Eisenheim

Schutzraum für Brutplätze am Eisenheimer Anglersee

Eine gut zwei Meter hohe und etwa 120 Meter breite sandige Steilwand des großen Anglersees in Obereisenheim soll nach Wunsch des Landratsamtes als Brutstätte für Uferschwalben und Bienenfresser erhalten bleiben.
Foto: Guido Chuleck | Eine gut zwei Meter hohe und etwa 120 Meter breite sandige Steilwand des großen Anglersees in Obereisenheim soll nach Wunsch des Landratsamtes als Brutstätte für Uferschwalben und Bienenfresser erhalten bleiben.

Er ist ungefähr so groß wie eine Amsel und bunt wie ein Papagei: der Bienenfresser. Diese ursprünglich in den Tropen beheimatete Vogelart ist mittlerweile auch in Europa heimisch geworden, und ein kleiner Abschnitt des großen Anglersees in Obereisenheim, rechts in Richtung Wipfeld, gehört zu seinen Brutplätzen. Es handelt sich um eine sandige Steilwand am nördlichen Ende des Sees von etwa zwei Metern Höhe und 120 Metern Breite, und solche Plätze sind für Bienenfresser und manchmal auch Uferschwalben der ideale Ort, um den Nachwuchs großzuziehen.

Jetzt bat die Untere Naturschutzbehörde, also das Landratsamt Würzburg, den Eisenheimer Rat um die Zustimmung, den Boden zwischen See und Steilwand "bis maximal zum durchschnittlichen Wasserspielgelniveau" abtragen zu dürfen, trug Bürgermeister Christian Holzinger im Sachvortrag vor. Ziel der Behörde sei es, die Steilwand noch möglichst lange als Brutplatz für diese Vogelarten zu erhalten. "Wobei die Uferschwalbe eher selten geworden ist, bei uns lebt mehr der Bienenfresser", so Holzinger. Kosten will das Landratsamt bei den Eisenheimern nicht erheben. Die Zufahrt soll über die Weidefläche erfolgen, was mit dem Pächter abgesprochen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Zufahrt soll auf Wunsch des Landratsamtes zumindest beruhigt werden. Aktuell werde die Zufahrt von Erholungssuchenden genutzt, um möglichst nahe am See zu parken. "Das stört aber die brütenden Vögel, und das beeinträchtigt auch die in unmittelbarer Nähe liegende Steilwand", fuhr Holzinger fort. Deshalb soll durch eine Barriere aus Heckenschnittresten die Zufahrt zukünftig verhindert werden. Der Anglerverein hat zwischenzeitlich positiv auf die ganze Sache reagiert.

Neben dem See verläuft ein Wanderweg entlang des Mains, und der habe, so Holzinger auf Anfrage von Marius Mayer, keine Auswirkungen auf die Brutstätte. Und es gebe auch keinerlei Probleme mit den Wipfeldern, beantwortete Holzinger eine Frage von Claus Hochrein, "denn die Stelle ist noch innerhalb unserer Gemarkungsgrenze". Womit die Wortmeldungen auch schon erschöpft waren, und das gemeindliche Einvernehmen zum Vorhaben des Landratsamtes ging einstimmig durch.

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