Steinbachtal

Standpunkt zum Kulturfestverbot

Das Rathaus sperrt Abrissgegner aus der Mozartschule aus. Das ist unklug und ein schlechtes Signal. Unklug, weil OB Schuchardt seinem Ratsbegehren für die Neugestaltung des Moz-Areals mehr schadet als nutzt: Der Rauswurf schweißt die Denkmalschützer zusammen. Aus ihrem Kampf gegen den Abriss wird einer für Meinungsfreiheit. Gleichzeitig offenbart die Entscheidung des Stadtoberhauptes, die von fast allen Fraktionschefs des Stadtrats gebilligt wurde, eine gewisse Unsicherheit: Wären die Politiker souverän, würden sie dem Souverän der Bürgerschaft ein eigenes Urteil zutrauen.

Bei einem Kulturfest wären Würzburger in die Schule gekommen, die sie noch nie genau betrachtet haben. Um ihnen auch die Argumente des Ratsbegehrens näher zu bringen, hätte die Stadt eigene Führungen anbieten und die Schwierigkeiten einer Sanierung deutlich machen können. Genauso hätte der Investor Entwürfe seiner geplanten Neubebauung neben die Ausstellung der Reitberger-Stiftung ins Foyer stellen können.

Stattdessen verbietet die Politik Fest und Ausstellung. Das wirkt autoritär statt demokratisch. Dabei haben sich OB und Fraktionen jüngst noch dafür gelobt, wie ernst sie es mit der Basisdemokratie nehmen. „Nicht was der Oberbürgermeister will, ist wichtig, sondern, was die Menschen unserer Stadt wollen,“ hatte Schuchardt im Januar gesagt, als er die Idee präsentierte, dass die Würzburger zwischen Abriss, Erhalt und Teilerhalt der Schule wählen können.

Im Lichte von Ausstellungs- und Kulturfestverbot lässt sich dieser Satz ergänzen: Aber wollen sollen die Menschen dieser Stadt schon das, was der Oberbürgermeister will.

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