's Käuzle: In der Schule schläft es sich am besten

Endlich: Der Schlaf kehrt dorthin zurück, wo vernunftbegabte Schüler ihn schon immer verortet haben: in die Schule. Spezielle Schlafschulen bieten Kurse an, wo man lernt, seine Nacht erholsam zu gestalten. Denn wer nicht ordentlich schlafen kann, läuft Gefahr, krank zu werden. Ja, ernsthaft. Die möglichen Folgen sollen von Herz-Kreislauferkrankungen über Diabetes bis hin zur Impotenz reichen. Das will man nun ja vermutlich nicht.

Aber gibt es keine Alternative zur Schlafschule? Ich hätte da eine Idee. Eine ganz normale Schule kann in dieser Hinsicht bereits Wunder wirken. Wer erinnert sich nicht an diesen angenehmen Dämmerzustand, der sich einstellte, wenn man vorgebetet bekam, wie auf die Karolinger die Ottonen und auf die Ottonen die Salier und auf die Salier die Welfen und auf die Welfen die Staufer und auf die Staufer noch irgendwelche anderen Herrscher folgten? (Sollten da jetzt welche fehlen, so liegt das an den Tiefschlafphasen während der Aufzählung).

Garantierter Tiefschlaf mit Effi Briest

Wer in der Geschichtsstunde keinen Platz mehr bekommt, kann es vielleicht in Chemie versuchen. Zu beobachten, wie an der Tafel aus den ungefähr zwölf Mal wiederholten Buchstaben C und H sowie einer Vielzahl kurzer Striche ein abstraktes Kunstwerk ensteht, kann einen geradezu hypnotischen Zustand hervorrufen. Wer es mehr mit Sprachen hat, dem sei eine Stunde im Lateinunterricht empfohlen, wo die fesselnden Unterschiede zwischen a-, o-, u- und e-Deklination einen traumlosen Schlaf nahezu garantieren.

Oder man hat ganz großes Glück und ergattert eine Deutschstunde mit Effi Briest, der garantiert allerlangweiligsten jemals zu Papier gebrachten Erzählung, die in ihrer Wirkung gar die Grenze zwischen Tiefschlaf und Vollnarkose zu überwinden geeignet ist.

Im Zweifel müssen halt Schäfchen gezählt werden

Wer sich zum Zwecke der Schlaftherapie als Gasthörer in seiner ehemaligen Schule anmeldet, sollte mit der Lehrkraft allerdings vorher vereinbaren, nicht an Stegreifaufgaben oder unangekündigten Abfragen teilnehmen zu müssen, da der so entstehende Stress den Therapieerfolg erheblich reduziert.

Nun wird es leider so sein, dass viele Schlaflose keine allzu heiteren Erinnerungen mit ihrer Schulzeit verbinden. Andere schrecken vielleicht davor zurück, gemeinsam mit ihren Kindern die Schulbank zu drücken. Die müssen sich also was anderes einfallen lassen. Schäfchen zählen zum Beispiel. Wer keine Schafe mag, kann auf Ziegen zurückgreifen, aber die riechen halt strenger. Sollte man vielleicht berücksichtigen, wenn man nicht alleine schläft.

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