Würzburg

Stiftung Juliusspital feiert Stiftungstag unter freiem Himmel

Schwester Marita Gäbelein (50-jähriges Jubiläum), Schwester Katharina Ganz, Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth und Oberpflegamtsrat Pfarrer Bernhard Stühler (von links) vor der neuen Gedenktafel im Kreuzgang.
Foto: Stiftung Juliusspital | Schwester Marita Gäbelein (50-jähriges Jubiläum), Schwester Katharina Ganz, Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth und Oberpflegamtsrat Pfarrer Bernhard Stühler (von links) vor der neuen Gedenktafel im Kreuzgang.

Nachdem der Stiftungstag zur Erinnerung an die Grundsteinlegung des Juliusspitals am 12. März 1576 und die drei Jahre später erfolgte Unterzeichnung der Stiftungsurkunde im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausfallen musste, wurde der Festakt heuer nachgeholt. So begrüßte Pfarrer Bernhard Stühler laut einer Pressemitteilung der Stiftung Juliusspital die Spitäler zum Festgottesdienst im „Dom“, wie er es formulierte, des Juliusspitals unter den Bäumen des Parks vor dem Gartenpavillon statt wie sonst üblich in der Pfarrkirche St. Kilian.

Zahlreiche Bauprojekte prägen die nahe und ferne Zukunft

Oberpflegeamtsdirektor Walter Herberth legte das Hauptaugenmerk auf etliche Bauprojekte der Stiftung, die bereits begonnen haben oder sich in Planung befinden. Am weitesten ist dabei der Umbau des Silvaner-Hauses, das in Zukunft Büros beherbergen und den Weg für eine Vinothek im Nordflügel der Zehntscheune freimachen wird.

Der Neubau eines Gebäudekomplexes in der Klinikstraße 8, in dem künftig neben Einheiten für betreutes Wohnen auch die Pflegeschulen der Stiftung eine neue Heimat finden sollen, hat einen wichtigen Planungsschritt abgeschlossen. Der Architektenwettbewerb wurde durchgeführt und das Ergebnis fand bei der Stadtbildkommission Anklang.

Verzögerungen beim Anbau an das Seniorenstift

Nicht ganz so weit ist man beim größten Bauprojekt der kommenden Jahre – dem Anbau der Notaufnahme bei gleichzeitiger Sanierung des mittlerweile 26 Jahre alten Koellikerbaus mit Errichtung eines Hubschrauberlandetellers. Auch hier laufen bereits Sondierungsgespräche zwischen den Geschäftsführern des Klinikums und der Stadt Würzburg, der Regierung von Unterfranken sowie dem Gesundheitsministerium.

Verzögerungen gibt es beim Anbau an das Seniorenstift im Zusammenhang mit dem davor befindlichen Götterbaum. „Da wir inzwischen eine Alternativplanung vorgelegt haben, die vorsieht, um den Baum herumzubauen, hoffen wir jetzt auf die Zustimmung der Stadtbauverwaltung, so Herberth, der sich angesichts der hohen jährlichen Unterhaltungsaufwendungen des Juliusspitals in den stiftungseigenen Park mit 100 Bäumen in der Innenstadt verwundert über die hohe Emotionalität der Debatte um den Götterbaum zeigte.

Corona-Pandemie trifft auch die Stiftung

In Sachen Rückblick kam natürlich auch Herberth nicht an den Auswirkungen der Corona-Pandemie vorbei. Im Gesamtergebnis „sind sowohl KWM als auch Stiftung in wirtschaftlicher Hinsicht mit einem kleinen positiven Ergebnis und so mit einem blauen Auge aus dem ersten Pandemie-Jahr herausgekommen.“ Dies sei nur „durch die Anstrengung aller Beteiligten in allen Bereichen und die gute Zusammenarbeit möglich gewesen.“ Für die einzelnen Betriebsteile fiel das Fazit unterschiedlich aus.

Schwer getroffen wurde das Seniorenstift des Juliusspitals durch einen Corona-Ausbruch am Gründonnerstag 2020, in dessen Folge sich 22 Bewohnerinnen und Bewohner infizierten und sechs verstarben. Auch die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner müssen aufgrund der Einschränkungen der sozialen Kontakte auf eine entbehrungsreiche Zeit zurückblicken. In wirtschaftlicher Hinsicht habe der Rettungsschirm dazu geführt, dass sich Seniorenstift über das Jahr retten konnte.

Keine Infektionen gab es hingegen glücklicherweise im Hospiz, wo aber sicher nicht zuletzt die Besuchsbeschränkungen dazu führten, dass die zur Verfügung stehenden Plätze deutlich weniger nachgefragt wurden.

Landwirtschaft ist von Corona weitgehend verschont geblieben

Die Epilepsieberatungsstelle sowie die Palliativakademie und die Pflegeschulen konnten ihren Betrieb weitestgehend aufrechterhalten, mussten aber durch die Pandemie ihre Angebote auf Online-Formate umstellen.

Die Landwirtschaft hingegen ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weitgehend verschont geblieben. „Ernte- und Finanzergebnis im vergangenen Jahr konnten sich sehen lassen“, resümierte Herberth, der zudem die Herausforderungen der künftigen Agrarpolitik ansprach und betonte, „dass der Betrieb seit 1. Juli 2018 ohne jegliche Verpflichtung auf den Einsatz von Glyphosat vollkommen verzichtet und wir im vergangenen Jahr Blüh- und Erosionsschutzstreifen an ausgewählten Stellen realisiert haben.“

Den Wäldern der Stiftung hat die Trockenheit bereits im dritten Jahr in Folge Probleme bereitet. Der kontinuierliche Umbau zu Laub-Mischwäldern habe allerdings dazu geführt, dass die Auswirkungen weniger dramatisch waren, als für nadelholzgeprägte Wälder. Die Forstwirtschaft der Stiftung konnte zudem im vergangenen Jahr durch den günstigen Zukauf von rund 80 Hektar Wald bei Plauen (Sachsen) ausgebaut und somit zukunftsfähiger gemacht werden.

Pandemie hat im Weinbaubereich tiefe Spuren hinterlassen

Im Weinbaubereich hingegen hat die Pandemie tiefe Spuren hinterlassen. So brach der Weinabsatz stark ein. Und auch das Tagungsgeschäft sowie die Führungen durch Stiftung und Weingut gingen signifikant zurück. Dass die Qualität weiterhin stimme, so Herberth, zeige die Auszeichnung des Weingutes durch den Wineguide Gault&Millau, der dem Juliusspital im vergangenen Jahr die vierte Traube für beständige und verlässliche Weinqualität verliehen hat.

Beim Stiftungstag wurden diese Mitarbeiter für 10, 25 und 40-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.  (hinten von links) Berthold Haaf, Markus Söder, Franz-Josef Steingasser, Jana Lindner, Valentin Engert, Silke Herbert, Wolfgang Reiss, Marion Scherpf, Johannes Schmitt, Werner Kraiss, Edith Röchner. (vorne links) Oberpflegamtsrat Dr. Rainer Schäfer, Sr. Marita Gäbelein, Oberpflegamtsrat Pfarrer Bernhard Stühler, Bettine Pröstler, Maria Depner, Nicole Porzelt und Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth.
Foto: Timo Pohlmann | Beim Stiftungstag wurden diese Mitarbeiter für 10, 25 und 40-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. (hinten von links) Berthold Haaf, Markus Söder, Franz-Josef Steingasser, Jana Lindner, Valentin Engert, Silke ...

Umsatz- und Absatzrekorde meldete hingegen die Firma Wellhöfer. Sie profitierte offenbar von der Tatsache, dass viele Menschen in der Pandemie in ihre Eigenheime investierten. „Offensichtlich gehörte bei vielen die Dachbodentreppe dazu“, freute sich Herberth, da sich abzeichnet, dass dieser Trend auch 2021 anhält.

Enorme Auswirkungen auf das Krankenhaus

Enorme Auswirkungen hatte die Pandemie natürlich auch auf das Krankenhaus. Nach guter Entwicklung zu Beginn des Jahres 2020 musste das KWM durch die Ausrufung des Katastrophenfalles vom Regelbetrieb vollständig auf die Versorgung pandemiegerechter Leistungen umstellen. Durch die Definiton als Covid-19-Schwerpunktkrankenhaus erhielt es zudem den Auftrag, die Versorgung für Stadt- und Landkreis Würzburg sicherzustellen.

Der Ausgleich für die somit nicht mehr erbringbaren Regelleistungen durch den Bund, den Freistaat Bayern sowie die Krankenkassen und die Herauslösung der Pflegekosten aus den Fallpauschalen haben dennoch dazu geführt, dass das KWM im vierten Jahr seines Bestehens mit einem finanziell positiven Ergebnis abschließen konnten.

Hospiz ist jüngstes Projekt im palliativen Engagement

Die Stiftung Juliusspital feierte auch Jubiläen. Seit zehn Jahren gehören die Vogelsburg und die Firma Wellhöfer zur Stiftungsfamilie. Während die Vogelsburg nach monatelanger Schließung nun wieder stark nachgefragt wird, entwickeln sich die wirtschaftlichen Zahlen der Firma Wellhöfer seit zehn Jahren konstant positiv und ermöglichen der Stiftung so Investitionen in anderen Bereichen.

Dazu gehört auch das Hospiz als jüngstes Projekt im palliativen Engagement der Stiftung. Die Palliativakademie sowie die Palliativstation dürfen heuer bereits ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Ebenfalls 20 Jahre existiert bereits die Epilepsieberatungsstelle, die sich bei Mitfinanzierung durch den Bezirk Unterfranken in der Region in dieser Zeit mit ihren Angeboten etabliert hat.

Oberzeller Franziskanerinnen blicken auf 100 Jahre am Juliusspital zurück

Nachträglich ausgezeichnet wurde auch der Chor des Juliusspitals „Die Spitalgeister“, der bereits im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiern durfte. Herberth würdigte das Engagement der Sängerinnen und Sänger und der Regie von Helgrid Obermeier.

Auf jeweils 100 Jahre Geschichte am Juliusspital dürfen die Oberzeller Franziskanerinnen und die Pflegeschule zurückblicken. Am 30. Juni 1921 zogen die ersten neun Schwestern in das nach dem Weggang der Erlöserschwestern gegründete Konvent im Spital ein. Auch die Gründung der Krankenpflegeschule und später der Altenpflegeschule seien zum Großteil das Verdienst der Ordensschwestern. Zur Würdigung und als Erinnerung an die vergangenen 100 Jahre enthüllte Herberth mit der Oberzeller Generaloberin, Schwester Katharina Ganz, eine Gedenktafel im Kreuzgang des Innenhofes. 

Dienstjubiläen  und Ruhestand in der Stiftung Juliusspital

50 Jahre: Schwester Marita Gäbelein
40 Jahre: Berthold Haaf und Valentin Engert ausgezeichnet.
25 Jahre: Johannes Schmitt, Werner Kraiß, Sibylla Baumann und Wolfgang Reiss
10 Jahre: Silvia Weiermann, Silke Herbert, Marion Scherpf, Jana Lindner, Markus Söder, Marion Dressler, Christoph Marterstock, Nicole Porzelt und Bettina Pröstler.
Ruhestand: Maria Depner, Edith Röchner, Marion Dressler, Berthold Haaf, Valentin Engert, Franz-Josef Steingasser, Joachim und Lidia Rassek
Quelle: Stiftung Juliusspital
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