Randersacker

Ungewöhnlich: ein Jahr lang ohne Post

Maßgefertigte Möbel: Max Demling hat alles vorbereitet für die neue Postfiliale in der Vinothek "Späti" in Randersacker.
Maßgefertigte Möbel: Max Demling hat alles vorbereitet für die neue Postfiliale in der Vinothek "Späti" in Randersacker. Foto: Antje Roscoe

Ab dem 17. Juni gibt es nach über einem Jahr wieder eine Postfiliale in Randersacker. Max Demling hat die Vinothek "Späti" in der Ochsenfurter Straße dafür umgeräumt.

Seit April letzten Jahres hatte es mit der Schließung der Bäckerei am Flecken keine Poststelle mehr in Randersacker gegeben. Bürgermeister Michael Sedelmayer hatte in allen erdenklichen Läden, die die Postfiliale übernehmen könnten, nur Absagen eingeheimst. Lediglich beim Hotel Demling hatte es eine gewisse Chance gegeben, "und er hat Wort gehalten", freut sich Sedelmayer. "Er hat sich sehr bemüht, das muss man sagen", bestätigt Demling den Kontakt, der seit über einem Jahr gehalten wurde.

"Ein Jahr lang nichts, das ist wirklich außergewöhnlich", bestätigt Deutsche Post-Pressesprecher Alexander Böhm, denn ein Außendienstmitarbeiter habe ebenfalls alles versucht, von der Gewinnung eines Partnerbetriebes wie es jetzt das Hotel und Café Demling wird, über Interimslösungen in bestehenden Läden mit posteigenem Personal bis hin zum Container, für den sich kein Standort fand. "Es wollte uns schlicht und ergreifend niemand", wundert sich Böhm.

Aufwändig war das nicht nur für die Postkunden, die seitdem stets nach Eibelstadt fahren mussten. Auch die Post mit ihrem gesetzlichen Auftrag ist bei mehr als 2000 Einwohnern angehalten, einen Ansprechpartner zu stellen, verweist Böhm auf die Dienstleistungsverordnung. Entsprechend mehr Betrieb hatte Michaela Pfeifer in der zwischenzeitlich zuständigen Postagentur in Eibelstadt, wo sich auch das Zentrallager der Zusteller befindet. Sie hatte das Plus an Umsatz, das die fixe Vergütung für eine Post-Filiale ergänzt, natürlich nicht ungern gesehen, wie sie auf Anfrage mitteilt.

Doch inzwischen ist alles bereit für die "gelbe Ausstattung", die eine Woche vor der Eröffnung kommen soll. Die Übernahme der Post für die 3700 Einwohner ist nach einem Umbau der Einrichtung für Max Demling inzwischen stimmig: "Ich habe jetzt auch einen guten Platz in meiner Vinothek. Vorher hätte es das ganze Flair zerstört. Es war mir ein Graus, den gelben Block da reinzusetzen", sagt der Ästhet in ihm, der früher an gleicher Stelle mit Antiquitäten handelte.

Die Rezeption für das 90-Betten-Haus und die Vinothek, in der er hauptsächlich die Weine der Gebietswinzergenossenschaft (GWF) anbietet, seit der Randersackerer GWF-Winzerkeller geschlossen hat, sind eins. Und er hat sich inzwischen als "Späti" einen Namen gemacht, versorgt er doch nicht nur die Hotelgäste mit "allem, was man nach Feierabend noch braucht". "Das läuft super", sagt er über Getränke, Süß- und Knabberwaren. Die Post habe er mit Bedacht dazugenommen. "Dann kommen jetzt auch mal Leute, die sonst nicht in die Vinothek gegangen wären, weil sie denken, dass da alles teuer ist", begründet Demling seinen Entschluss. Hier setzt er auf den Mitnahme-Effekt und neue Kundschaft.

Die Poststelle wird alles rund um Briefe und Pakete anbieten – nicht jedoch Prepaid- und Postbank-Angelegenheiten und keine Postfachanlage. Vorerst wenigstens, schränkt der Geschäftsmann ein. Als "Späti" punktet er mit der Öffnungszeit: Montag bis Samstag von 13 bis 19 Uhr.

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