Winterhausen

Solarenergie und Denkmalschutz im Konflikt

Für Kopfzerbrechen und eine lange Diskussion sorgte im Gemeinderat ein Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen eines an exponierter Stelle stehenden Hauses im Ortskern, der als Denkmalensemble geschützt ist. Dabei tauchte zum wiederholten Mal die Frage der Erneuerung der gemeindlichen Ortsgestaltungssatzung auf.

Zum zweiten wurde die Notwendigkeit zur Nutzung nachhaltiger Energiequellen betont, die in den kleinen Gemeinden schon anfangen müsse, aber die Frage aufgeworfen, wie die im Altort aussehen sollte oder könnte. Mit dem vorliegenden Antrag war das Gremium so nicht einverstanden. Stellvertretender Bürgermeister Matthias Wieser hielt die geplanten Anlagen an der exponierten Stelle für problematisch. Sandro Nese meinte, man müsse den Leuten eine Chance geben, Sonnenergie zu nutzen, aber in harmonischerer Form. Christian Braungardt könnte sich nur die Aufbringung der Module auf den Gauben vorstellen, weil dies bei Nachbaranwesen auch schon der Fall sei. Matthias Dürr würde die Anlagen vertretbar finden, wenn sie in einem Rot-Ton gehalten würden. Dürr sah die Bürger im Altort bei der Nutzung der Sonnenenergie benachteiligt, weil hier mehr Auflagen gelten als an anderer Stelle.

Ortsgestaltungssatzung muss überarbeitet werden

Eine verringerte Anzahl von Modulen wurde im Gremium angesprochen, aber dabei die Problematik gesehen, dass sich die gesamte Anlage dann energietechnisch und wirtschaftlich nicht mehr lohnen könnte. Klaus Trunk wollte das Problem in seiner Gesamtheit sehen. Die Ortsgestaltungssatzung müsste dringend überarbeitet werden, um nicht ständig über Einzelprojekte diskutieren zu müssen.

Matthias Wieser berichtete, dass es in anderen Gemeinden schon Flächenkartierungen gebe, aus denen genau hervorgeht, wo Solaranlagen möglich sind und wo nicht. Bürgermeister Christian Luksch meinte zur Überarbeitung der Satzung, dass man jemanden brauche, der das macht, ebenso wie man Geld und Zuschussgeber brauche.  Zum konkreten Antrag empfahl Lukas Steigerwald, mit den Eigentümern eine Lösung zu suchen. Ingo Gernert schlug vor, eine Ortseinsicht mit dem Gemeinderat und den Eigentümern vorzunehmen. Darauf einigte sich das Gremium. Der Antrag in vorliegender Form wurde abgelehnt.

Zwei mögliche Probleme wurden festgestellt

Der Breitbandkabelausbau in der Gemeinde stößt auf großes Interesse. Nach der bayerischen Gigabit-Richtlinie gefördert werden können momentan Privatanwesen, die weniger als 100 MBit Leistung pro Sekunde zur Verfügung haben. Anwesen ab 100 MBit könnten in einer späteren Fortsetzung des Programms, die für 2023 zu erwarten wäre, berücksichtigt werden. In diese Kategorie würden die betreffenden Anwesen im Rosenweg fallen.

Die Gemeinde hat die Anfrage vom beauftragten Fachbüro Först Consult begutachten lassen. Im Ergebnis wurden zwei mögliche Probleme festgestellt: Zum einen könnte sich durch Erschließung solcher "Inseln" der Aufwand insbesondere durch die Tiefbaumaßnahmen so erhöhen, dass der eigentlich vorgesehene zehnprozentige Kostenanteil der Gemeinde nicht reiche.

Zudem könnten beim späteren Programm die anderen an der Trasse liegenden Anwesen, an denen jetzt "vorbeigebaut" würde, möglicherweise nicht mehr gefördert werden, wenn sie der Netzbetreiber wegen des vorher schon erfolgten Infrastrukturausbaus als erschlossen ansehen würde. Der Gemeinderat wollte unter diesen Voraussetzungen keine Änderung des Ende März beschlossenen Fördergebiets vornehmen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Winterhausen
Klaus Stäck
Denkmalschutz
Häuser
Solaranlagen
Stadträte und Gemeinderäte
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!