Würzburg

Schäfer-Blake und Bauer sind Altbürgermeister

Marion Schäfer-Blake wurde zur Altbürgermeisterin ernannt. Im Bild (vordere Reihe von links) Michael Blake, Altbürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Hintere Reihe (von links) Alexander Kolbow (Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion), Bürgermeister Martin Heilig, Bürgermeisterin Judith Jörg und Wolfgang Roth (Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion).
Foto: Claudia Lother | Marion Schäfer-Blake wurde zur Altbürgermeisterin ernannt. Im Bild (vordere Reihe von links) Michael Blake, Altbürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Marion Schäfer-Blake und Adolf Bauer dürfen sich fortan „Altbürgermeister“ nennen. Das Gesetz über Kommunale Wahlbeamte sieht grundsätzlich eine Ernennung zum/zur Altbürgermeister/in vor, in Würzburg hat der Stadtrat am 24. September nun jedoch zum ersten Mal beschlossen, den Ehrentitel an Marion Schäfer-Blake und Adolf Bauer zu vergeben.

Mit der Bezeichnung „Altbürgermeister/in“ können Personen ausgezeichnet werden, die eine außergewöhnlich lange Zeit das Amt des Bürgermeisters innehatten oder sich in ihrem Amt in besonderer Weise um die Kommune verdient gemacht haben, heißt einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt betonte in seiner Laudatio, im Falle von Adolf Bauer und Marion Schäfer-Blake könne „oder“ bedenkenlos durch „und“ ersetzt werden. „Niemand vor Marion Schäfer-Blake und Dr. Adolf Bauer hat in Würzburg das Amt des 3. und 2. Bürgermeisters so lange bekleidet. Die Oberbürgermeister sind gekommen und gegangen, Ihr aber seid geblieben und habt damit für die notwendige Kontinuität an der Verwaltungsspitze gesorgt.“

Die beiden Bürgermeister hätten der Stadt ein Gesicht gegeben, die Stadt und den Stadtrat routiniert und menschlich, souverän und herzlich repräsentiert. Ihr Meisterstück sei es gewesen, ein halbes Jahr lang die Stadtverwaltung als „Regierende Bürgermeister“ so am Laufen zu halten, „dass niemand das Gefühl hatte, dass es eine Vakanz gegeben habe.“ Besonders hob Schuchardt, dem persönlich der Titel „Ehrenbürgermeister/-in“ lieber gewesen wäre, die uneingeschränkte Loyalität Bauers und Schäfer-Blakes hervor, die „keinerlei parteipolitisch motivierte Animositäten oder Konflikte aufkommen ließ. Ich konnte mich immer hundertprozentig auf Euch verlassen.“

Adolf Bauer war 24 Jahre zweiter Bürgermeister

Adolf Bauer gehört dem Würzburger Stadtrat seit 1984 an, er wurde sechs Mal wiedergewählt, 2014 mit der höchsten Stimmenzahl aller Kandidaten. Von 1987 bis 1991 war er stellvertretender Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion und anschließend bis 1996 deren Vorsitzender. „Durch Dein konsequentes Bemühen um Ausgleich und Deine ausgeprägte Bereitschaft zum fairen Kompromiss hast Du Dir in dieser Funktion über Parteigrenzen hinweg in kurzer Zeit hohe Wertschätzung erworben“, würdigt ihn Oberbürgermeister Christian Schuchardt. 1996 wurde Bauer zum zweiten ehrenamtlichen Bürgermeister und danach dreimal in diesem Amt bestätigt. Von 6. Oktober 2013 bis 1. April 2014 übernahm er die Verwaltungsgeschäfte als „Regierender Bürgermeister“. Bauer habe immer das Wohl der Stadt im Auge gehabt, auch heute noch als Mitglied in unzähligen Vereinen und Verbänden, oft in führender Position.

Adolf Bauer wurde zum Altbürgermeister ernannt. Im Bild (von links) Bürgermeister Martin Heilig, Doris Bauer, Altbürgermeister Adolf Bauer, Bürgermeisterin Judith Jörg und Oberbürgermeister Christian Schuchardt.
Foto: Christian Weiß | Adolf Bauer wurde zum Altbürgermeister ernannt. Im Bild (von links) Bürgermeister Martin Heilig, Doris Bauer, Altbürgermeister Adolf Bauer, Bürgermeisterin Judith Jörg und Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Adolf Bauer war von 1. Mai 1996 bis 30. April 2020 zweiter Bürgermeister in Würzburg. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, der Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität Cordoba, des päpstlichen Gregoriusordens und der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber. Die Stadt Würzburg ehrte ihn bereits mit dem Goldenen Stadtsiegel, dem Tanzenden Schäfer, der Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters, dem Silbernen Ratsbecher und des Ehrenrings anlässlich seines 20-jährigen Dienstjubiläums als zweiter Bürgermeister im Jahr 2016.

Marion Schäfer-Blake war Bürgermeisterin der Herzen

Marion Schäfer-Blake wurde 1990 zum ersten Mal zur Stadträtin gewählt, wie auch zur stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden. Von 1984 bis 1988 war sie bereits Mitglied des Kreistags und seit 1989 des Bezirkstags, wo sie 2008 den Vorsitz der SPD-Fraktion übernahm. 2002 wurde sie vom Würzburger Stadtrat zur dritten Bürgermeisterin gewählt. In allen Gremien habe sie stets auch die Interessen der Stadt Würzburg vertreten, so Schuchardt. Zudem war Schäfer-Blake viele Jahre Vorsitzende von Pro Familia, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Stadt für Kinder“ und des Arbeiterwohlfahrt-Stadtverbandes. Schäfer-Blake ist heute weiterhin Mitglied des Würzburger Stadtrats für die SPD-Fraktion.

Marion Schäfer-Blake betonte bei der Ernennung zur „Altbürgermeisterin“ ihre Begeisterung für das politische Amt, vor allem das Lokale: „Die 18 Jahre sind wie im Flug vergangen, nicht nur weil jede Woche sieben Arbeitstage hatte, sondern weil ich in der Stadt, in der ich jedes Gässchen kenne, etwas erarbeiten konnte. Es stört mich nicht, jetzt im Stadtrat an anderer Stelle zu sitzen. Denn die gemeinsame Arbeit geht weiter und dafür müssen alle Fraktionen zusammen stehen, gerade auch in dieser Krisenzeit.“

Marion Schäfer-Blake war vom 1.Mai 2002 bis 30. April 2020 dritte Bürgermeisterin in Würzburg. Die „Bürgermeisterin der Herzen“ wurde bereits mit der Bayerischen Verfassungsmedaille, der Kommunalen Verdienstmedaille (beide in Silber), sowie von der Stadt Würzburg mit dem Goldenen Stadtsiegel, der Ehrenmedaille des Oberbürgermeistes und dem Tanzenden Schäfer geehrt.

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