Zell

Vom Blühflächenkonzept über Trinkwasser bis zum Kirchturm

Die Zeller Ortsmitte mit dem Gasthaus "Zur Rose" und dem Turm der Pfarrkirche St. Laurentius.
Foto: Jörg Rieger | Die Zeller Ortsmitte mit dem Gasthaus "Zur Rose" und dem Turm der Pfarrkirche St. Laurentius.

In Zell gehen die Uhren bisweilen anders. Die Turmuhr der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius steht seit einer der letzten Zeitumstellungen still. Jeder, der schon mal ein solches Turmuhrwerk von innen gesehen hat, weiß, dass sich so etwas nicht im Handumdrehen beheben lässt. Das Zeller Rathaus hat nun eine Lösung gewählt, bei dem die Turmuhr mit einer Vorrichtung von außen repariert wird. Hierfür will man die Zeit nutzen, wenn die enge Hauptstraße ohnehin gesperrt ist.

Vom 2. November bis voraussichtlich 13. November – und damit noch vor dem Winter – wird die Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH diverse Wasserrohrbrüche, die offenbar zwischen Hydranten und Häusern aufgetreten sind, beheben. In dieser Zeit kann auch der Busverkehr den Altort nicht befahren. Die Wasserversorgung war auch noch an einer anderen Stelle ein Thema in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates.

Demnach erhöhen die Würzburger Stadtwerke den Trinkwasserpreis zum 1. Januar 2021 von bisher 1,96 Euro pro Kubikmeter um 8 Cent auf 2,04 Euro. Das ist eine Steigerung um knapp 4,1 Prozent, den die Gemeinde weitergibt. Der alte Preis galt seit Anfang 2011. Der Grund für die Erhöhung sind gestiegene Kosten für die Trinkwassergewinnung. Bürgermeister Joachim Kipke (Zeller Mitte) wies in seinem Sachvortrag daraufhin, dass der neue Preis noch immer deutlich unter dem Wert der übrigen Stadtwerke-Kunden liegt (2,41 Euro je Kubikmeter).

Gegenstimmen beim Jahresantrag 2021

Nicht einstimmig verabschiedet worden ist der Jahresantrag 2021 für die Städtebauförderung mit der Bedarfsmitteilung. Allen voran die Grünen-Räte forderten eine ausführliche Diskussion über die einzelnen Projekte – und nicht nur, dass "die bisherige Liste abgearbeitet wird. Wollen wir, dass Dinge nur passieren oder gehen wir irgendwann ins Agieren?", fragte etwa Martin Küpper, der auch eine Überblick über den aktuellen Stand der einzelnen Maßnahmen vermisste.

Die Vertreter der Fraktion CSU/Freie Zeller Bürger, die als einzige in der Sitzung vollzählig anwesend waren, hätten sich zwar auch ein anderes Vorgehen gewünscht, stimmten dem Antrag aber aufgrund des engen Zeitrahmens zu. Fraktionssprecher Ralf Geisler unterstrich zudem, dass sich der alte Gemeinderat zu einzelnen Maßnahmen viele Gedanken gemacht hat und durch eine Wahl nicht alles auf null gestellt werde. Der Antrag geht also in der vorgelegten Form an die Regierung von Unterfranken. Diese hat offenbar bereits signalisiert, dass das Beschilderungskonzept und der Rahmenplan für das Mainvorland höchste Priorität genießt.

Doch gerade bei letzterem bestehen im Rat Zweifel, ob die Umgestaltung des Mainufers in Corona-Zeiten dringlich ist. Weitere Punkte auf der Bedarfsplanung sind angedachte öffentliche Parkplätze am Ortseingang Süd und in der Fahrstraße, Häusersanierungen in der Hauptstraße sowie das Schaffen eines Stollenvorplatzes mit Ausstellung.

Kommunale Allianz Main-Wein-Garten vorgestellt

Darüber hinaus stellte Felicitas Kempf in der Sitzung die Kommunale Allianz Main-Wein-Garten, abgekürzt mit ILEK, vor. "Komplexe Aufgaben lassen sich häufig nicht mehr auf kommunaler Ebene lösen", sagte die Allianz-Managerin. Daher sei es wichtig, Fähigkeiten zu bündeln und ein starkes Netzwerk zu bilden. Hinter dieser ILEK stehen acht Kommunen, darunter Zell, in zwei Landkreisen – Würzburg und Main-Spessart. "Wir haben uns bewusst für einen Verein entschieden, um komplett losgelöst von einer Gemeinde zu sein", erklärte Kempf.

Derzeit stehe man am Ende der Zwischenevaluation, die für die nächste, vierjährige Förderperiode notwendig ist. Die 111 ILEKs in Bayern werden vom Amt für ländliche Entwicklung unterstützt. Die Geographin ging auch auf anstehende Maßnahmen ein. Dazu zählt ein Blühflächenkonzept, mit dem sich bereits das Büro Team 4 aus Nürnberg beschäftigt. Gemeindliche Flächen sollen hierbei zu neuem Glanz erstrahlen. Die acht Bauhöfe könnten mithilfe der ILEK künftig stärker zusammenarbeiten. Darüber hinaus werden auch Kleinprojekte in den einzelnen Gemeinden gefördert.

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