Hettstadt

Statt Fichten wachsen nun Edellaubholzarten im Kleelein

Die tüchtigen Bauhof-Mitarbeiter standen im Hintergrund Spalier, als (von links) Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher mit Naturschutz-Beauftragten Klaus Gottschlich, zuständigen Revierförster Wolfgang Fricker und dem Vertreter des Vereins Bergwaldprojekt, Diplom-Forstwirt Hendrik von Riewel die letzte Baum-Pflanze der Aufforstungsmaßnahme in der Flurlage 'Kleelein' in die Erde einbrachten.
Foto: Herbert Ehehalt | Die tüchtigen Bauhof-Mitarbeiter standen im Hintergrund Spalier, als (von links) Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher mit Naturschutz-Beauftragten Klaus Gottschlich, zuständigen Revierförster Wolfgang Fricker und dem ...

In Hettstadts Gemeindewald zeigten sich die Auswirkungen des Klimawandels in den vergangenen drei Jahren besonders gravierend. Außergewöhnliche Trockenheit und eine expansive Entwicklung der Schädlinge setzten sowohl Laub- und Nadelwald extrem zu. Und als ob sich alle möglichen Umstände gegen Hettstadts Wald vereint hätten, bremste die Corona-Pandemie ein ambitioniertes Aufforstungsprojekt unter personeller Beteiligung der Bevölkerung und des Vereins Bergwaldprojekt zusätzlich aus.

In einem einwöchigen Kraftakt nutzten die Bauhof-Mitarbeiter im Alleingang dennoch die günstige winterliche Bodenfeuchte, um in der Flurlage Kleelein auf einer Fläche von einem Hektar 4200 kleine Baumpflanzen ins Erdreich einzubringen. Trotz coronabedingter Absage der zweimal mit vereinten Kräften geplanten Pflanzaktion spendierte das Bergwaldprojekt 1500 Pflanzen.

In einer Woche wurden 4200 Bäume gepflanzt

Massiv hatte der Borkenkäfer in den Jahren 2019 und 2020 auf einer Fläche von einem Hektar einem Fichtenbestand im "Kleelein" zugesetzt. Die Bäume waren letztlich nicht mehr zu retten. Immerhin 570 Festmeter Schadholz fielen an, die per Holz-Vollernter wegen der Bruchgefahr maschinell eingeschlagen wurden. Zur Vorarbeit einer beabsichtigten nachfolgenden Aufforstung wurde die Fläche im Herbst mit einem speziellen Forstmulcher vorbereitet. Damit waren neben der Beseitigung von kleinem Restholz auch der durch die momentane ungehinderte Durchlichtung der Fläche geförderte einsetzende Unkrautwuchs aus Klettenlaubkraut und Brombeere eingeschränkt.

In der nachfolgenden Pflanzaktion haben die Bauhof-Mitarbeiter innerhalb einer Woche 4200 Pflanzen gepflanzt. Hiervon waren 3113 Topfpflanzen und 1082 wurzelnackte Pflanzen. Nun wachsen im "Kleelein" statt der anfälligen Fichten klimaverträgliche Baumarten wie Traubeneichen, Kirsche, Hainbuchen, Sommerlinde, Elsbeere und Nussbäume.

Unkraut kann maschinell niedrig gehalten werden

Durch die intensiven vorbereitenden Maßnahmen reduziert sich der erforderliche Pflegeaufwand für die kleinen Bäumchen. Somit ist es möglich, überwuchernden Unkrautwuchs maschinell niedrig zu halten, bist die Kronen der jungen Bäume durch natürliche Beschattung dies übernehmen. Zum Schutz der Aufforstungsfläche vor Verbiss oder Vandalismus wurde diese auch eingezäunt.

Weil der zuständige Revierförster Wolfgang Fricker davon ausgeht, dass die kleinen Bäumchen im Sommer nicht ohne Bewässerung auskommen, wurden bei der Pflanzung über die gesamte Fläche in gleichmäßigen Abständen Zufahrtsmöglichkeiten vorgesehen. Diese Rückegassen können später auch zur Holzernte genutzt werden.

Weitere Aufforstungen im Herbst geplant

Da wegen der Vorgaben der Infektionsschutzverordnung zur Pandemie-Bekämpfung eine personelle Beteiligung durch den Verein Bergwaldprojekt bei dieser Maßnahme nicht möglich war, sind im Herbst 2021 in den Flurlagen "Tännig" und "Greußenheimer Loch" weitere Aufforstungen beabsichtigt. "Wir hoffen, dann alle aktiv dabei sein zu können", wünschten sich Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (Parteilos) und Diplom-Forstwirt Hendrik von Riewel.

Rothenbuchers Dank galt neben den tüchtigen Bauhof-Mitarbeitern auch der Bayerischen Forstverwaltung im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald. Von dort kam maschinelle Unterstützung zur Pflanzaktion durch Leihgabe eines "Pflanzfuchs". Mit dem Gerät wurden die Pflanzlöcher vorgebohrt und die eigentliche Pflanzung ging danach schnell vonstatten.

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