Röttingen

Steuereinnahmen und Rücklagen gehen zurück

Keine leichte Aufgabe für den neuen Bürgermeister Hermann 'Fernando' Gabel, auch in Röttingen muss gespart werden.
Keine leichte Aufgabe für den neuen Bürgermeister Hermann "Fernando" Gabel, auch in Röttingen muss gespart werden. Foto: Brunecker Markhard

Auch der Röttinger Haushalt 2020, inklusive der Finanzplanung bis 2023, ist maßgeblich durch die "Corona-Krise" beeinflusst. Das umfangreiche Zahlenwerk erläuterte Rainer Dollmann, Leiter der Kämmerei. Die Räte selbst hatten in einer knapp fünfstündigen Klausurtagung den Etat vorab beraten und diskutiert.

Die Einnahmen und Ausgaben belaufen sich nach 5,662 Millionen Euro im Vorjahr nur noch auf 4,987 Millionen Euro, was eine Reduzierung von zwölf Prozent bedeutet. Der Vermögenhaushalt ist hingegen um zwölf Prozent von 4,647 auf 5,215 Millionen Euro gestiegen. Aufgrund von Corona musste laut Bürgermeister Hermann Gabel der Ansatz bei den Einnahmen der Gewerbesteuer von 1,5 Millionen Euro auf 800 000 nach unten angepasst werden, ebenso der Einkommensteueranteil von 1,015 auf 890 000 Euro.

Durch das hohe Steueraufkommen im Jahr 2018 muss die diesjährig zu zahlende Kreisumlage, bei gleichbleibendem Hebesatz von 37 Prozent um stolze 444 700 Euro auf 1, 161 Millionen Euro angehoben werden.

Geringere Personalkosten

Viel Bewegung gibt es bei den Personalkosten mit minus 372 000 Euro. Ohne VG-Personal betragen diese 1,431 Millionen Euro. Aufgrund der Kinderzahlen und des Buchungsverhaltens der Eltern steigen jedoch die Kosten für den städtischen Kindergarten von 6,9 Stellen auf 7,17.

Einsparungspotentiale fand der Rat beim Bauhof und im Bereich "Tourist-Info", Postpoint und Festspiele. Hier gibt es keine Nachbesetzungen mehr. Für geringere Zahlungen von Beihilfen gibt es auch Einsparungen im Bereich Bürgermeisterleistungen. Wegen des Ausfalls der Festspiele 2020 reduzieren sich auch die Kosten für die Künstler erheblich, werden 2021 jedoch wieder steigen.

Begonnene Investitionen

Zu den teilweise schon begonnenen Investitionen zählen die Sanierung der Alten Schule, Straßensanierung Untergasse und Generationenpark. Der Großteil der Ausgaben ist hier durch Investitionszuweisungen vom Land gedeckt. Um dies alles zu stemmen, müssen aus den allgemeinen Rücklagen 2,079 Millionen Euro (inkl. Sonderrücklagen) entnommen werden. Die Rücklagen werden sich dadurch voraussichtlich von 4,860 Millionen Euro auf 2,780 Millionen verringern.

An Grundschulumlage und Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft müssen 366 100 Euro überwiesen werden. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahme für Investitionen (Tauberbrücke) und Investitionsfördermaßnahmen wurde auf 705 000 Euro festgelegt. Der Schuldenstand zum 1. Januar 2020 betrug 1,174 (701 Euro pro Einwohner) Millionen Euro, was über dem Landesdurchschnitt liegt.

Das Bund- Länder-Konjunkturpaket

Einnahmen aus dem angekündigten Bund- Länder-Konjunkturpaket sind noch nicht berücksichtigt, da noch keine endgültige Berechnungsgrundlage vorliegt. Nach der vorgesehenen Durchschnittsberechnung der Gewerbesteuer der letzten drei Jahre erwartet man im Rathaus rund 500 000 Euro an Zuschüssen. Mit Schlüsselzuweisungen ist erneut nicht zu rechnen. Auch in den kommenden Jahren wird der Vermögenshaushalt dem Verwaltungshaushalt Mittel zuführen müssen.

Da die Stadt Röttingen noch über reichlich Grundbesitz verfügt, 175 Hektar landwirtschaftliche Flächen, 380 Hektar Wald, sind noch erhebliche Sachwerte da. Der Stadt ist bewusst, wie der Rathauschef betont, dass zahlreiche Maßnahmen, wie die geplante Erschließung des Baugebiets "Kapellenberg", der Bau von drei Wohngebäuden in der Taubergasse 4 sowie der geplante Neubau der Grundschule Röttingen den sehr konservativ geplanten Haushalt durch Haftungsrisiken beeinflussen können.

Das Landratsamt Würzburg erkannte in einer Vorbesprechung auf Grund der Sondersituation der zwei Millionen aus den Rücklagen laut Bürgermeister Gabel die anspannte Lage, gab aber seine Zustimmung. Die Versorgungsbetriebe müssen einen Kredit in Höhe von 420 000 für die Verlegung der Hauptwasserleitung zum Ahornweg aufnehmen.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Röttingen
  • Markhard Brunecker
  • Bauhöfe
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Covid-19-Pandemie
  • Finanzplanung
  • Grundschule Röttingen
  • Grundschulen
  • Investitionen
  • Kosteneinsparungen
  • Personalkosten
  • Steuereinnahmen
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!