RÖTTINGEN

Unterricht für Mensch und Tier

Stallwächterin: Die englische Bulldogge Stella hat auf den ersten Blick zwar die Ruhe weg, die Reitsportanlage aber stets im Auge.
| Stallwächterin: Die englische Bulldogge Stella hat auf den ersten Blick zwar die Ruhe weg, die Reitsportanlage aber stets im Auge.

Es gibt so Einiges, was Turnierpferde und ihre Reiter gemeinsam haben: Beide benötigen eine solide Ausbildung sowie ein Mindestmaß an Talent, und beide können es nur mit kontinuierlichem Training zu etwas bringen. Davon sind Billy Boylen und ihr Lebensgefährte Joachim Englert überzeugt. Die beiden Reitlehrer wollen die Reitsportanlage am Gammertshof bei Röttingen neu ausrichten und setzen auf individuelle Ausbildung.

Pferde werden eingeflogen

Der Gammertshof ist eine weitläufige Anlage mit großen Stallungen, etwas außerhalb Röttingens im Grünen gelegen. Obwohl es den Hof schon seit vielen Jahren gibt, ist er relativ unbekannt geblieben. Denn ein gewöhnlicher Reitstall ist der Gammertshof bislang nicht gewesen. Hier betrieben die Dressurreiter Udo Lange und Christilot Boylen aus Kanada einen Sportstall für hochklassiges Reiten.

Christilot Boylen, die an mehreren Olympiaden und Weltmeisterschaften teilgenommen hat, wird auch in Zukunft zeitweise hier trainieren. Ihre wertvollen Sportpferde reisen zu diesem Zweck per Flugzeug an.

Christilots Tochter Billy Boylen möchte aber nun gemeinsam mit Joachim Englert den Stall auch für Freizeitreiter öffnen. Die beiden wenden sich insbesondere an Jugendliche. Sie wollen Menschen ansprechen, die den Reitsport zwar nicht als Profis, aber auf einem gewissen Niveau und mit Turnierambitionen betreiben wollen.

Deshalb sollen die Reitstunden auf dem Gammertshof anders aussehen als in anderen Reitställen. Anstatt mehrere Reitschüler auf Schulpferden gemeinsam zu unterrichten, wollen Boylen und Englert die jungen Reiter individuell schulen. Am besten mit dem eigenen Pferd, denn nur wenn Mensch und Tier aufeinander eingespielt seien, könne sich der Turniererfolg einstellen, sagen die beiden Reitlehrer.

Mit 5000 bis 10 000 Euro sei man für ein ordentliches „Normalpferd“ schon dabei, sagt Joachim Englert. Für viele Eltern pferdebegeisterter Kinder eine stolze Summe. Englert betont aber, dass auch weniger betuchte Familien ihre Kinder zum Reiten schicken könnten. „Da gibt es ganz verschiedene Modelle, zum Beispiel eine Reitbeteiligung“, sagt der Bereiter.

Natürlich muss nicht nur der Mensch lernen, wie man ein Pferd dirigiert. Auch das Tier benötigt Unterricht. Die Pferde müssen „beritten“ werden, also lernen, was Reiter von ihnen erwarten. Einige der zwölf Pferde, die derzeit auf dem Gammertshof leben, sind zu Ausbildungszwecken da.

Meist werden junge Pferde im Alter von vier Jahren „eingeschult“, mit sechs oder sieben Jahren wissen sie dann alles Nötige. Erfahrene Bereiter wie Billy Boylen und Joachim Englert erkennen im Laufe dieser Zeit, welches Tier sich als Turnierpferd eignet. Denn wie beim Menschen verteilt sich auch beim Pferd das Talent nicht gerecht auf alle.

Platz für 25 Pferde

Der Schwerpunkt der Ausbildung soll zunächst auf dem Spring- und Dressurreiten liegen. Später soll auch noch Vielseitigkeit hinzukommen. Wer auf dem Gammertshof mit einem eigenen Pferd trainieren will, erhält neben dem Reitunterricht Betreuung bei den Turnieren. Aber auch, wer als Freizeitreiter sein Tier nur in Pension geben und allein in der Landschaft ausreiten möchte, ist willkommen. 25 Pferde kann der Gammertshof beherbergen.

Haben ein neues Konzept für die Reitsportanlage am Gammertshof in Röttingen: Billy Boylen und Joachim Englert mit den Pferden Lanzaretta und Luder.
Foto: Claudia Schuhmann | Haben ein neues Konzept für die Reitsportanlage am Gammertshof in Röttingen: Billy Boylen und Joachim Englert mit den Pferden Lanzaretta und Luder.
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