Thüngersheim

Thüngersheim: So erlebte Bürgermeister Röhm den Start ins Amt

Michael Röhm ist seit 100 Tagen neues Gemeindeoberhaupt von Thüngersheim. Im Interview spricht er über Anlaufschwierigkeiten und künftige Projekte.
Bürgermeister Michael Röhm (Bürgerbewegung) ist es wichtig, den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen.
Foto: Herbert Ehehalt | Bürgermeister Michael Röhm (Bürgerbewegung) ist es wichtig, den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen.

Seine kommunalpolitische Sporen hatte sich Michael Röhm in zwölf Jahren als Gemeinderat bereits verdient, als er im März bei der Kommunalwahl zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Thüngersheim gewählt wurde. Und obwohl der 61-jährige verheiratete Vater dreier Kinder und vierfache Großvater zuletzt schon das Amt des Bürgermeister-Stellvertreters inne hatte, war der Dienstantritt am 1. Mai im Rathaus verbunden mit einem Wechsel in eine neue Welt.

Frage: Wie empfanden Sie Ihren Start vor 100 Tagen?

Michael Röhm: Obwohl ich ja in zwölf Jahren im Gemeinderat, davon zuletzt sechs Jahre als 2. Bürgermeister, schon Einblicke in die Verwaltung hatte, erwies sich das Metier für mich nur als die Spitze des Eisbergs. Erst nach Amtsübernahme habe ich die Weite und Vielfalt der Aufgaben eines Bürgermeisters kennengelernt.

War der Amtsantritt auch für Ihre Familie eine Umstellung?

Röhm: Ja natürlich, zumal der berufliche Wechsel ja mitten in den Zeitraum des Corona-Lockdowns fiel. Elf Wochen lang konnte ich deshalb meine in einem Pflegeheim versorgte Frau nicht besuchen. Aus meinem Beruf als Bildungsreferent bei der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) kannte ich die 39-Stunden-Woche. Als Bürgermeister umfasst meine Wochenarbeitszeit jedoch bis zu 56 Stunden. Allerdings halte ich mir strikt das Wochenende frei zum Besuch meiner Frau.

Gab es für Sie Anlaufprobleme in Verwaltung oder innerhalb des neuen Gemeinderats?

Röhm: Ohne jemandem Vorwürfe zu machen, muss ich einen durchaus anstrengenden Einstieg einräumen. Im Gegensatz zu einer eingespielten und gut funktionierenden Verwaltung sind im Gemeinderat die Hälfte Neulinge. Daraus gestaltete sich eine schwierige Gemeinderatsarbeit. Die gegenseitige Findungsphase scheint mir aber auf einem guten Weg zu sein. Soweit es die Corona-Vorgaben zulassen, soll sie bei einer Gemeinderatsklausur im Oktober ihren Abschluss finden, um die großen Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Sie deuten damit die Fortführung der Altort-Sanierung und die Erweiterung des Kinderhauses Blauland an?

Röhm: Genau, wobei die Altort-Sanierung durch die abgeschlossenen Planungen gut vorbereitet ist. Kopfzerbrechen bereitet hingegen die Generalsanierung und Erweiterung unserer Kindertagesstätte bei einem aktuellen Kostenstand von 6,8 Millionen Euro. Hier muss zur Kosteneinsparung noch nachjustiert werden. Zudem stehen mit der Umnutzung des VR-Areals und der dringenden Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses die Folgeprojekte schon fest.

Das alles sind Projekte, an deren Entwicklung Sie schon beteiligt waren. Haben Sie auch eigene Visionen?

Röhm: Was Thüngersheim mit Sicherheit sehr gut tun würde, wäre eine Seniorenbetreuung mit Tagespflege und betreutem Wohnen, für das schon jetzt Bedarf besteht. Hier möchte ich bis zum Ende der Wahlperiode ebenso eine Entwicklung einleiten wie zur dritten Phase der Altort-Sanierung.

Brachte Ihr Amtsantritt für die Bevölkerung in Thüngersheim Neuerungen mit sich?

Röhm: Neu im Rathaus ist für die Bürgerinnen und Bürger eine sehr gut angenommene Bürgermeister-Sprechstunde. Dadurch wird ein Dialog möglich. Es ermöglicht mir die jeweiligen Individualbedürfnisse kennenzulernen.

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