's Käuzle: Ein Monat zum Vergessen

Er ist das schwarze Schaf unter den zwölf Brüdern, die das Jahr ausmachen. Allerheiligen, Totensonntag, Volkstrauertag – der November hat so gar nichts Positives, wenn man einmal vom Mauerfall vor 25 Jahren absieht. Aber Ausnahmen bestätigen eben die Regel.
's Käuzle: Bahn frei für Zuckerwichtel
Lust auf ein zuckersüßes Ehrenamt? Dann, liebe Ochsenfurter, nichts wie ran! Die Stadt sucht eine neue Zuckerfee. Und bevor sich jetzt alle über 20-Jährigen ausklinken: Lesen Sie weiter! Sie werden erstaunt sein, wer – rein theoretisch – so alles Zuckerfee werden könnte. Im Grunde sind die Bewerbungsvoraussetzungen relativ vorurteilsfrei ausformuliert. Man muss mindestens 18 sein und über einen Führerschein der Klasse B verfügen. Von einem Höchstalter oder einem bestimmten Geschlecht steht da nichts. Das eröffnet natürlich Möglichkeiten. Es könnte zum Beispiel eine zwölffache Großmutter Zuckerfee werden, ein 43-jähriger Mathelehrer, ein pensionierter Gehirnchirurg, – sogar ich könnte mich als Zuckerfee bewerben. Und ich war auch tatsächlich in Versuchung. Die neue Zuckerfee kriegt nämlich zum Amtsantritt ein Foto-Shooting, eine Kleider-Auswahl und eine Typberatung. Die zentralen der in der Ausschreibung genannten Voraussetzungen sollten doch irgendwie zu schaffen sein: Identifikation mit der Region, höfliches Auftreten, Pünktlichkeit. Ich bin aber doch wieder von einer Bewerbung abgekommen. Zuckerfeen müssen nämlich dauernd Ansprachen halten. Wenn man eher ein Anhänger des geschriebenen denn des gesprochenen Wortes ist, sollte man den Job vielleicht lieber den kommunikativeren Naturen überlassen. Um aber auf die Möglichkeit einer männlichen Zuckerfee zurückzukommen: Da tut sich eine sprachliche Hürde auf. Weiß jemand, ob es ein männliches Pendant zu einer Fee gibt? Faun? Naturgeist? Kobold? Nee, alles doof. Zauberer passt irgendwie auch nicht. Obwohl es natürlich eine schöne Alliteration wäre: Zucker-Zauberer. Vielleicht ist diese Diskussion aber auch gar nicht nötig. Das Internet sagt nämlich, dass eine Fee, wenn man ihre Herkunft aus der keltischen Sagenwelt annimmt, auch männlich sein kann. Nur: Heißt es dann „der Fee“? Alles irgendwie schwierig. Ich bin aus diesem Grund für „Wichtel“. Der Ochsenfurter Zuckerwichtel, der würde gewiss für Gesprächsstoff sorgen. Nun gut. Warten wir' s ab. In Bälde wird gewählt: die, der oder das Zuckerfee. csc

Zwischen dem goldenen Oktober und dem lichterglänzenden Dezember fristet er ein tristes Dasein, auf das die meisten wohl verzichten könnten. Ein Übergangsmonat ohne eigenes Profil. Lediglich die Produzenten von Grabgestecken und Kerzen haben Hochkonjunktur. Vielleicht liegt ja darin der wahre Grund, warum jetzt schon in der ersten Novemberwoche die Region Ochsenfurt auf Advent macht. In Giebelstadt beispielsweise bereitet man sich schon auf die Schlossweihnacht vor. In den Regalen der Supermärkte glitzern die stanniolummantelten Nikoläuse um die Wette neben den Resten des allerletzten Federweißens.

Eigentlich kann einem der ungeliebte November-Geselle auch ein bisschen leid tun. Selbst beim Wetter kann er nicht punkten. Schneit es, jammern alle über den frühen Wintereinbruch, ist es mild, schlägt der Klimawandel zu und zeigt sich der Himmel jahreszeit-typisch dann herrscht eben Novemberwetter. nes

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