Würzburg

Verein: Warum in Würzburg ein Literaturhaus fehlt

Die Literaturhaus AG setzt sich für ein Haus der Begegnung für Literaturschaffende und -konsumenten ein. Elena Riedel erzählt, warum das für die Szene so wichtig ist.
Wenn es nach den Wünschen der Literaturhaus AG geht, soll in Würzburg ein Literaturhaus entstehen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.
Wenn es nach den Wünschen der Literaturhaus AG geht, soll in Würzburg ein Literaturhaus entstehen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Foto: Jan Woitas, dpa

Ein Ort für Autoren und Literaturinteressierte, für Lesungen, Begegnungen und Projekte – das ist die Vision der Literaturhaus AG. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Am vergangenen Mittwoch haben die Mitglieder der AG den Literaturhaus-Verein gegründet. Im Interview erzählt Vereinssprecherin Elena Riedel, warum das ein wichtiger Schritt für die Szene war und wie es nun weitergeht.

Elena Riedel ist Sprecherin des neugegründeten Literaturhaus-Vereins.
Elena Riedel ist Sprecherin des neugegründeten Literaturhaus-Vereins. Foto: Literaturhaus-Verein
Frage: Warum wünschen Sie sich ein Literaturhaus für Würzburg?

Elena Riedel: Da gibt es viele Gründe. Die Literatur ist neben den anderen Kunstformen aktuell noch unterrepräsentiert, obwohl die Szene sehr lebhaft und bunt ist. In der Musik gibt es zum Beispiel das Mozartfest als Leuchtturmprojekt. In der Literatur dagegen sind es viele kleine Akteure, die – salopp gesagt - vor sich hin werkeln, aber kein Sprachrohr und keinen Anlaufpunkt haben. Außerdem fehlt der Szene eine vereinte Öffentlichkeitsarbeit, einer Vertretung nach außen, genauso wie ein Ort, an dem man sich treffen und sich austauschen kann.

War deshalb auch die Gründung des Literaturhaus-Vereins so wichtig?

Riedel: Ja, dadurch haben wir jetzt eine Form, in der wir richtig aktiv werden können. Vorher hatten wir eine lose Gruppe an Leuten aus der Szene, aber so konnten wir eben weder Fördermittel beantragen, noch ein Veranstaltungsprogramm auf die Beine stellen. Wir waren ja niemand. Durch die Vereinsgründung haben wir jetzt einen offiziellen Rahmen und auch eine Struktur nach innen mit Vorstand und Mitgliedern.

Wie geht es weiter in Richtung Literaturhaus?

Riedel: Der nächste große Schritt ist es, Mitglieder zu werben. Dafür arbeiten wir gerade auch an einer Veranstaltungsreihe für Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres. Außerdem ist es uns wichtig, alle Akteure der Szene auch mit ins Boot zu holen. Das sind verschiedene Autorenvereine, aber auch die Stadtbücherei, Buchhändler und alle anderen, die mit Literatur zu tun haben.

Das Leitungsteam des neugegründeten Vereins Literaturhaus Würzburg (von links): Regina Frisch, Andreas Arnold, Belinda Haas, Elena Riedel, Andreas Peter und Marie Fenzl.
Das Leitungsteam des neugegründeten Vereins Literaturhaus Würzburg (von links): Regina Frisch, Andreas Arnold, Belinda Haas, Elena Riedel, Andreas Peter und Marie Fenzl. Foto: Literaturhaus-Verein
Gibt es mittlerweile schon Pläne, wo das Literaturhaus einmal unterkommen könnte?

Riedel: Wir sind da noch ganz am Anfang. Eine Immobilie, das ist eine Vision, die gerade aber noch sehr weit weg ist. Kulturräume fehlen in der Stadt ohnehin an allen Ecken und Enden. Wir sind grundsätzlich total offen. Es war immer wieder mal ein ganzes Kulturareal im Gespräch, auf dem gemeinschaftlich Räume genutzt werden können. Auch das wäre für uns eine Möglichkeit.

Würzburger Anthologie zur Corona-Pandemie

Kurzgeschichten, Essays oder Gedichte – die Literaturhaus AG ruft Autoren aus Würzburg und Region auf, unveröffentlichte Texte mit Bezug zur Corona-Pandemie einzureichen. Aus den Einsendungen wählt eine fünfköpfige Jury zehn Texte für die Anthologie "Mainzeit 2020. Schreibfluss oder Stillstand?" aus, die online veröffentlicht werden. Die Autoren bekommen ein Preisgeld von 150 Euro. Einsendeschluss ist der 31. August. Die Teilnahmebedingungen finden sich online unter literaturhaus-wuerzburg.de/index.php/schreiben.
Quelle: Literaturhaus AG

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