Sanderau

Sanderau: Warum müssen am Minigolfplatz Bäume fallen?

Die Sanderauer sind aufgeschreckt. In einer Grünanlage in der Stettiner Straße werden Bäume gefällt. Wird dort nun ein P&R-Parkhaus gebaut? Was die Stadt dazu sagt.
Gefällte Bäume am Spielplatz gegenüber der s.Oliver Arena in der Stettiner Straße.
Foto: Thomas Obermeier | Gefällte Bäume am Spielplatz gegenüber der s.Oliver Arena in der Stettiner Straße.

Motorsägen kreischten, Bäume fielen, die Anwohner waren aufgeschreckt. Am Montag wurden in der Stettiner Straße in der Grünanlage neben dem Minigolfplatz unterhalb der Adenauerbrücke Bäume gefällt. Eine Leserin wandte sich am Dienstag an die Redaktion und beklagte die "Nacht- und Nebel-Aktion", mit der der "wunderschöne Spielplatz für die in der Sanderau wohnenden Kinder" zerstört würde. Anscheinend habe sich die Parkplatz-Lobby durchsetzen können, vermutet sie.

"Das hat nichts mit der Planung eines Park&Ride-Parkhauses zu tun."
Christian Weiß - Stadt Würzburg

Denn auf der Grünanlage, genauer gesagt, anstelle des Minigolfplatzes, soll, wie berichtet, derzeit noch ein Park&Ride-Parkhaus entstehen. Auf 2700 der insgesamt 15 000 Quadratmetern der Grünfläche, genau dort, wo sich der Minigolfplatz befindet, sollen künftig 500 Autos Platz finden. Deren Insassen sollen dann an der dann umgebauten Haltestelle Königsberge Straße in die Straßenbahn umsteigen. So hatte es der Stadtrat im Mai 2019 nach längerer Diskussion beschlossen. Eine Bürgerinitiative sammelte 3000 Unterschriften dagegen und übergab sie im Rathaus an Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Doch mit der Änderung der Sitzverteilung im Stadtrat  nach der Kommunalwahl im Frühjahr vergangenen Jahres änderte sich auch die Stimmungslage im Gremium.  

Im Dezember stellten Bürgerforum, FDP und FWG im Stadtrat einen interfraktionellen Antrag mit einem Alternativ-Vorschlag: Die Verwaltung solle prüfen, wie das Parkhaus, statt auf dem Minigolf-Gelände, auf dem unbebauten Schotterparkplatz in der Feggrube neben der TGW-Halle gebaut, und die Straßenbahn bis dahin verlängert werden kann. Dafür gab es eine Mehrheit. Die Verwaltung prüft. 

Die Bäume mussten in den Vorjahren schon mehrfach zurück geschnitten werden

Und doch werden jetzt Bäume gefällt? Das sind normale Baumpflegearbeiten", informiert Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg, nach einer Rückfrage seinerseits bei Klimabürgermeister Martin Heilig. "Das hat nichts mit dem Parkhaus zu tun", sagt Weiß. Unter anderem stünden dort sieben Hybridpappeln, die gefällt werden müssten, weil sie sonst eine Gefahr für die Bürger darstellten, weil die Äste morsch werden und herabfallen könnten. "Diese Bäumen mussten in den Vorjahren schon mehrfach zurück geschnitten und ihnen zur Verkehrssicherung die Kronen gekappt werden", sagt Weiß.

Nur ein Stumpf blieb stehen. Rechts im Bild das Gelände des Minigolfplatzes, im Hintergrund die s.Oliver-Arena in der Stettiner Straße.
Foto: Thomas Obermeier | Nur ein Stumpf blieb stehen. Rechts im Bild das Gelände des Minigolfplatzes, im Hintergrund die s.Oliver-Arena in der Stettiner Straße.

Er erinnerte an eine Fällaktion an solchen Bäumen auf den Zellerauer Mainwiesen und in  Heidingsfeld. Dort waren zwischen 2001 und 2014 rund 150 solcher Hypridpappeln wegen diesem sogenannten "Grünabbruch" gefällt worden. Das hatte jedoch zu großer Kritik aus der Bevölkerung und von Seiten des Bund Naturschutz geführt, der die Maßnahme für übertrieben gehalten hatte. 

"Es sind bedauerliche Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen"

Die Bäume in der Sanderauer Grünanlage seien geschädigt, auch aufgrund von Trockenheit. "Das bedauern wir sehr, aber die Bäume müssen gefällt werden, das steht schon länger fest. Das hat nichts mit der Planung eines Park&Ride-Parkhauses zu tun, sondern es sind bedauerliche Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen", gibt der Stadtsprecher Auskunft.

Als Ersatz für die knapp 150 am Main gefällten Bäume waren damals rund 200 neue Bäume anderer Arten – Erlen, Birken und Spitzahorn – gepflanzt worden. Auch in der Sanderau habe das Gartenamt angekündigt, für die entfernten Bäume noch in diesem Frühjahr neue zu pflanzen, versichert Christian Weiß.

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