Würzburg

Warum Würzburger Schwimmverein auf baldige Bad-Öffnung hofft

Über den Juni kann sich der Verein finanziell noch retten. Bleibt das Wolfgang-Adami-Bad aber weiter geschlossen, wird es eng. Wie geht es den Hallenbädern der Stadt?
Stefan Lurz, Geschäftsführer des SV Würzburg 05, hofft, dass der Verein sein Hallenbad bald wieder öffnen darf.
Stefan Lurz, Geschäftsführer des SV Würzburg 05, hofft, dass der Verein sein Hallenbad bald wieder öffnen darf. Foto: Thomas Obermeier

Die Sorgen von Stefan Lurz sind in den vergangenen Wochen etwas weniger geworden - ganz verschwunden aber sind sie nicht. So darf der Geschäftsführer des SV 05 Würzburg zwar ab 8. Juni den Außenbereich des vereinseigenen Wolfgang-Adami-Bades wieder öffnen, die Schwimmhalle aber bleibt vorerst geschlossen. "Ich hoffe sehr, dass wir noch im Juni wieder aufschließen können", sagt Lurz, der zugleich der Freiwasser-Bundestrainer des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ist.

"Pro Jahr haben wir Kosten für das Bad von um die 2,5 Millionen Euro"
Stefan Lurz - Geschäftsführer des SV 05 Würzburg 

"Pro Jahr haben wir Kosten für das Bad von um die 2,5 Millionen Euro", erklärt der 43-Jährige. Was die finanzielle Lage momentan so schwierig macht, ist nicht nur das Ausbleiben zahlender Gäste - die Eintrittsgelder machen aufs Jahr gerechnet etwa zehn bis 15 Prozent des Gesamtbudgets aus. Der Verein verliert vor allem Geld, weil Kurse wie das Baby-Schwimmen nicht stattfinden, Wettkämpfe nicht ausgerichtet und Bahnen nicht an externe Vereine vermietet werden können.

Außerdem fehlen Pachteinnahmen. "Im April sind es um die 100 000 Euro, die wir - anders als geplant - nicht eingenommen haben. Unter anderem durch den Ausfall der Bayerischen Meisterschaft, die  bei uns stattgefunden hätte", erklärt Lurz. Im Mai und den Folgemonaten habe er Ausfälle, beziehungsweise rechne er mit Ausfällen von um die 50 000 Euro pro Monat. 

Daher ist Lurz umso dankbarer, dass die Stadt Würzburg weiter den Betriebskostenzuschuss auf Basis der Berechnungen aus dem Jahre 2019 zahlt, und der Großteil der SV-Mitglieder seinen Jahresbeitrag trotz der eingeschränkten Bad-Nutzungsmöglichkeiten nicht zurück verlangt hat: "Die allermeisten waren und sind sehr, sehr geduldig und zeigen sich sehr solidarisch mit dem Verein."

So freut es den Geschäftsführer besonders, dass ab Montag zumindest wieder das Bambini- und das Sole-Becken sowie die Liegewiesen genutzt werden dürfen. Auch Reha-Sport wird dann wieder angeboten. Alles unter strengen Hygiene-Auflagen und ohne die Möglichkeit, Duschen oder Umkleidekabinen zu nutzen, versteht sich. Aber immerhin. Den Eintritt hat der SVW von den üblichen vier auf zwei Euro gesenkt, eingelassen werden die Besucher über den angrenzenden Biergarten.

Der ist zugleich einer der Lichtblicke der Verantwortlichen. Nachdem er, ebenso wie der "Abenteuer Golfpark" vor rund zwei Wochen wieder geöffnet werde durften, kann der Verein zumindest darüber einnahmen generieren. "Am Anfang lief es noch sehr schleppend, aber jetzt übers Pfingstwochenende waren die Zahlen schon ganz gut. Das hilft schon ein bisschen", resümiert Lurz.

Um zu sparen, sind inzwischen 75 Prozent der Mitarbeiter, das heißt acht von 13 Festangestellten, in Kurzarbeit, rund 70 Minijobber müssen pausieren und die Vereinsbusse wurden abgemeldet. Zudem ist damit zu rechnen, dass gestundete Pachteinnahmen wieder fließen: "Ich hoffe, damit werden wir irgendwie über die Runden kommen". 

Nautiland und Sandermare: Dauerhafte Schließung nicht zu befürchten

Bei den von der WVV betriebenen Hallenbädern Sandermare und Nautiland, die momentan natürlich ebenfalls geschlossen sind, lässt sich die Höhe der finanziellen Einbußen laut Pressesprecherin Cornelia Wagner noch nicht absehen. Im Falle des erst Ende vorigen Jahres wieder eröffneten Nautilands würden sich die Ausfälle jedoch schon im sechsstelligen im Bereich bewegen, heißt es auf Nachfrage: "Wir waren gerade auf gutem Weg, das Bad richtig am Markt zu platzieren." Durch die Zwangspause sei man wieder auf Anfang zurückgefallen. Eine generelle Schließung sei jedoch - ebenso wie beim Sandermare - nicht zu befürchten. 

Komplettsanierung der Sauna im Wolfgang-Adami-Bad

Wann die Hallenbäder wieder öffnen dürfen, steht momentan noch nicht fest. Doch egal, wann die Erlaubnis kommt: Erst noch später dürfte ein Besuch der Sauna wieder möglich sein, wie auch das Wolfgang-Adami-Bad eine hat. Der Verein nutzt den momentanen Stillstand, um die Einrichtung komplett zu sanieren. Ein Vorhaben, das für diesen Sommer sowieso geplant, ohne die Corona-Zwangspause wohl aber weit schwieriger umzusetzen gewesen wäre. In rund zwei Wochen soll die Sauna fertig sein. Dass es bis zu ihrer Einweihung noch Monate dauern wird, ist Lurz klar und trifft auf sein Verständnis. Umso mehr aber hat er einen innigen Wunsch: "Die sollen uns bitte noch im Juni die Schwimmhalle wieder aufmachen lassen."

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