WÜRZBURG-LAND

Vereinsmeierei ist gesund

Wenn es ums Ehrenamt geht, ist der Landrat kaum noch zu bremsen. So ist es nicht verwunderlich, wenn er in diesem Zusammenhang von einer „genialen Idee“ spricht. Damit meinte er die Gemeinschaftsaktion von Main-Post, der Sparkasse Mainfranken und der Servicestelle „Sport“ des Landkreises, erstmals auch im Landkreis Würzburg aus den Sportvereinen den „Vorstand des Jahres 2013“ und zwei „gute Seelen“ auszuzeichnen.

In einer Feierstunde im Landratsamt wurden die Auserkorenen geehrt. In der Kategorie „Vorstand des Jahres“ hatte sich die Jury aus vielen Bewerbungen für das Führungsteam des TSV Thüngersheim entschieden. Eugen Öhrlein (SG Margetshöchheim) und Hugo Röder (TSV Eisingen) wurden – ebenfalls neben vielen anderen – als „gute Seelen im Verein“ geehrt.

Landrat Eberhard Nuß war einst 20 Jahre Vorsitzender des SV Bergtheim und weiß, wovon er spricht. Idealisten seien das, die den Verein tragen: „Sie geben der Gesellschaft mehr als sie nehmen,“ so Nuß und ermunterte alle, „dranzubleiben“. Sponsor dieser Aktion ist die Sparkasse Mainfranken, Nutznießer in diesem Jahr der TSV Thüngersheim. Dessen Kassier kann sich nun über 1000 Euro mehr auf dem Vereinskonto freuen. Philosophie solcher Aktionen sei, sinnvolle Projekte zu unterstützen, erläuterte Sparkassen-Gebietsdirektor Burkhard Ziegler.

In zwölf Punkten zeichnete Laudator Anton Sahlender, Mitglied der Main-Post-Chefredaktion, den Ideal-Vorstand auf. „Vereinsmeier-Dasein ist gesund, und wenn es nur der eigenen, sportlichen Kinder zuliebe ist,“ lautete einer der Kernsätze.

Er bezeichnete seine Aufzählung als eine Würdigung, die dazu beitrage müsse, dass „Mitglieder ihre Vereins-Vorstände stets respektvoll und pfleglich behandeln sollen“. Jeder, der sich im Verein engagiere, fördere das Gemeinwohl für Land und Leute, für ein freiheitliches Staatswesen. „Und zu dem gehören gerade in unserem Land die Vereine.“

Damit leitete Sahlender zum Turn- und Sportverein Thüngersheim über. Es müsse eine pure Freude sein, in diesem Vorstand mitzuwirken. In diesem Gremium träfen wohl alle der vorher genannten zwölf Punkte zu. 2012 gewählt, wurde 2013 für die relative junge Führung ein spannendes Jahr: der Bau der Gemeinschafts-Sporthalle, in den die TSV-Mitglieder im eigenen Wirkungsbereich 3000 Arbeitsstunden eingebracht haben. Zum Zukunftskonzept gehöre unter anderem ein Fitness-Studio mit ausgebildeten Übungsleitern. Und keine Frage: „Der TSV wächst, und jeder fünfte Thüngersheimer ist schon Mitglied,“ so Sahlender.

Es gibt aber auch noch andere Spezies in Vereinen, die viele kleine Tätigkeiten und Selbstverständlichkeiten „still und leise“ erbringen, wie es eingangs auch Landrat Nuß formulierte. Das sieht auch Ladautor Sahlender so. „Auch andere, die nie im Rampenlicht stehen, geben ihre Zeit für den Verein.“ Viele kleine Tätigkeiten und Selbstverständlichkeiten würden von den sogenannten „guten Seelen im Verein“ still und leise erbracht – beispielsweise wie Eugen Öhrlein und Hugo Röder das seit Jahrzehnten tun. Beide jagten von klein auf dem runden Leder nach, wuchsen zu Männern heran, die zupacken konnten. Arbeit gab's seinerzeit schon reichlich, und das hat sich bis heute nicht geändert.

Der 80-jährige Eugen Öhrlein und sein zehn Jahre jüngerer Sportsfreunde Hugo Röder – er ist zudem noch Vorsitzender – haben sich als „gute Seelen“ im Verein unentbehrlich gemacht. „Sie erledigen Dinge, ohne die nichts funktioniert.“ Sie würden gebraucht, seien unverzichtbar. Anton Sahlender: „Für sie ist diese Ehrung geschaffen.“

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