Gaukönigshofen

Viele offene Fragen zum Bürgerwindprojekt

Um ein mögliches Windkraftprojekt mit Bürgerbeteiligung ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Gaukönigshofen. Frederik Stier und zwei weitere Mitarbeiter der Unternehmung AlphaOmegaGreen gaben Erläuterungen zu dem Windpark, der am östlichen Ende des Gemeindegebiets an der Grenze zur Ochsenfurter Gemarkung entstehen könnte.

Die drei jungen Männer überschütten ihre Zuhörerschaft in kürzester Zeit mit Informationen zur Entstehungsgeschichte und bisherigen Projekten ihres Unternehmens, weiterhin mit Daten zur möglichen Anzahl, Leistungsfähigkeit und Größe verschiedener Anlagentypen, die in Frage kommen könnten. Die meisten Ratsmitglieder schienen etwas überfordert mit der Informationsfülle und so gab es viele offene Fragen.

Nach Aussagen der Referenten stehe die Gemeinde und die Beteiligung der Bürger im Vordergrund. Ihrer Meinung nach könnte der aktuelle Strombedarf der Gemeinde aus Windkraft gedeckt werden. Es könnte ein Bürgerenergiekonzept angewandt werden, wie es schon in Uffenheim funktioniere. Eine Genossenschaft wäre denkbar, die direkten Zugang zum erzeugten Strom haben könnte. Zusätzlich käme auch Geld in die Gemeindekasse.

Am vorgesehenen Standort könnten zwei Windräder in Frage kommen. Sie wären wegen der vorhandenen großen Fläche im Einklang mit der in Bayern geltenden 10-H-Regel möglich. Die besagt, dass der Abstand der Windkraftanlage zur nächsten Wohnbebauung mindestens das Zehnfache ihrer Höhe betragen muss. Um zu einer möglichst schnellen Verwirklichung zu kommen, werde angestrebt, so zu bauen, dass die Gemeinde dafür keinen eigenen Flächennutzungs- und Bebauungsplan aufstellen muss, sondern dass das Projekt als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich behandelt werden könnte.

Ein aufwendiger Punkt bei der Planung wäre der Vogelschutz, da im betreffenden Gebiet viele Arten vorkommen. Die Bedingungen der Umweltverträglichkeitsprüfung müssten erfüllt werden. Eine zeitweise Abschaltung aus Gründen des Vogelschutzes wäre denkbar.

Zur Optik führten die Firmenvertreter aus, dass die Anlagen so gestellt werden könnten, dass niemand beide Windräder gleichzeitig sehe. Und vom Maintal aus wären sie nicht wahrnehmbar.  

Ratsmitglied Matthias Düchs wünschte aber eine aussagekräftige bildliche Darstellung und machte darauf aufmerksam, dass die Region Unterfranken als "windarm" gelte. Die hauptsächliche Frage aus dem Gremium war, welche Rolle die Gemeinde und die Bürger bei dem Ganzen spielen sollen. "Was erwartet Ihr von der Gemeinde und was müssen wir tun?" So lautete die Frage von Stefan Rettner.

Norbert Roth wollte wissen, ab wann Kosten für die Gemeinde entstehen. Wie die Bürger eingebunden werden könnten, dafür hätte er gerne vorhandene Beispiele aufgezeigt bekommen. Wegen der Komplexität des Themas schlug er eine Sondersitzung vor. Esther Pfeuffer möchte erst einmal die Bereitschaft bei den Bürgern zu einem Gemeinschafts-Windkraftprojekt erkunden.

Bürgermeister Johannes Menth sagte: "Wir wollen nicht gegen die Mehrheit der Bürger etwas entscheiden." Der Gemeinderat folgte dann seinem Vorschlag und nahm den Vortrag "wohlwollend zur Kenntnis."

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