Randersacker

Was wird aus dem Flecken?

Der Flecken ist Parkplatz für regelmäßig 15 und mehr Autos.
Der Flecken ist Parkplatz für regelmäßig 15 und mehr Autos. Foto: Antje Roscoe

Die derzeitige Nutzung des alten Dorfplatzes "Flecken" als Parkplatz soll auch die künftige sein. Zumindest fällt es den Anwohnern schwer, sich etwas anderes vorzustellen, solange das Parkproblem für den Altort nicht gelöst ist.

Gefragt war das Meinungsbild der Randersackerer zur Neugestaltung des Fleckens, bevor sich das Büro Kaiser und Juritza Landschaftsarchitekten an die Planung macht. Doch das Verkehrs- und Parkkonzept, eine Folgerung aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), wurde gerade erst in Auftrag gegeben und entsteht parallel.

Planer Joachim Kaiser und Bürgermeister Michael Sedelmayer hinderte das nicht, den Flecken trotzdem anzugehen. Denn dass in der Parkplatzfrage nicht alle zufriedengestellt werden könnten, gelte als Fakt. Egal ob und wie viele Parkplätze der Flecken anbieten wird, sie  werden der Nachfrage nicht gerecht werden.

Die alte Dorfmitte, einst mit mehr als einem halben Dutzend Läden belebt, glänzt nicht mit Leerstand, sondern neuen Wohnungen. Dass Wohnraum geschaffen werde, sei einerseits begrüßenswert, verschärfe andererseits aber das Parkproblem, denn es hätten auch Garagen gebaut werden können, so Sedelmayer. Stattdessen steige der Bedarf an Parkplätzen.

Bei einem solchen Widerspruch könne auch der Bürgermeister nur ins Fettnäpfchen treten. Werden Parkplätze abgelöst, weil sie auf dem eigenen Grundstück nicht entsprechend vorgehalten werden können, bedeute das nicht, dass man auch Anspruch auf einen Parkplatz vor der Tür habe, erklärte er.

Mit Applaus bedacht wurde dazu der Vorschlag einer Anwohnerin aus der Lurzengasse. Personen, die eine Garage hätten, sollten ermuntert werden, ihr Auto dort auch hineinzustellen, statt sie als Abstellraum zu nutzen.

Mit fünf Straßenmündungen werde der Flecken Verkehrsknotenpunkt für Anlieger und Lieferanten bleiben, einen Baum vertrage der Platz dennoch, legte Planer Joachim Kaiser nahe. Eine beruhigt gestaltete Fläche mit Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeit beim Brunnen hatte er vorgeschlagen, den Diskussionsraum bewusst offen gehalten für eine variabel nutzbare Fläche, die vorwiegend durch den Bodenbelag strukturiert und gestaltet werden soll.

Kontrovers wurden auch die Vorstellungen zur Belebung des Platzes diskutiert. War im ISEK-Ideen-Workshop 2019 die Möglichkeit für einem Ausschank aufgekommen, wurde dies nun als unbedingt erforderlich begrüßt, andererseits aber als wirtschaftlich nicht durchführbar eingestuft.

Schwer hatten es die Visionäre. Gemeinderat Matthias Henneberger führte als Beispiel den Kirchplatz an, auf dem vor 25 Jahren 30 Autos geparkt hätten und der heute ganz ohne Autos sehr schön aussehe.

Dass andere Gemeinden es auch geschafft hätten, die parkenden Autos aus den engen Gassen zu verbannen, motivierte Sedelmayer und etliche Nicht-Flecken-Anwohner. Man müsse weg von der Parkplatzdiskussion, die überall schwierig sei, befand Roland Marold. 

Kaiser und Juritza werden ihre Planung im nächsten Schritt dem Marktgemeinderat vorstellen. Bürgermeister Sedelmayer will vor Jahresende einen Förderantrag auf den Weg bringen.

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