Veitshöchheim

Veitshöchheimer Neubaugebiet Sandäcker offiziell eröffnet

Christina Feiler, Fraktionsvorsitzende, Bezirksrätin, Vorsitzende des Ortsverbandes VeitshöchheimHolger Keß, Stellvertr. FraktionsvorsitzenderGünter Thein. Vorsitzender des Ortsverbandes Veitshöchheim
Foto: Armin Genser | Christina Feiler, Fraktionsvorsitzende, Bezirksrätin, Vorsitzende des Ortsverbandes VeitshöchheimHolger Keß, Stellvertr. FraktionsvorsitzenderGünter Thein. Vorsitzender des Ortsverbandes Veitshöchheim

Nach 13 Jahren Planungszeit und etwa 1 1/2 Jahren Bauzeit zur Erschließung wurde jüngst das Baugebiet Sandäcker in Veitshöchheim eröffnet. 

In der Fraktion der Grünen, aber auch in der lokalen Agenda 21, sei das neue Baugebiet zum Teil kontrovers diskutiert worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Denn auf der einen Seite seien  Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen und darüber hinaus "erheblich versiegelt sowie zusätzlicher Verkehr auf einer der meistbefahrenen Kreisstraßen Bayerns geschaffen" worden. Auf der anderen Seite habe man in einem Bereich der bereits vollständig durch die Wohnhäuser der Gartensiedlung und durch die Gewerbehallen des Industriegebietes quasi als Innenbereich umbaut ist, neuen Wohnraum geschaffen, ohne die freie Landschaft weiter zu zerfransen. Auch habe sich durch die gemeindlichen Flächen die Chance geboten, Areale für einkommensorientierten Wohnraum anzubieten.

Man habe die Hoffnung gehabt, "nachhaltige Aspekte eines zukunftweisenden Bauens" entwickeln zu können. Dies sei leider nicht gelungen. Die erwarteten Anregungen für ein regeneratives Bauen, das unter anderem eine solare Ausrichtung der Gebäude, gemeinschaftliche Energieerzeugung über den Zusammenschluss von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpenkonzepte oder Kraft-Wärme-Kopplung, aber auch eine übergreifende Regenwasserbewirtschaftung zur Grundwassersicherung erfasst, gebe es nicht. Gerade im Bereich der Regenwasserbewirtschaftung werde "durch unzeitgemäßes Denken und Handeln vor Ort zurückhaltbares, versicker- oder verdunstbares Wasser weiterhin direkt den Abwasserkanälen zugeleitet. Somit werden die damit verbundenen Kosten der Allgemeinheit auferlegt und nicht, wie es aufgrund des Verursacherprinzips sinnvoll wäre, am Entstehungsort eingepreist", heißt es in der Pressemitteilung.

Einzig überproportional angelegte Grünflächen als positiv bewertet

Einzig die im Vergleich zu anderen Baugebieten überproportional angelegten Grünflächen können hier positiv vermerkt werden. Allerdings müsse man auch hier einschränkend hinzufügen, handele es sich hierbei zu einem nicht geringen Teil um Ausgleichsflächen, die sich als ohnehin unzureichende Kompensation des in die Natur erfolgten Eingriffs ergäben. Auch zeichne sich schon heute ab, dass angesichts der aktuellen Höhe der Grundstückspreise die Idee eines einkommensorientierten Wohnungsbaus kaum mehr zu realisieren sein werde.

Beratung und Vermittlung des Klimaschutzmanagers angeregt

Angesichts dieser "ernüchternden Bilanz", wie es in der Mitteilung heißt, plädieren die Grünen dafür, dass zumindest die weitere Entwicklung des Baugebiets durch die Kommune so begleitet wird, dass Klimaschutzbestrebungen, naturnahe Gartengestaltungen und andere umweltschonende Privatinitiativen, wie durch die Beratung und Vermittlung des Klimaschutzmanagers, initiiert werden können. Gleiches gilt für den Verkehr: Künftige Konzepte des öffentlichen Personennahverkehrs müssten über den Tisch des Klimaschutzmanagers laufen und eine Verminderung des innerörtlichen motorisierten Individualverkehrs zum Ziel haben. Die Grünen wollen zudem, dass die naturnah belassenen Flächen im Neubaugebiet Sandäcker auch in Zukunft erhalten werden.

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