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Was Investor Strabag auf dem Mozartareal will

Noch ist nicht sicher, ob die Stadt das Mozart-Faulhaber-Areal an die Strabag verkauft. Was der Investor dort plant, hat er am Montag vor Medienleuten erklärt.
Investor mit Modell: Marcus Müller (Strabag) erläuterte vor der Presse die Nutzungspläne.
Foto: Theresa Müller | Investor mit Modell: Marcus Müller (Strabag) erläuterte vor der Presse die Nutzungspläne.

Ob die Stadt das Mozart-Faulhaber-Areal tatsächlich an den Investor Strabag verkaufen wird, steht noch nicht fest. „Wir befinden uns in einem Verfahren“, sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei am Montag der Pressekonferenz von Stadt und Strabag im Foyer der Mozartschule.

Falls es bei der Strabag Real Estate bleibt, könnte das leergeräumte Grundstück so bebaut werden: Ein sechsgeschossiger Bau mit begrüntem Flachdach auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz mit rund 4400 Quadratmeter Einzelhandel in Erd- und ersten Obergeschoss, darüber zwei Hotels unterschiedlicher Kategorien auf 9000 Quadratmetern. Ein fünfgeschossiger Gebäudekomplex mit Satteldächern und Innenhöfen auf dem Mozart-Areal mit rund 18 300 Quadratmetern Wohnfläche.

Die Hatzfeld'schen Gärten, eine historische Grünfläche gegenüber der Residenz, sollen öffentlich zugänglich werden. Das Gebäude zur Hofstraße ist um einen Hof geplant. Dort kann sich der Investor Geschäfte, Gastronomie, Räume für die Sing- und Musikschule oder die Musikhochschule vorstellen. Unter dem Areal soll eine zweigeschossige Tiefgarage mit 450 Stellplätzen entstehen.

„Wir können aber auch den Teilerhalt anbieten“, erklärt Avi Spievak, Architekt des Düsseldorfer Büros RKW, das für Strabag die Konzeptstudie präsentiert und in Würzburg unter anderem den s.Oliver Flagship-Store geplant hat.

Strabag-Bereichsleiter Marcus Müller preist sein Konzept als eine „lebendige Quartiersmitte“ an, die die „Fußgängerzone Eichhorn/Spiegelstraße belebt“ und gleichzeitig einen „Beitrag zur Reduzierung des Park-Such-Verkehrs“ leiste. Einen „höheren zweistelligen Millionenbetrag“ würde Strabag hier investieren.

Warum Strabag die Ansichten, die bisher nicht öffentlich gezeigt wurden, jetzt doch präsentiert, erklärt Müller mit „Abstimmungen, die mit der Stadt noch nötig waren“. Inzwischen sei man aber „ein Stück weit zusammengerückt“.

Im Gegensatz dazu steht allerdings der Vorschlag von Alt-OB Jürgen Weber, die Verhandlungen mit Strabag abzubrechen (wir berichteten). Widerspruch gegen diesen Vorstoß gab es aus der Politik bislang nicht. Auf Nachfrage in der Pressekonferenz erklärte der OB jetzt, dass Webers Missfallen am Strabag-Konzept lediglich die Meinung einer „einzelnen Fraktion“ sei. Schuchardts Statement: „Es lohnt sich, mit Strabag weiter zu verhandeln.“ Außerdem freut er sich darüber, „dass Kaufinteressenten da sind, die sich in unserer Stadt dafür einsetzen möchten, dass hier eine hochrangige Lösung verwirklicht werden kann.“

Vorher waren rund 50 Interessierte dem städtischen Projektleiter Peter Wiegand durch die denkmalgeschützte Schule gefolgt. Ein Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet das Moz“ wurde vom Rathaus nicht bei der Pressekonferenz zugelassen.

„Schwierig“, „problematisch“, „unrealistisch“, waren die häufigsten Worte Wiegands beim Gang vom Keller bis unter das Dach der Schule. Energetische und andere Auflagen machten eine zeitgemäße Umnutzung nahezu unmöglich.

„Es ist eine Schule und bleibt eine Schule“, sagte Wiegand. 100 000 Euro seien zuletzt jährlich in die Infrastruktur der Schule, wie Heizung und Sanitäranlagen, investiert worden. Doch für viele Probleme, die bei einer Sanierung auftauchen würden, sähe das Baureferat einfach „keine Lösung“. Wiegand, der den Verkauf des Areals seit 2005 begleitet, hielt ein Plädoyer für den Abriss der Schule.

(Noch) fiktiver Blick auf das Umfeld der Würzburger Residenz: Die Skizze zeigt das fünfstöckig bebaute Mozartareal und den sechsstöckigen Bau für Einzelhandel und Hotels auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz.
Foto: Skizze: Strabag/RKW | (Noch) fiktiver Blick auf das Umfeld der Würzburger Residenz: Die Skizze zeigt das fünfstöckig bebaute Mozartareal und den sechsstöckigen Bau für Einzelhandel und Hotels auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz.
Blick aus der Hofstraße: So könnte eine Bebauung auf dem Mozartareal aussehen.
Foto: Skizze: Strabag/RKW | Blick aus der Hofstraße: So könnte eine Bebauung auf dem Mozartareal aussehen.
Blick aus der Spiegelstraße: So könnte eine Bebauung am Faulhaber-Platz aussehen.
Foto: Skizze: Strabag/RKW | Blick aus der Spiegelstraße: So könnte eine Bebauung am Faulhaber-Platz aussehen.
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