Würzburg

Was die Revolution 1918/19 und Max Dauthendey gemeinsam haben

Das Stadtarchiv hat zwei neue Broschüren veröffentlicht. Dabei geht es einmal um politische Geschichte, zum anderen um einen Würzburger Literaten.
In der Reihe der Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs sind zwei neue Bände erschienen. Vorgestellt wurde sie (von links) von Axel Metz, Leiter des Stadtarchivs, dem Germanisten Prof. Wolfgang Riedel, OB Christian Schuchardt und dem Historiker Roland Flade.
Foto: Christian Weiss | In der Reihe der Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs sind zwei neue Bände erschienen. Vorgestellt wurde sie (von links) von Axel Metz, Leiter des Stadtarchivs, dem Germanisten Prof.

Elf Bände umfasste die Reihe der Sonderveröffentlichungen des Würzburger Stadtarchivs, die 1996 gestartet wurde, bis jetzt. Nun erschienen auf einen Schlag gleich zwei neue Veröffentlichungen in dieser Serie. In Band 12 mit dem Titel „Revolution!“ geht es um den Übergang von der Monarchie zur Republik im Raum Würzburg in den Jahren 1918 und 1919. Band Nummer 13 mit dem Titel „Den Abendschnee am Hirayama sehen“ befasst sich mit dem Würzburger Schriftsteller Max Dauthendey, der von 1867 bis 1918 lebte, und seiner Sehnsucht nach der Ferne.

Erstmals eine Doppel-Präsentation

Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt war eigens zu dieser Premiere in den Dauthendey-Saal des Falkenhauses gekommen, denn erstmals wurden in der Geschichte dieser Publikationsreihe zwei Bände auf einmal vorgestellt. Entsprechend groß war auch der Publikumszuspruch. Beide neuen Bände sind Zusammenfassungen von Ausstellungen bzw. Vortragsreihen und blicken darauf in Wort und Bild zurück.

OB Schuchardt befasste sich in seiner Eröffnungsansprache zunächst mit Max Dauthendeys ausgeprägter Reiselust. Der Schriftsteller sei ein Wanderer zwischen den Welten gewesen und dennoch stets mit seiner Heimatstadt tief verbunden geblieben. Als er auf seiner zweiten Weltreise auf der Insel Java im Indischen Ozean gestrandet war, schrieb er 1915 an seine Frau, dass er bloß nicht in den Tropen sterben wollte, Doch genau dies geschah im August 1918. Dauthendey wurde gerade einmal 51 Jahre alt. Das Ende des über vier Jahre dauernden Weltkriegs, der seine Heimreise nach Würzburg verhinderte, hat Dauthendey nicht mehr erlebt.

Was hätte Dauthendey gedacht?

Genauso wenig wie die danach einsetzende Epoche der Revolution von 1918/19, die der zweite neue Band der Stadtarchiv-Reihe zum Thema hat. Schuchardt fragte in diesem Zusammenhang, was Dauthendey wohl von den Revolutionären dieser Zeit gehalten hätte? Oder wie er als Literat über die Revolution im Allgemeinen, die Revolution in Würzburg sowie über die Arbeiter- und Soldatenräte gedacht und geschrieben hätte.

Der Dauthendey-Band enthält auf über 100 Seiten vier Beiträge. Michael Mayer befasst sich mit Dauthendeys Leben und Schreiben, Prof. Wolfgang Riedel und Johannes Mahr beschäftigen sich jeweils mit Dauthendeys wohl bekanntestem Werk „Die acht Gesichter vom Biwasee“ und Sybille Grübel und Anne Ullrich betrachten Dauthendey als „Würzburger Literat und Weltreisender“.

Komplette Ausstellung in einem Buch

Über 150 Seiten hat der Band „Revolution!“. Er enthält vier Beiträge zur Zeit des Übergangs von der Monarchie zur Republik in Würzburg in den Jahren 1918/19. Stephanie Krauß behandelt das Thema „Würzburg 1918/19: Chronologie einer Revolution“. Ricardo Altieri steuert eine „Neubetrachtung der Novemberrevolution und der Räterepublik 1918/19 in Bayern aus dem Blickwinkel Paul Frölichs“ bei. Frank Jacobs Beitrag hat den Titel „Revolution und Räterepublik und in Unterfranken: Aschaffenburg und Kitzingen im Vergleich“ und Roland Flade berichtet unter der Überschrift „Verzweiflung und Not“ über eine Würzburger Familie im Ersten Weltkrieg. In einem 45-seitigen Tafelteil wird zudem die komplette Ausstellung, die 2018 im Stadtarchiv stattfand, auf ganzseitigen Farbabbildungen dokumentiert.

Über die Zeit des zu Ende gehenden Ersten Weltkriegs und der Revolution in Würzburg berichtete bei der Präsentation der beiden Bände der Historiker Roland Flade am Beispiel des Ehepaares Adelbert und Maria Gümbel und ihrem Briefwechsel. Über Dauthendeys rege Reisetätigkeit referierte Prof. Wolfgang Riedel, Senior Professor für neuere deutsche Literatur und Ideengeschichte an der Universität Würzburg. Von seinen 51 Lebensjahren habe Dauthendey 24 Jahre auf Reisen verbracht. Unter anderem war er neben Deutschland und Europa auch in Mexiko, Nordamerika, Afrika und Asien unterwegs.

Die beiden Bände sind zum Preis von jeweils zwölf Euro im Buchhandel erhältlich.

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