Hettstadt

Was Michael Geis in seinem vierten Buch über Hettstadt schreibt

Wie hat sich Hettstadt verändert. Der Autor Michael Geis stellt in seinem Buch die Geschichte der Gemeinde vor und hat dabei sogar Bilder von 1900 ausgegraben.
Bereits seinen vierten Band in der Reihe "Hettstadter Geschichte(n)" präsentiert Hobby-Historiker Michael Geis mit "Ein Gang durch die alten Straßen Hettstadts".
Foto: Herbert Ehehalt | Bereits seinen vierten Band in der Reihe "Hettstadter Geschichte(n)" präsentiert Hobby-Historiker Michael Geis mit "Ein Gang durch die alten Straßen Hettstadts".

Stets neugierig, Hintergründe in Erfahrung zu bringen zu seinem Wohnort Hettstadt, ließ Michael Geis zum Hobby-Historiker werden. Immer tiefer stieg er in die Vergangenheit der Landkreisgemeinde ein. Unterstützt durch die Bevölkerung, sammelt dokumentiert und sichert er seit mehr als drei Jahrzehnten alte Bilder aus dem Dorfleben. Um die Geschichte des Ortes, Erinnerungen und  Erzählungen von Zeitzeugen vor dem Vergessen zu bewahren, betätigte sich "Mike" Geis, wie ihn die Hettstadter kennen, sogar als Autor.

Den mittlerweile vierten Band seiner "Hettstadter Geschichte(n)" widmet er der baulichen Veränderung in den Straßen und Gassen des Ortes. In einem Bildband mit historischen Fotografien, die in Fotoalben und Kartons der Bevölkerung schlummerten, sind auf fast neunzig Seiten Fotografien zu finden, die bis ins Jahr 1900 zurückführen.

Aus Datenschutzgründen weniger Namen

Es sind aber nicht nur die erkennbaren Veränderungen im Ortsbild, die den 62-jährigen Autor faszinieren. Auch teilweise persönliche Hintergründe der jeweiligen Bewohner hat Geis zu den Abbildungen recherchiert. Über Matrikeln der Pfarrei Hettstadt und des Diözesanarchiv in Würzburg konnte Geis bei seiner Recherche hierzu die Eigentümer bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Der "Gang durch die alten Straßen Hettstadts" wird so zu einer Zeitreise. Allerdings war Michael Geis bei der Veröffentlichung im aktuellen Band freilich auch dem Datenschutz verpflichtet. Deshalb verzichtet er bei der Beschreibung der Bilder ab dem 20. Jahrhundert auf Namensnennungen, soweit es sich nicht um Personen des öffentlichen Lebens, Geschäftsleute oder Firmen handelte.

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Besonders interessant bei der Recherche zum visuellen Streifzug durch Hettstadts Straßen: Die jeweiligen Hausnummern waren einst identisch mit den im Eigentum befindlichen Flurnummern. Ende des 19. Jahrhunderts wurden von der Gemeinde die Hausnummern aber neu vergeben. Jedoch fand dies nur wenig Berücksichtigung im Alltag. Im Nachgang führte dies zu Verwirrungen in der Zuordnung - und erschwerte freilich auch die Recherchen.

1910: Fotograf im Ort unterwegs

Als auffällig bemerkte Michael Geis bei seiner Bildersuche, dass aus dem Jahr 1910 ungewöhnlich viele Aufnahmen existieren. Den Grund dafür kann der Autor nur darin vermuten, dass damals ein Fotograf im Ort unterwegs war, um die Anwesen und ihre Eigentümer abzulichten.

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Der vierte Band der "Hettstadter Geschichte(n)" ist ein visueller Rundgang durch die Vergangenheit des Ortes. Im wesentlichen betreffen die Fotografien aus den historischen Straßen und Gassen den Zeitraum zwischen 1900 und 1952. Das älteste bekannte Bild einer Straße in Hettstadt stammt aus dem Jahr 1900. Es zeigt einen Blick in die Langgasse. Michael Geis fand es, wie Vieles bei seinen Recherchen, eher zufällig in der Staatsbibliothek in Stuttgart. Die in dem Bildband abgebildeten Gebäude zeigen an vielen Stellen den ehemaligen Bestand, wie er etwa vor der neueren Bebauung durch die Filiale der Sparkasse oder der Neuen Ortsmitte aussah. Auch werden sich nur noch wenige Hettstadter an die Litfaßsäule und Viehwaage in der Ortsmitte erinnern.

Vorträge in der Grundschule

Statt wie häufig in Gesprächen von Hettstadtern gefragt, die Chronik der Gemeinde mit den von ihm gewonnenen Erkenntnisse fortzuschreiben, gibt er sein Wissen über die Geschichte Hettstadts lieber bei Vorträgen in der Grundschule oder in der neuen Soleo-Tagespflege im Ort weiter. Um die Vergangenheit authentisch wiederzugeben, hat er sich zu diesem Zweck sogar selbst ein mittelalterliches Gewand genäht, in das er dabei schlüpft.

In der Reihe "Hettstadter Geschichte(n) von Hobby-Historiker Michael Geis sind bisher erschienen: Band 1: "1. April 1945 - Kampf um Hettstadt"; Band 2: "Archäologische Bodenfunde in Hettstadt"; Band 3: "Der Wiederaufbau Hettstadts nach 1945"; Band 4: Michael Geis: "Ein Gang durch die Straßen Hettstadts" Die Bücher sind im Verlag Books on Demand (Norderstedt) erschienen und können im Rathaus Hettstadt, bei der Metzgerei Seidenspinner oder bei ihm direkt sowie im Buchhandel für 9,90 Euro erworben werden.

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