's Käuzle: Als Baustellenampel zum Faschingszug

Der Bund Deutscher Karneval rät von provokanten Verkleidungen ab. Da wird's mancherorts aber schwierig.
's Käuzle: Als Baustellenampel zum Faschingszug
Foto: Käuzle

Gerade noch rechtzeitig vor den ganzen Faschingszügen erreichen nützliche Informationen den geneigten Karnevalisten. "Die fünfte Jahreszeit im Spannungsfeld verkehrsrechtlicher Normen" könnte das Thema so ungefähr lauten. Mit dem falschen Kostüm im Straßenverkehr kann man sich nämlich mächtig viel Ärger einhandeln. Es gilt seit Oktober 2017 laut Straßenverkehrsordnung am Steuer ein Verhüllungsverbot. Demnach ist es Autofahrern nicht gestattet, ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit zu verhüllen oder zu verdecken.

Das leuchtet ein. Die Behörden hätten ein Problem, wenn sie bei jedem Blitzer-Foto den abgelichteten Gorilla beziehungsweise den Ork oder das sabbernde Alien als Inhaber einer Fahrerlaubnis identifizieren müssten, der noch dazu Zugriff auf das jeweilige Fahrzeug hat. Außerdem sollen die Autofahrer natürlich auch noch etwas sehen können. Wer beispielsweise als Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Figur gehen will, muss schon ein bisschen mehr bieten als nur einen Sehschlitz in dem Medizinball auf seinem Kopf.

Die Freunde der Ganzkörperkostümierung können sich einer Ahndung nicht einmal durch Flucht aufs Fahrrad entziehen. Denn für dieses Verkehrsmittel gilt so ziemlich das Gleiche wie für das Auto. Seinen Drahtesel darf nur bewegen, wer nicht etwa durch Plüsch-Handschuhe in Bärentatzenform oder 80 Zentimeter lange Entenfüße aus Kunststoff daran gehindert ist, sich komplikationslos von A nach B zu bewegen.

Der Henker geht mal ohne Beil

Man solle doch, rät der Automobilclub Europa (ACE), zur  großen Faschingssause vielleicht lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Aber Vorsicht: Auch dort kann man sich in die Nesseln setzen. Das Scharfschützen-Kostüm inklusive Gewehr-Attrappe macht sich im vollbesetzten Bus vermutlich nicht so gut. Überhaupt wird empfohlen, von besonders provokant wirkendem Mummenschanz Abstand zu nehmen. Das sagt sogar der Bund Deutscher Karneval.

Gemeint sind damit zwar eher Maskeraden, die dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen zuwiderlaufen (das heißt, das Henker-Kostüm muss halt um des lieben Friedens Willen auch mal ohne Beil auskommen), doch sind unter dem Gesichtspunkt der Provokation bestimmt auch andere Verkleidungen problematisch. Auch beim Ochsenfurter Faschingszug ist vermutlich Vorsicht geboten. Wer vorhat, sich als Straßensperre oder Baustellenampel zu verkleiden, sollte sich seinen irrwitzigen Plan vorher lieber nochmal durch den Kopf gehen lassen.

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