Würzburg

Was die OB-Kandidaten mit Würzburg vorhaben

Einen attraktiveren ÖPNV und mehr bezahlbare Wohnungen: In vielen Dingen waren sich fünf OB-Kandidaten einig. Doch es gab auch verschiedene Ansichten.
Moderiert von KAB-Vorsitzender Sonja Buchberger (2. von links) und KAB-Vorsitzendem Thomas Wülk (4. von links) stellten sich fünf OB-Kandidaten der Diskussion (von links): Martin Heilig (Die Grünen), Kerstin Westphal (SPD), Dagmar Dewald (ÖDP), Sebastian Roth (Die Linke) und Christian Schuchardt (CDU).
Foto: KAB | Moderiert von KAB-Vorsitzender Sonja Buchberger (2. von links) und KAB-Vorsitzendem Thomas Wülk (4. von links) stellten sich fünf OB-Kandidaten der Diskussion (von links): Martin Heilig (Die Grünen), Kerstin Westphal ...

Welche Ideen möchten Würzburgs OB-Kandidaten verwirklichen? Das wollte der Stadtverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zum Auftakt des Kommunalwahlkampfs in Würzburg wissen. Die Vorsitzenden Sonja Buchberger und Thomas Wülk fühlten fünf Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters respektive der Oberbürgermeisterin im Ökumenischen Zentrum (ÖZ) auf den Zahn. An der Diskussion nahmen über 100 Personen teil, heißt es in einer Pressemitteilung.

Würzburg ist gut unterwegs: Davon ist Christian Schuchardt überzeugt. Das CDU-Mitglied ist seit 2014 Chef im Rathaus. Gern würde Schuchardt seine Politik fortsetzen. „Der Stillstand ist aufgelöst.“ Selbst Herausforderungen, die zu Beginn seiner Amtszeit noch nicht auf der Agenda standen, konnten gemeinsam gut bewältigt werden, erklärte der OB im voll besetzten Saal des Lengfelder ÖZ: „Das betraf zum Beispiel die Flüchtlingskrise.“ Aktuelle Herausforderungen bleiben für Schuchardt vor allem der Klimaschutz und der Wohnungsbau.

Linke: Kritik an Wohnungsbaupolitik

Ausnahmslos alle OB-Kandidaten versprachen bei der Podiumsdiskussion, hier tätig werden zu wollen, sollten sie den OB-Posten ergattern. Sebastian Roth (Die Linke) kritisierte in diesem Zusammenhang, dass in Würzburg in Sachen Wohnungsbaupolitik „fünf Jahre verschlafen“ wurden. So hätten mehr bereits versiegelte Flächen zur Wohnraumschaffung genutzt werden können.

Laut Schuchardt hat sich der Traum von neuen vier Wänden in Würzburg für viele Menschen erfüllt: „Denn wir haben auf dem Hubland Wohnraum für 5000 Menschen geschaffen.“ Kerstin Westphal (SPD) wies darauf hin, dass die SPD in der aktuellen Legislaturperiode eine Quote von 30 Prozent sozial gefördertem Wohnraum in neuen Baugebieten durchsetzen konnte. Martin Heilig (Die Grünen) sieht große Chancen in der neuen „Grundsteuer C“. Die soll es künftig ermöglichen, ungenutzte Flächen höher zu besteuern, heißt es in der Pressemitteilung der KAB.

Vorschlag: Senioren WGs

Dass die Menschen heute nicht mehr zusammenwohnen, verschärft die Wohnproblematik, legte Schuchardt dar: „Der Trend zur Vereinzelung in unserer Stadt ist der Wahnsinn.“. Dagmar Dewald (ÖDP) hat aus diesem Grund vor, sich als Oberbürgermeisterin für innovative Wohnformen einzusetzen: „Zum Beispiel für kleine Wohnungsgenossenschaften oder Senioren-WGs.“

Martin Heilig möchte den Klimaschutz in Würzburg voranbringen: „Wir müssen endlich konkret werden.“ Auch für einen besseren ÖPNV will sich Heilig einsetzen: „Ist der ÖPNV gut ausgebaut, kommen diejenigen, die nicht unbedingt darauf angewiesen sind, gar nicht auf die Idee, das Auto zu nutzen.“

OB: Menschen weiter aufs Auto angewiesen

Wie rigide künftige Verbote sein sollen, die Innenstadt zu befahren, darüber gingen die Meinungen auseinander. „Das Auto in der Stadt ist ein Auslaufmodell“, konstatierte Dagmar Dewald. Auch Kerstin Westphal möchte den motorisierten Verkehr aus der Stadt bringen. „Wir werden weiterhin Menschen haben, die aufs Auto angewiesen sind“, erklärte hingegen Schuchardt. Der OB denkt laut Pressemitteilung der KAB an Senioren sowie an Menschen die aus „abseitigeren Regionen“ kommen und nach Würzburg zur Arbeit fahren.  Als Vision schwebt dem Linken-Stadtrat ein ticketloser ÖPNV vor. Dafür müssten jedoch Landesgesetze geändert werden: „Es gilt, Druck aufzubauen, damit dies geschieht", so Roth.

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