Würzburg

Waldbesitzer aufgepasst: Borkenkäfer schwärmt aus

Borkenkäfer Ips typographus, bekannt als Buchdrucker.
Borkenkäfer Ips typographus, bekannt als Buchdrucker. Foto: Rudolf Vornehm

Im Landkreis Würzburg ist in den nächsten Tagen wieder mit Schwärmflug des Borkenkäfers zu rechnen. Die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Würzburg appellieren deshalb in einer Pressemitteilung an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, in den kommenden Wochen gründlich zu kontrollieren, ob ihre Fichten befallen sind.

"Zwar sind im Landkreis Würzburg in den vergangenen beiden Jahrzehnten bereits ein nen-nenswerter Anteil der Fichten, meist wegen des Borkenkäfers, gefällt worden", erklärt Antje Julke, Abteilungsleiterin Forsten am AELF Würzburg. Dennoch müsse, was zu retten ist, auch versucht werden zu retten, so Julke weiter.

Vom Borkenkäfer befallene Stämme müssen in dieser Situation rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden. Zudem sei es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Diese sogenannte "saubere Waldwirtschaft" ist laut Julke die einzig wirksame und bewährte Methode, um weiteren Befall an Fichten zu verhindern, die auch größere Waldbereiche mit Fichten zum Absterben bringen kann.

Beratung und Unterstützung bei der Bekämpfung bieten neben den Förstern des AELF auch die Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg.

Kurzvideos über die Symptome

Wie die Symptome eines Borkenkäferbefalls aussehen und was dann zu tun ist, wird erstmals auch in zwei Kurzvideos der Bayerischen Forstverwaltung erklärt. Die typischen Merkmale sind gut erkennbar: Frischer Befall zeigt sich durch braunes Bohrmehl, das aussieht wie Schnupftabak. Es sammelt sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation. In der Folge färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. In solchen Fällen ist es laut Julke wichtig, auch benachbarte Bäume intensiv zu untersuchen.

Da die Bekämpfung des Borkenkäfers und der Erhalt der Wälder im Interesse der gesamten Gesellschaft liegen, unterstützt die Staatsregierung die Waldbesitzer bei dieser großen Her-ausforderung mit erheblichen finanziellen Mitteln. "Und darüber hinaus stehen unsere Revierförster jedem bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite", ergänzt  Julke.

Infos zum Borkenkäfer gibt es unter http://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/065609/index.php und Detailinfos zur Borkenkäferbekämpfung, zu den Fördermöglichkeiten und den Ansprechpartnern gibt es unter www.aelf-wu.bayern.de. Hier finden sich auch die beiden neuen Video-Tutorials.

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