Würzburg

Spende für den Kampf gegen eine Tropenkrankheit

Während der Covid-19-Pandemie konnte die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mehrere Monate lang keine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung rund um den Viktoriasee in Tansania gegen die Wurmerkrankung Schistosomiasis durchführen. Mithilfe einer großzügigen Spende ermöglicht das Ehepaar Gosdschan aus Karlstadt nun eine Massenbehandlung von 25 000 Personen.
Foto: Sascha Montag / DAHW | Während der Covid-19-Pandemie konnte die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mehrere Monate lang keine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung rund um den Viktoriasee in Tansania gegen die Wurmerkrankung ...

Maria und Rudi Gosdschan aus Karlstadt überraschten vor wenigen Wochen die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mit einer großzügigen Spende, um damit die Arbeit gegen die Wurmerkrankung Schistosomiasis in der Würzburger Partnerstadt Mwanza in Tansania gerade während der Covid-19-Pandemie zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung. "In Corona-Zeiten ist der Bedarf an Hilfe in den Ländern des Südens besonders groß. Wir sind dankbar für unsere ungleich besseren Lebensverhältnisse in Deutschland", so Rudi Gosdschan. Daher habe man einen fünfstelligen Betrag gespendet für ein Projekt in Afrika zur Linderung der akuten Not.

Das Bedürfnis zu Helfen, scheint manchen Menschen in die Wiege gelegt – so auch den Eheleuten Gosdschan aus Karlstadt. Schon als Schülerin interessierte sich Maria Gosdschan für die Nöte der Menschen in ärmeren Ländern und half bei Missionsbasaren der Kirche mit, um Spenden zu sammeln. Rudi Gosdschan setzte sich nach der Schule beruflich als Krankenpfleger für eine menschliche Pflege ein. Beide sind Gründungsmitglieder der "Eine-Welt-Gruppe" Karlstadt, um durch fairen Handel für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Immer wieder werden feierliche Anlässe genutzt, um finanzielle Beiträge für verschiedene Hilfsorganisationen einzuwerben und aus eigener Tasche aufzustocken. Für sein soziales Engagement erhielt Rudi Gosdschan 2007 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.

Sorge um die Ärmsten der Armen

Und dann: Corona. Und mit der Pandemie die Sorge um die Ärmsten der Armen, die besonders unter ihr und ihren Folgen leiden. Gleichzeitig die echte Dankbarkeit, das eigene Leben in Sicherheit und Gesundheit leben zu können. Da mussten die Eheleute Gosdschan einfach aktiv werden.

Das Helfen liegt den Eheleuten Gosdschan im Blut. Zu wissen, dass es Menschen weltweit schlecht und wegen Corona noch schlechter geht, und nichts zu tun, ist für die Karlstädter keine Option.
Foto: Gosdschan | Das Helfen liegt den Eheleuten Gosdschan im Blut. Zu wissen, dass es Menschen weltweit schlecht und wegen Corona noch schlechter geht, und nichts zu tun, ist für die Karlstädter keine Option.

Gedacht, getan. Über die ebenfalls in Karlstadt lebende langjährige Mitarbeiterin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Maria Hisch, brachte Rudi Gosdschan in Erfahrung, welche Möglichkeiten es gibt, trotz coronabedingter Lockdowns, Reise- und Ausgangssperren zu helfen. Schnell war ein Kontakt zu den Verantwortlichen im Hilfswerk hergestellt und eine sinnvolle Anlage der großzügigen Spende gefunden.

Interdisziplinäres Programm

"In den Gemeinden rund um den Viktoriasee, der in Tansania nahe der Würzburger Partnerstadt Mwanza gelegen ist, bedroht die vernachlässigte Tropenkrankheit Schistosomiasis Gesundheit und Leben der Bevölkerung", so Dr. Saskia Kreibich, Public-Health-Beraterin bei der DAHW. "Die Menschen infizieren sich durch den Kontakt mit dem verseuchten Seewasser. Um das zu verhindern, haben wir zusammen mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) jüngst ein mehrjähriges interdisziplinäres Programm vor Ort umgesetzt." Unter anderem wurden Brunnen und Toiletten gebaut, Aufklärungskampagnen umgesetzt, Fallsuche und Behandlung von Betroffenen betrieben.

Im Rahmen des Projektes stellte man fest, dass in den ufernahen Dörfern bis zu 90 Prozent der Gemeindemitglieder von einer Schistosomiasis-Infektion betroffen sind. Um chronische Folgen und Komplikationen aufgrund der Erkrankung zu verhindern, muss die gefährdete Bevölkerung präventiv mit einem entwurmenden Medikament behandelt werden. Doch infolge der Corona-Pandemie war eine solche "Mass Drug Administration" (MDA) für mehrere Monate nicht umsetzbar. "Nun kann sie im August bei circa 25 000 Personen durchgeführt werden", freut sich Frau Dr. Kreibich. 

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