Würzburg

Welche Bräuche es beim Jubiläumsgrenzgang in Würzburg gab

Beim 50. Grenzgang der Stadt Würzburg liefen dieses Jahr 350 Teilnehmer mit. Bürgermeister Adolf Bauer wurde eine ganz besondere Ehre zuteil.
Bürgermeister Adolf Bauer staucht den Grenzstein beim Jubiläumsgrenzgang der Stadt Würzburg.
Foto: Fabian Gebert | Bürgermeister Adolf Bauer staucht den Grenzstein beim Jubiläumsgrenzgang der Stadt Würzburg.

Rund 350 Teilnehmer liefen am vergangenen Freitag beim Jubiläumsgrenzgang der Stadt Würzburg von Randersacker über die Stadtgrenze zu Gerbrunn nach Rottendorf mit. Für die Tiefbauabteilung der Stadt Würzburg, die die Wanderung Jahr für Jahr organisiert, war es sogar ein doppeltes Jubiläum. Der erste Grenzgang der Feldgeschworenen fand nämlich bereits im Jahr 779, also vor 1240 Jahren statt. 

"Es ist ein Traditionsereignis", fand auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der zum Abschluss der Veranstaltung in die Festscheune des Gut Wöllried kam. Die 350 Wanderer waren da schon lange auf den Beinen. Um neun Uhr morgens trafen sich die Grenzgänger am Wöllrieder Hof oder am Residenzplatz. Von dort ging es mit Bussen zum Startpunkt der Wanderung am Alandsgrund. 

Veranstaltung hat eine große Tradition

Die Gesamtlänge der Stadtgrenze Würzburgs beträgt 68,4 Kilometer. Beim Jubiläumsgrenzgang wurden davon ungefähr acht Kilometer abgelaufen. Grenzumgänge haben in Franken viel Tradition. In früherer Zeit spielte dabei die magische Bedeutung des Umschreitens und die dadurch bewirkte Sicherung der bestehenden Stadtgrenzen eine Rolle.

Beim 50. Grenzgang der Stadt Würzburg wurde zwischen Randersacker und Rottendorf unter anderem auch ein neuer Grenzstein gesetzt.
Foto: Fabian Gebert | Beim 50. Grenzgang der Stadt Würzburg wurde zwischen Randersacker und Rottendorf unter anderem auch ein neuer Grenzstein gesetzt.

Auf halber Strecke zwischen Randersacker und Rottendorf wurde dann auch ein neuer Grenzstein gesetzt. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben des Feldgeschworenenwesens, das in Würzburg einen hohen Stellenwert hat und von der Kommune stark gefördert und unterstützt wird. Aktuell gibt es in der Stadt 44 Männer, die das Amt ausführen. 

Bürgermeister Adolf Bauer wurde gestaucht

Typisch für die Grenzgänge ist auch der alte Brauch des "Stauchens" eines Grenzsteins. So werden immer eine Person des öffentlichen Lebens sowie mehrere Kinder an einem besonderen Grenzstein gestaucht. Dabei wird eine Person hochgehoben und dann mit dem Gesäß auf den Grenzstein gestoßen. Dieses Jahr wurde diese Ehre dem zweiten Bürgermeister der Stadt Würzburg Adolf Bauer zuteil.

Der diesjährige Grenzstein wurde wie schon in den letzten Jahren von Steinmetz Josef Hofmann, der auch für die FWG-Fraktion im Stadtrat sitzt, gestiftet. Er war nicht der einzige Stadtrat, der an der Veranstaltung teilnahm. Wolfgang Roth beispielsweise, Stadtrat der CSU, ist sogar einer der Feldgeschworenen des Stadtteils Lengfeld. Auch von den anderen Fraktionen waren Vertreter dabei und mit Patrick Friedl von den Grünen sogar ein Mitglied des Bayerischen Landtags. 

Geometerwettbewerb, Mundartdichter und musikalische Begleitung

Damit während der Wanderung keine Langeweile aufkam, gaben die Feldgeschworenen immer wieder Geschichten und interessante Fakten über die Würzburger Grenzen und das Feldgeschworenenwesen preis. Außerdem gab es wie jedes Jahr den Geometerwettbewerb. Hierbei traten die teilnehmenden Schulklassen im Senkelweitwurf, Senkelzielwurf, Entfernung abschreiten, Entfernung abschätzen und Maßbandaufrollen gegeneinander an. Höhepunkt des Wettbewerbs ist dann das beliebte Fluchtstab-Weitwerfen. Gewonnen hat den Wettbewerb dieses Jahr die Klasse 4R der Mönchberg-Schule.

Rund 350 Teilnehmer liefen beim Jubiläumsgrenzgang der Stadt Würzburg von Randersacker über die Stadtgrenze zu Gerbrunn nach Rottendorf mit.
Foto: Fabian Gebert | Rund 350 Teilnehmer liefen beim Jubiläumsgrenzgang der Stadt Würzburg von Randersacker über die Stadtgrenze zu Gerbrunn nach Rottendorf mit.

Als besondere Überraschung traten auch Günther Stock, bekannt aus der Fastnacht in Franken, und der Mundartdichter Hermann Hehn auf. Beim geselligen Beisammensein in der Festscheune sorgte "Hie und Hah" für musikalische Unterhaltung. Dazu gab es für die Wanderer Eintopf und Getränke zur Stärkung.

Speziell für den Jubiläumsgrenzgang hat das Tiefbauamt der Stadt Würzburg eine Chronik verfasst. Diese war bei der Veranstaltung gegen eine freiwillige Spende erhältlich und ist jetzt auch in der Fachabteilung Tiefbau erhältlich.

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