Oberpleichfeld

So viele Hilfsgüter wie noch nie auf dem Weg nach Polen

Beim Verladen in der Oberpleichfelder Dreschhalle
Beim Verladen in der Oberpleichfelder Dreschhalle Foto: Irene Konrad

Eine Frühjahrs-Hilfsgütersammlung gab es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in Oberpleichfeld nicht und eigentlich hatte die "Unabhängige Liste Oberpleichfeld" (ULO) die Sammlung komplett abgesagt. Weil aber die Anfragen so groß waren und das Telefon bei Petra und Gottfried Wunderlich gar nicht mehr stillstehen wollte, entschlossen sich die ehrenamtlichen Helfer nun doch zu einer Sammlung.

Ein Teil der Sammler und ehrenamtlichen Helfer in Oberpleichfeld beim Verladen mit Faher Waclaw Panek auf den Tansporter nach Südpolen. Petra Wunderling (Bildmitte) konnte sich diesmal vor Anfragen kaum retten.
Ein Teil der Sammler und ehrenamtlichen Helfer in Oberpleichfeld beim Verladen mit Faher Waclaw Panek auf den Tansporter nach Südpolen. Petra Wunderling (Bildmitte) konnte sich diesmal vor Anfragen kaum retten. Foto: Irene Konrad

Diesmal wurden die Annahmetage der Hilfsgüter um die Hälfte von vier auf zwei Tage reduziert und Möbel sind gar nicht angenommen worden. Obwohl die Menschen in Polen "alles brauchen können". Das sagen zumindest die polnischen Schwestern Alma und Alina vom Orden "Die Dienerinnen der Unbefleckten Gottesmutter und Jungfrau Maria" aus Würzburg. Mit ihnen stehen die ULO-Mitglieder in engem Kontakt.

Einfachheit und Herzlichkeit als Vorbild

Das Vorbild der Schwestern ist Maria, die "Magd des Herrn" und deren Einfachheit und Herzlichkeit im Umgang mit den Menschen. Der apostolische Dienst der Gemeinschaft ist vor allem die fürsorgliche, erzieherische und karitative Arbeit. Der Orden betreibt im südöstlichen Polen Kindergärten, ein Hospiz für psychisch Kranke und Schwerkranke, ein Krankenhaus sowie ein Alten- und Pflegeheim.

Die Strecke über gut 1000 Kilometer zwischen Deutschland und seiner Heimat im Karpatenvorland fährt der polnische Lkw-Fahrer Waclaw Panek regelmäßig, um für die Schwestern und die "Polnische Mission Würzburg" Hilfsgüter in die Region um die Stadt Rzeszów zu transportieren.

Seit rund 20 Jahren sammelt die ULO Jahr um Jahr Hilfsgüter für Südpolen. Mittlerweile sind die ehrenamtlichen Helfer ein eingespieltes Team. Für ihre Hilfsaktion bitten sie die politische Gemeinde um die Überlassung der "Dreschhalle" als kurzfristiges Lager. Und an den Sammeltagen nehmen sie die Kartons, Tüten und Gegenstände an und helfen Fahrer Waclaw beim Laden in den Lkw.

Auch vor der Dreschhalle in Oberpleichfeld stapelten sich die Kartons und Tüten.
Auch vor der Dreschhalle in Oberpleichfeld stapelten sich die Kartons und Tüten. Foto: Irene Konrad

Diesmal sind so viele Gegenstände gebracht worden, dass der Transporter schon am ersten Sammeltag voll war. "Es war einfach alles dabei", versucht Petra Wunderling eine Beschreibung. Viele Kleider natürlich, dazu Matratzen, Bettwäsche, Koffer und Rucksäcke, Teppiche, Fahrräder, Spielzeug, Klettergeräte für Kinder, Gartengerätschaften, Büroartikel oder auch religiöse Gegenstände wie Kreuze oder Heiligenfiguren.

Weil der Transport nach Polen viel Geld kostet, freuen sich die Oberpleichfelder auch darüber, dass stolze 1637 Euro in der Spendenbox waren. Eineinhalb Lkw-Ladungen voller Güter machen sich nun auf dem Weg zu kranken, einsamen oder verwahrlosten Menschen. "Wir sagen allen Dankeschön, die mithelfen, Gutes zu tun", sind die Oberpleichfelder trotz aller Mühe und den diesmal erschwerten Voraussetzungen von ihrer Hilfsaktion überzeugt.

Schon am ersten Tag war der vorgesehene Transporter rappelvoll geladen.
Schon am ersten Tag war der vorgesehene Transporter rappelvoll geladen. Foto: Irene Konrad

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