlussunterbringung handelt es sich um jene Form der Unterbringung, die nach der Verpflichtung in einer Anker-Einrichtung zu wohnen erfolgt. In der Anker-Einrichtung lebt man als Asylbewerber von der Asylantragstellung bis zum Ende des Asylverfahrens, zuständig ist hier das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die zehn wichtigsten Hauptherkunftsländer der Personen in Anschlussunterbringung sind derzeit Afghanistan (714), Somalia (517), Syrien (489), Äthiopien (488), Nigeria (350), Ukraine (165), Russland (149), Iran (138), Irak (133), Armenien (133).

Darüber hinaus sind im Jahr 2020 insgesamt 150 Personen nach Beratung und gegebenenfalls mit staatlicher Unterstützung freiwillig ausgereist.

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