's Käuzle: Zum Glück gibt's die Glückskatze

Und? War Weihnachten schön? Freut mich zu hören. Dann können wir ja nahtlos zur nächsten Feierlichkeit übergehen: Silvester. Nachdem wir es vermutlich auch in diesem Jahr wieder mit zahllosen Volltrunkenen zu tun bekommen werden, die mit Sprengstoff hantieren, benötigen wir zur unfallfreien Teilnahme an den Feierlichkeiten sicher auch ein Quäntchen Glück. Mit Glückssymbolen überhäuft man sich zu Silvester ja ohnehin, um das planmäßige Gelingen des neuen Jahres zu gewährleisten.

Bei mir zu Hause lebt in einer leeren Teedose schon seit Jahren ein inzwischen betonhartes Glücksschweinchen aus Marzipan. Ich war mir nicht sicher: Muss es gegessen werden, um den Glücks-Automatismus auszulösen, oder soll man es aufheben? Falls das Schwein hätte verzehrt werden müssen, dann sind seine magischen Kräfte vermutlich noch gar nicht aufgebraucht worden. Ich könnte also diesmal das Alt-Schwein gemeinsam mit dem aktuellen vertilgen und so die Chancen auf ein gutes neues Jahr verdoppeln. Oder aber halbieren, falls das ranzige Marzipan eine Lebensmittelvergiftung auslöst.

Vorsicht vor fliegenden Hufeisen

Sie sehen: Schweine sind als Glücksbringer wenig zu empfehlen, da schwierig in der Handhabung. Wollen wir es mal mit einem Schornsteinfeger versuchen? Zwischen den Jahren an einen echten, lebenden Schlotfeger zu kommen, dürfte schwierig werden. Und selbst wenn man zufällig einen finden sollte, könnte sich die Suche nach Glück schnell ins Gegenteil verkehren. Glück bringt die Begegnung mit dem Kaminkehrer angeblich nur, wenn man den armen Menschen auch berührt. Und es ist ja immerhin möglich, dass sich das nicht jeder bieten lässt.

Nachdem also auch der Schornsteinfeger als Glücksbringer ausgeschieden ist, wird es langsam eng mit Glückssymbolen. Ein Hufeisen käme noch in Betracht. In abergläubischen Zeiten vertraute man anscheinend darauf, dass das über der Tür angebrachte Hufeisen dem Teufel auf den Kopf fallen würde, sobald der sich Zutritt zum Haus zu verschaffen suchte. Aber was, wenn das Teil nicht den Leibhaftigen trifft, sondern den Nachbarn, der an Silvester mit Ihnen anstoßen möchte? Dann darf Ihre Haftpflichtversicherung gleich mal zeigen, was sie kann.

Nur Druiden sollten Misteln ernten

Die Hasenpfote als Glücksbringer vergessen wir am besten auch gleich. Denn wie besorgt man sich so etwas? Und Mistelzweige? Völlig abwegig. Das Zeug gedeiht hoch oben auf Bäumen. Wer nicht zufällig einen gallischen Druiden zu seinen Freunden zählt, setzt sich der Gefahr aus, bei der Ernte abzustürzen.

Wie schön, dass wir auch Zugriff auf die Errungenschaften anderer Kulturen haben: Wir besorgen uns eine Glückskatze. Ich meine die künstlichen aus Japan, nicht die lebendigen mit dem dreifarbigen Fell. Wenn das Tier mit der linken Pfote winkt, bedeutet das Glück. Und das beste ist: Glückskatzen habe ich sogar schon in Ochsenfurt gesehen - echte wie unechte. csc

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