Leinach

Virus an die Kette gelegt

In Ketten gelegt wurde das Corona-Virus symbolisch des Ortes verwiesen durch einen mutigen Faschingsnarren, der damit das Leinachtal von der lästigen Plage befreien wollte.
Foto: Herbert Ehehalt | In Ketten gelegt wurde das Corona-Virus symbolisch des Ortes verwiesen durch einen mutigen Faschingsnarren, der damit das Leinachtal von der lästigen Plage befreien wollte.

Ob die abgewandelte Form einer jahrzehntelangen Faschingstradition aus dem Leinachtal Erfolg hat, wird sich erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen: wenn sich hoffentlich die Zahl der Infektionen mit Covid-19 und seinen Mutationen nach unten bewegt.

Ohne Saal-Fasenacht und Altweiberfasching musste das Narrenvolk bedingt durch die Pandemie auch im Leinachtal in dieser Session schweren Herzens auf ein wesentliches Stück Kultur und Brauchtum verzichten. Und auch der seit mehr als drei Jahrzehnten stets am Rosenmontag durch den Ort getriebene Strohbär, mit dem symbolisch der Winter ausgetrieben wird, blieb eingesperrt. Üblicherweise daran beteiligt ist daran alljährlich eine Gruppe von bis zu 40 verkleideten Narren, die bei ihrem Marsch durch die Straßen in den Häusern verköstigt werden.

Weil selbst nicht einmal zum gewöhnlichen Höhepunkt der Narretei keinerlei Faschingstreiben möglich war, nahmen am Faschingssonntag zwei erfahrene Narren all ihren Mut zusammen, um die lästige Ursache des tristen Daseins zu beseitigen. Statt des traditionell durch den Ort getrieben Strohbärs wurde das Corona-Virus des Leinachtals verwiesen.

Das Virus an die Kette gelegt, führte ein maskierter Narr im üblichen Domino-Kostüm die Ursache allen Übels aus dem Ort, um ihn zwischen Leinach und Greußenheim, in freier Natur festgekettet, bei grimmiger Kälte seinem Schicksal zu überlassen.

Nach vollbrachter Mission äußerte der Narr nach Rückkehr in den Ort keinerlei Interesse, den "Corona-Austrieb" im nächsten Jahr wiederholen zu wollen. Dann sollen wieder der bekannte Strohbär und maskierte Narren wieder die Straßen im Leinachtal ungehindert und vor allem uneingeschränkt bevölkern.

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