Hilpertshausen

Unterpleichfelder Rat stimmt der Errichtung von Photovoltaikflächen zu

Hilpertshausen mit seiner Dorfkirche St. Vitus. Auf der "Veiter" Gemarkung sollen ringsum auf fünf Flächen Freifeld-Photovoltaikanlagen gebaut werden.
Hilpertshausen mit seiner Dorfkirche St. Vitus. Auf der "Veiter" Gemarkung sollen ringsum auf fünf Flächen Freifeld-Photovoltaikanlagen gebaut werden. Foto: Irene Konrad

Der Gemeinderat Unterpleichfeld hat der Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Gemarkung Hilpertshausen/Rupprechtshausen zugestimmt. Es handelt sich um fünf verschiedene Teilstücke mit insgesamt rund 31 Hektar Fläche. Bauträger ist die Südwerk Projektgesellschaft mbH mit Sitz in Burgkunstadt im Landkreis Lichtenfels.

Für die oberfränkische Firma sind "fortschrittliche Solarparks der Schlüssel für eine nachhaltige und naturnahe Energieversorgung und die perfekte Lösung für eine grüne und regionale Stromproduktion". Ähnlich sehen es die komplette CSU-Fraktion sowie die drei Mitglieder der Ökologischen Liste/SPD im Unterpleichfelder Ratsgremium.

Der Dritte Bürgermeister Winfried Schraut (Ökologische Liste/SPD) sah das Photovoltaik-Vorhaben positiv und plädierte für die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung. Gemeinderätin Martina Wild (CSU) war für den Solarpark, "weil wir die Energiewende wollen". Und Ökolandwirt Benno Wörle "schluckt lieber die kleine Kröte, dass der Landwirtschaft mehr als 30 Hektar entzogen werden", weil er "weg von Kernkraft und Kohle will".

Landwirtschaftliche Flächen gehen nicht dauerhaft verloren

Für Michael Roos (Ökologische Liste/SPD) sind die Brachflächen unter den Photovoltaikmodulen "positiv für das Ökokonto der Gemeinde". Damit werde die Vielfalt der Natur gefördert. Außerdem könnten die Photovoltaikanlagen nach ihrer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren schnell wieder abgebaut werden. Die landwirtschaftlichen Flächen würden somit nicht auf Dauer verloren gehen.

Die acht Gemeinderäte der Freien Wähler bewerteten das Vorhaben komplett anders. Marco Apfelbacher und Heiko Schneider befürchten beispielsweise "ständigen Ärger bei der Verlegung der Wärmeleitung und Kabelführung entlang unserer Wege" und beharrten zumindest auf einer langen Gewährleistung. Die Dorfbewohner wären "von den Photovoltaik-Teilflächen wie eingekastelt" und die Gemeinde "hat nichts von den Flächen".

Gemeindekasse wird nicht belastet

Gemeinderat Gerold Kober bedauert, "dass es keine kommunalen, sondern private Flächen sind" und Georg Zimmermann stimmte dem Vorhaben nicht zu, weil damit "die ganze Landschaft zersplittert wird". Er sei zwar grundsätzlich für Photovoltaikanalgen, aber sie sollten eher an Autobahnen entlang, an Randgebieten oder noch besser auf Dachflächen gebaut werden. Einen Steuervorteil habe die Gemeinde übrigens "wohl erst nach 15 Jahren".

Mit 9:8 ging die Abstimmung zugunsten der Errichtung der Freifeld-Photovoltaikanalgen aus. Die Gegenstimmen kamen von den acht Freien Wählern im Gemeinderat. CSU-Fraktionssprecher Robert Wild war es wichtig, dass der Betreiber "zu einem gewissen Prozentsatz zur Beteiligung der Bürger verpflichtet wird". Das soll schriftlich fixiert werden.

Aufgrund des Beschlusses wurde Bürgermeister Alois Fischer ermächtigt, mit der Südwerk Projektgesellschaft einen Vertrag zu schließen. Er soll die Übernahme der Kosten von der Baufirma sowohl für die Erstellung des Bebauungsplans als auch für die Änderung des Flächennutzungsplans beinhalten. Die Gemeindekasse wird somit nicht damit belastet.

Zimmermann initiierte Unterschriftenliste

Gemeinderat Georg Zimmermann befürchtet die Zersiedelung der Landschaft und eine Beeinträchtigung der Dorfbewohner von Hilpertshausen und Rupprechtshausen so sehr, dass er kurz nach der Sitzung eine Unterschriftenliste initiierte. Er möchte mit Hilfe von Mitstreitern erreichen, dass der Gemeinderatsbeschluss zu den Solarparks noch einmal auf die Tagesordnung kommt und "hoffentlich wieder gekippt wird".

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