OCHSENFURT

's Käuzle Unbekannte entführen Kauz aus dem Käferle

Spurlos verschwunden: der Kauz aus dem „Käferle“. Foto: Heiko Grüb

Ein Artgenosse von mir wurde vermutlich am Samstag, mitten in der belebten Ochsenfurter Altstadt, von unbekannten Tätern entführt. Bei dem Opfer handelt es sich um die hölzerne Kauzen-Figur, die seit Jahren den Stammtisch im Gasthaus „'s Käferle“ im Kastenhof zierte.

Sein Besitzer, Pächter Heiko Grüb, hat bereits über seine Facebook-Seite an die kaltblütigen Kidnapper appelliert, sie mögen den Kauzen unversehrt wieder freilassen.

Die hölzerne, bemalte Figur kam aus dem fernen Mallorca nach Ochsenfurt – ein Geschenk von lieben Stammgästen. An seinem Platz auf dem Stammtisch wähnte er sich zu Hause und sicher vor den gierigen Griffeln dreister Maskottchen-Diebe. Doch das Idyll trog. Es muss während des Ochsenfestes gewesen sein, als irgendeine verlorene Seele wohl die Gelegenheit beim Schopfe griff und den Kauz mitgehen ließ.

Das Motiv der Tat liegt im Dunkeln. Da der oder die Entführer bisher keine Forderungen gestellt haben, geht Heiko Grüb davon aus, dass die Täter nicht vorhaben, das Figürchen zurückzugeben. Ich mag gar nicht daran denken, wie leer der Stammtisch ohne meinen Namensvetter wirken wird. Ganz zu schweigen von der bangen Frage, wo er wohl ist und ob er gut behandelt wird. Deshalb ergeht an dieser Stelle auch von mir der Aufruf: Rückt den Kauz gefälligst wieder raus! csc

's Käuzle: Bahn frei für Zuckerwichtel
Lust auf ein zuckersüßes Ehrenamt? Dann, liebe Ochsenfurter, nichts wie ran! Die Stadt sucht eine neue Zuckerfee. Und bevor sich jetzt alle über 20-Jährigen ausklinken: Lesen Sie weiter! Sie werden erstaunt sein, wer – rein theoretisch – so alles Zuckerfee werden könnte. Im Grunde sind die Bewerbungsvoraussetzungen relativ vorurteilsfrei ausformuliert. Man muss mindestens 18 sein und über einen Führerschein der Klasse B verfügen. Von einem Höchstalter oder einem bestimmten Geschlecht steht da nichts. Das eröffnet natürlich Möglichkeiten. Es könnte zum Beispiel eine zwölffache Großmutter Zuckerfee werden, ein 43-jähriger Mathelehrer, ein pensionierter Gehirnchirurg, – sogar ich könnte mich als Zuckerfee bewerben. Und ich war auch tatsächlich in Versuchung. Die neue Zuckerfee kriegt nämlich zum Amtsantritt ein Foto-Shooting, eine Kleider-Auswahl und eine Typberatung. Die zentralen der in der Ausschreibung genannten Voraussetzungen sollten doch irgendwie zu schaffen sein: Identifikation mit der Region, höfliches Auftreten, Pünktlichkeit. Ich bin aber doch wieder von einer Bewerbung abgekommen. Zuckerfeen müssen nämlich dauernd Ansprachen halten. Wenn man eher ein Anhänger des geschriebenen denn des gesprochenen Wortes ist, sollte man den Job vielleicht lieber den kommunikativeren Naturen überlassen. Um aber auf die Möglichkeit einer männlichen Zuckerfee zurückzukommen: Da tut sich eine sprachliche Hürde auf. Weiß jemand, ob es ein männliches Pendant zu einer Fee gibt? Faun? Naturgeist? Kobold? Nee, alles doof. Zauberer passt irgendwie auch nicht. Obwohl es natürlich eine schöne Alliteration wäre: Zucker-Zauberer. Vielleicht ist diese Diskussion aber auch gar nicht nötig. Das Internet sagt nämlich, dass eine Fee, wenn man ihre Herkunft aus der keltischen Sagenwelt annimmt, auch männlich sein kann. Nur: Heißt es dann „der Fee“? Alles irgendwie schwierig. Ich bin aus diesem Grund für „Wichtel“. Der Ochsenfurter Zuckerwichtel, der würde gewiss für Gesprächsstoff sorgen. Nun gut. Warten wir' s ab. In Bälde wird gewählt: die, der oder das Zuckerfee. csc

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