Hausen

Wärmeversorgung des neuen Baugebiets im Rat

Aktuelle Tiefbauarbeiten beim neuen Baugebiet 'Am Seebach' in Rieden: Ob es mit einer effektiven Kaltwärmeversorgung und Erdwärme-Sonden auf jedem Bauplatz erschlossen wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden.
Aktuelle Tiefbauarbeiten beim neuen Baugebiet "Am Seebach" in Rieden: Ob es mit einer effektiven Kaltwärmeversorgung und Erdwärme-Sonden auf jedem Bauplatz erschlossen wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden. Foto: Irene Konrad

Christoph Vögerl arbeitet beim wissenschaftlich-neutralen "Institut für Energietechnik". Dieses Institut mit Sitz in Amberg in der Oberpfalz entwickelt Strategien und Systeme für eine nachhaltige und umweltfreundliche Energieversorgung. Im Hausener Gemeinderat stellte Energieberater Vögerl eine Vergleichsberechnung von sechs Varianten für das neue Wohnbaugebiet "Am Seebach" im Ortsteil Rieden vor.

Schon in den letzten zwei Jahren hat sich der Gemeinderat mit der Wärmeversorgung des neuen Baugebiets beschäftigt. Insgesamt sind auf dem 8,68 Hektar großen Geltungsbereich 67 Baugrundstücke geplant. Sie sind jeweils etwa 700 Quadratmeter groß und haben damit für heutige Verhältnisse eine relativ große Grundfläche. Im aktuellen Bauabschnitt werden davon 26 erschlossen.

Junge Variante

Energieberater Vögerl ging bei den Vergleichen verschiedener Wärmequellen wie Heizöl, Flüssiggas, Luft-Wärmepumpen oder einer Pelletsheizung vor allem auf die noch junge Variante "Sole-Wasser-Wärmequelle mit Erdsonde" ein. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind und Probebohrungen erfolgreich waren, könnten die Hausener sämtliche Bauplätze mit Erdsonden ausstatten.

Vor zwei Jahren hat sich der damalige Gemeinderat über das System des so genannten "Kaltwärmenetzes" informiert. Im April 2018 hatte die Unterfränkische Überlandzentrale eG (ÜZ) die Hausener darauf hingewiesen, dass sie nach dem Energieatlas Bayern die oberflächennahe Geothermie nutzen können. Mittels Wärmepumpe sind die Beheizung und Kühlung eines Gebäudes sowie die Warmwasserbereitung möglich.

Beim System des "Kaltwärmenetzes" ist pro Bauplatz ein Bohrloch von circa 40 bis 70 Meter Tiefe für zwei Sonden nötig. Die Kosten hierfür müssten bei den Bauplatzpreisen berücksichtigt werden. Eine gemeinsame Wärmeversorgung ist in der Gemeinde nicht neu. In der Vergangenheit gab es beispielsweise zentrale Flüssiggas-Versorgungen.

Für Energieberater Vögerl bringt das gemeinsam erschlossene Wärmesystem Vorteile für die Bauherren. Sie hätten mit dem Kauf ihres Bauplatzes eine ökologische und erneuerbare Energiequelle, die sie nutzen können. Erdwärmepumpen auf dem Grundstück seien eine gute Alternative zu den vielen Luftwärmepumpen, die in Neubaugebieten oft vor den Häusern zu finden seien.

Für seine "fundierte und sehr hilfreiche Darstellung" bekam Ingenieur Vögerl dankbaren Applaus der Mitglieder des Gemeinderats und der Gäste. In einer seiner nächsten Sitzungen will das Ratsgremium eine Entscheidung zur oberflächennahen Geothermie mittels Erdsonden fällen. Bürgermeister Bernd Schraud will bis dahin ein konkretes Angebot zur Realisierung einholen.

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