's Käuzle: Katze auf Jobsuche

Fachkräftemangel, so weit das Auge reicht. Sogar Stellen, bei denen man glaubt, hier würde eine Generation die nächste gleich anlernen, müssen heutzutage aufwendig ausgeschrieben werden. Eine Glashütte in der Oberpfalz sucht jetzt per Stellenanzeige eine Hüttenkatze, welche der anspruchsvollen Aufgabe der Nagerbekämpfung gewachsen ist. Laut Ausschreibung können sich männliche wie weibliche Katzen bewerben.

Die Bedingungen sind attraktiv: Der/die Arbeitnehmer/in wird als Freigänger gehalten, bekommt einen warmen Aufenthaltsraum zugewiesen und darf neben dem in Futter ausbezahlten Festgehalt die gesamte Provision in Gestalt der erbeuteten Mäuse für sich behalten. Als besondere Qualifikation wird der souveräne Umgang mit einer Vielzahl von Menschen verlangt.

Offensichtlich ist die Firma an einem langfristigen Arbeitsverhältnis interessiert, denn man hofft auf noch junge Bewerber. Leider macht die Stellenanzeige keine Angaben zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und zum Urlaubsanspruch. Ich nehme an, das wird direkt beim Bewerbungsgespräch diskutiert. Und auch, wie es mit Arbeitsschutz aussieht und was im Falle der Berufsunfähigkeit passiert. Es gibt ja in so einem Job durchaus auch einige Risiken, gerade, wenn man in einer Glashütte arbeitet.

Muss die Katze Sicherheitsschuhe tragen und einen Helm? Wird Nachtarbeit extra vergütet oder gibt es im Falle ohnehin nachtaktiv veranlagter Arbeitnehmer wie beispielsweise der Hauskatze eher Zuschläge für das Mäusefangen am Tag? Über wieviel Berufserfahrung muss der Bewerber verfügen, und muss er ein Arbeitszeugnis vorlegen?

Das könnte im Einzelfall nämlich zur Fußangel werden. Wenn da steht "Minka war stets bemüht, die Lagerhalle von Nagetieren frei zu halten", dann heißt das im Klartext doch nichts anderes als "Der faule Stinker lag den ganzen Tag in der Kantine auf der Heizung und hat sich nur bewegt, wenn's beim Mittagessen gebratene Leber abzugreifen gab." Oder "Mohrle war bei der gesamten Belegschaft sehr beliebt" bedeutet, dass Madame sich lieber die Ohren kraulen ließ, als sich an der Laderampe auf die Lauer zu legen. Und wenn man Paule bescheinigt, dass er sich stets durchzusetzen verstand, dann darf man daraus lesen: Seine Krallen hat er in jeden geschlagen, der ihn auch nur schief angeguckt hat.

Schwierige Zeiten also für arbeitswillige Stubentiger. Andererseits aber auch eine Chance. Endlich können auch Katzen eine Karriere vorweisen. Das war bislang hauptsächlich Hunden vorbehalten, welche als Blinden- oder Polizeihund zu Ruhm und Ansehen gelangen konnten. Gestatten: Miezi - Hüttenkatze: Das macht doch richtig was her.

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