Giebelstadt

Warum die Giebelstädter Handballer mit Klopapier jonglieren

Während der Corona-Zwangspause sind viele Vereine in den sozialen Medien aktiv. So auch die Handballer der SPVGG Giebelstadt – mit ihrem Video zur "Klopapier-Challenge".
Jonglieren mit Klopapier: Innerhalb von nur 48 Stunden haben die Handballer der SPVGG Giebelstadt einen originellen Film für die 'Klopapier Challenge' im Internet gedreht.
Foto: Screenshot/Julian Michel | Jonglieren mit Klopapier: Innerhalb von nur 48 Stunden haben die Handballer der SPVGG Giebelstadt einen originellen Film für die "Klopapier Challenge" im Internet gedreht.

48 Stunden Zeit, um einen Film, der sich um eine Rolle Klopapier dreht, zu erstellen: Das sind die Vorgaben für die sogenannte „Klopapier“-Challenge, die gerade unter Sportlern in den sozialen Netzwerken kursiert. Auch die Handballer der SPVGG Giebelstadt haben mit einem originellen Video bei dem Wettbewerb mitgemacht.

Seit der Handballer Julian Michel das Video vor einigen Wochen auf Youtube hochgeladen hat, wurde es über 1500 Mal geklickt. In 22 Szenen setzen die Darsteller, darunter die erste Handball-Herrenmannschaft der SPVGG Giebelstadt, Teile der zweiten Herrenmannschaft, Nachwuchs-Handballer, Freunde der Sportler und ein Sponsor des Vereins, auf unterschiedlichste Art und Weise den Star des Films in Szene: eine Rolle Klopapier – kurioses Symbol der Corona-Krise.

Video

Die Herausforderung: ein Filmdreh in nur 48 Stunden

Wer von einer anderen Mannschaft für die Klopapier-Challenge nominiert wird, hat gerade mal 48 Stunden Zeit, um ein möglichst kreatives Video rund um die Rolle Toilettenpapier zu drehen. „Wir haben über unsere WhatsApp-Handballer-Gruppe von der Nominierung durch die Handballer der TG Höchberg und unserer Fußballabteilung erfahren. Daraufhin hat jeder, der Zeit und Lust hatte, etwas gefilmt und mir geschickt“, erzählt Julian Michel, der die einzelnen Szenen des Videos koordiniert und zum fertigen Film zusammengeschnitten hat. Der Handballer, der als freiberuflicher Informationsdesigner arbeitet, empfand vor allem die 48-Stunden-Frist als herausfordernd: Für die Dramaturgie und die Suche nach passender Musik für das Video sei wenig Zeit gewesen. 

Die Handlung des Films ist schnell erzählt: Ein Handballer sitzt auf der Toilette und benötigt Klopapier. Auf seinen Anruf an einen Vereinskollegen hin, setzen sich alle anderen Akteure in Bewegung, um eine Rolle auf den Weg zu schicken: Das Klopapier wird durchs Fax gejagt, zum Jonglieren und als Flaschenöffner, Tennisball oder Trainingsobjekt benutzt. 4.25 Minuten verfolgt man als Zuschauer die Rolle Klopapier, die auf originelle und zum Teil akrobatische Art und Weise in der Luft gehalten wird und fühlt sich dabei gut unterhalten.

Die erste Herrenmannschaft der Handballer des SPVGG Giebelstadt (Stand: September 2019): Julian Michel mit Trikot-Nummer 21 und Trainer Till Kreisel (Nr. 6).
Foto: Julian Michel | Die erste Herrenmannschaft der Handballer des SPVGG Giebelstadt (Stand: September 2019): Julian Michel mit Trikot-Nummer 21 und Trainer Till Kreisel (Nr. 6).

Zusammenarbeit als Team wichtig

Neben Unterhaltung und Spaß geht es den Machern des Videos noch um etwas anderes: „Wir wollten trotz der aktuellen Beschränkungen als Mannschaft etwas zusammen unternehmen und den Fans und Freunden auch außerhalb der Halle sportliche Unterhaltung bieten“, sagt Julian Michel, der in der 1. Herrenmannschaft im linken Rückraum spielt. Er sieht in der Aktion Parallelen zum Handball: „Die Klopapierrolle als Symbol der Corona-Krise wird ohne direkten Kontakt von Mann zu Mann ‚gepasst‘. Jeder ist wichtig, alle Kettenglieder müssen als Team zusammenarbeiten, damit die Rolle ihr Ziel erreicht. Und doch geht jeder mit Spaß und Kreativität individuell mit der Aufgabe um und macht sein eigenes Ding daraus.“

Gleich fliegt die Klopapierrolle weiter zum nächsten Vereinskollegen: Screenshot aus dem Youtube-Video der Handballer der SPVGG Giebelstadt für die 'Klopapier Challenge'.
Foto: Screenshot/Julian Michel | Gleich fliegt die Klopapierrolle weiter zum nächsten Vereinskollegen: Screenshot aus dem Youtube-Video der Handballer der SPVGG Giebelstadt für die "Klopapier Challenge".

Vorfreude auf die Rückkehr zum gemeinsamen Training

Da es sich bei der Klopapier-Challenge um einen Wettbewerb handelt, darf jeder, der ein Video erstellt hat, selbst mehrere Mannschaften nominieren, die dann ebenfalls dazu aufgerufen sind, innerhalb der nächsten 48 Stunden ein Video zu drehen. „Wir haben unsere Handball-Damen, die HSG Pleichach und die TG Würzburg ausgewählt“, sagt Michel. „Wer nicht mitmacht, ist aufgefordert, der Mannschaft mit ein paar Litern Bier oder einer Brotzeit auszuhelfen.“ Auch im Wettkampf-Gedanken sieht Michel Parallelen zum Handball: „Man fordert befreundete Mannschaften heraus und ist gespannt, wie sie mit der Aufgabe umgehen.“

Und wie geht es für die Mannschaft nach der Corona-Zwangspause weiter? "Durch die Kontaktbeschränkungen und Hygienebestimmungen ist ein typisches Handballtraining gerade nicht möglich", so Till Kreisel, Coach der ersten Herrenmannschaft. Sobald es wieder erlaubt sei, wolle man sich zu kleineren Trainingseinheiten treffen. Bis dahin hält sich jeder alleine fit: „Ich versuche, regelmäßig laufen zu gehen“, sagt Julian Michel, der seit der Grundschule in Giebelstadt Handball spielt. Er freut sich auf eine Rückkehr zum gemeinsamen Training: „Zusammen macht es viel mehr Spaß - im Moment fehlt ja auch die gemeinsame Zeit vor und nach dem Sport."

"Klopapier-Challenge"

Die "Klopapier-Challenge" ist seit Wochen ein viraler Hit in den sozialen Netzwerken. Das Prinzip: Sportler zeigen in einem Video, wie sie möglichst originell eine Klopapierrolle in der Luft halten. Das Ergebnis wird im Internet gepostet und weitere Sportler und Vereine aufgefordert, ebenfalls ein Video zu drehen. So verbreitet sich die Aktion im Internet und erreicht immer mehr Aufmerksamkeit. Die Klopapier-Challenge, zu der der Fußballer Jérôme Boateng im März als erster aufgerufen hatte, soll neben Spaß auch die Botschaft verbreiten: Auch wenn jeder zuhause bleibt, kann man- zum Beispiel als Verein - etwas gemeinsam auf die Beine stellen.
(cat)
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