Bad Windsheim

Virtuelle Ausstellungseröffnung im Fränkischen Freilandmuseum

Waschtag auf dem Bauernhof um 1935.
Waschtag auf dem Bauernhof um 1935. Foto: Wilhelm Nortz

Am Freitag, 1. Mai, wagte das Fränkische Freilandmuseum des Bezirk Mittelfranken aufgrund der aktuellen Schließung wegen Corona zum ersten Mal in der Museumsgeschichte eine rein digitale Ausstellungseröffnung. Das Freilandmuseum startete die große Jahresausstellung "Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene auf dem Land" per Video auf Instagram und Facebook. Auch über die Website des Museums gelangt man dorthin, heißt es in einer Pressemitteilung.

Lieferschwierigkeiten bei Desinfektionsmitteln. Wir alle lernen gerade wieder neu, wie wichtig Händewaschen ist. In Zeiten des Coronavirus ist jeder Einzelne gefragt, durch persönliche Hygiene seinen Betrag zur Eindämmung der Gefahr zu leisten. Wie die neue Idee der Hygiene das Leben der Menschen seit den 19. Jahrhundert tiefgreifend veränderte und verbesserte, erzählt die neue Jahresausstellung des Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken.

"Nicht nur sauber, sondern porentief rein" muss es sein – vielen klingt dieser Slogan, mit dem die Werbefigur Klementine seit Ende der 1960er Jahre ein Waschmittel anpries, noch in den Ohren. Obwohl heutzutage völlige Keimfreiheit gar nicht mehr als wünschenswert gilt, versprechen zahlreiche Produkte weiterhin das ultimative Wohlgefühl in einem blütenreinen Zuhause.

Lisa Baluschek von der Pressestelle des Museum filmt die virtuelle Ausstellungseröffnung mit stellvertretender Museumsleiterin Dr. Beate Partheymüller, Museumleiter Dr. Herbert May und wissenschaftlichem Volontär Felix Schmieder M. A.
Lisa Baluschek von der Pressestelle des Museum filmt die virtuelle Ausstellungseröffnung mit stellvertretender Museumsleiterin Dr. Beate Partheymüller, Museumleiter Dr. Herbert May und wissenschaftlichem Volontär Felix Schmieder M. A. Foto: Margarete Meggle-Freund

In der Ausstellung, die die Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Freilichtmuseen erarbeitet hat, führen Exponate und historische Fotografien vor Augen, wie rasch die auf Erkenntnissen der Bakteriologie beruhende moderne Vorstellung von Hygiene im 19. Jahrhundert auch auf dem Land wirksam wurde, egal ob in Form der Körper-, Kleider- und Lebensmittelhygiene oder als Seuchenbekämpfung im Stall.

Präsentiert werden sowohl jene Dinge, die sauber gehalten werden sollten, als auch Hilfsmittel und Werkzeuge zur Steigerung der Sauberkeit: Das reicht von Waschbrett und Teppichklopfer über Bürsten und Besen bis hin zu Rasierapparat und Seife. Eine Schlüsselrolle bei der praktischen Umsetzung der Hygiene kam den Frauen zu: Eine verbesserte Bildung, zum Beispiel auf den Landwirtschaftsschulen, machte sie zu Botschafterinnen der neuen Ideen.

Den Anspruch "Sauberkeit zu jeder Zeit" haben besonders die Frauen geradezu verinnerlicht. Nach der virtuellen Eröffnung wird die Ausstellung auch für alle Interessierten von zu Hause aus mit einem Rundgang auf der Webseite des Museums www.freilandmuseum.de zu sehen sein. Nach Freigabe der Regierung soll sie auch bald real im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim zu erleben sein.

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