Würzburg

Weltgeschichten im Netz

Am nächsten Sonntag beginnt die Interkulturelle Woche in ganz Deutschland. Würzburg ist mit einem neuen Format dabei, mit der "Lesereise Geschichten aus der ganzen Welt". 16 Menschen aus allen Erdteilen außer Australien lesen Geschichten vor, die ihnen persönlich etwas Besonderes bedeuten. Ein paar Teilnehmer haben sogar eigene Texte verfasst. Alle tragen im Internet auf Video vor: Vom 27. September bis zum 4. Oktober werden täglich zwei neue Weltgeschichten freigeschaltet.

Nun muss man zum Verständnis einer Geschichte das dazugehörige vorlesende Gesicht nicht unbedingt sehen. Eventuell reicht ja auch ein Foto. Genügt bei der interkulturellen Lesereise aber nicht! Den tatkräftig bekennenden Freddy-Mercury-Fan möchte man schon sehen. Auch die Historie der Panflöte lebt davon, dass der Erzähler das Instrument hervorholt und spielt. Ganz zu schweigen von dem Schnellkurs in Sinn und Bedeutung von Amazonastrommeln. Einige davon waren zum Glück auch am Main zur Hand.

Die letzten Bespiele bestätigen: "Viele Südamerikaner sind sehr interessiert daran, dass wir ihre Kultur verstehen", sagt Heike Mix, die die Aktion koordinierte. Das bedeutete in der Praxis: In einer Augustwoche wurden die Clips im – urlaubsbedingt leeren – Jugendkulturhaus Cairo aufgezeichnet. Für die Organisatoren war das ein Vollzeitjob, insbesondere für den Kameramann Jürgen Schultheiß, der sonst im Cairo Film-Workshops gibt. Mix verstand ihre Rolle dabei als Auflockerungsassistentin: "Ich habe den Teilnehmern gesagt: Ist nicht schlimm, wenn du dich verspichst, wir können jederzeit zurückgehen und das später schneiden." Hochmotiviert, erzählt die Sozialpädagogin, bekannte Chansonistin und Kabarettistin, seien alle Teilnehmer gewesen.

Bei ihr liefen die Fäden seit der Gründungsidee zusammen. Gezündet hatte die im Arbeitskreis Frauen, in dem Mitarbeiterinnen des Würzburger Sozialreferats sich regelmäßig darüber austauschen, was läuft und wo Engagement nötig ist. Da stand im Frühjahr das Thema an: Was machen wir im Herbst zur Interkulturellen Woche? Einigkeit herrschte rasch: "Wir machen mal was richtig Schönes und Leichtes, nichts direkt Politisches." So kam die Idee vom Erzählen auf: Jeder Vorleser sollte kurz begründen, was seine Geschichte für ihn oder sie persönlich so wichtig macht.

Auch die weitere Entwicklung lief über eine kommunale Einrichtung: über das Heidingsfelder Reuter-Haus, laut Mix "das Sozialhaus der Stadt, der Platz der Frauengruppen". Als Beauftragte für Interkulturelle Frauenarbeit arbeitet sie eh viel hier, wo sich die Frauengruppen einer natürlichen Dynamik zufolge nach Herkunftsregionen sortiert haben.

Spätestens ab Sonntag kommen sie aber im Netz zusammen: Geschichtenerzählerinnen und -erzähler aus Südamerika, der Ukraine, Ägypten und Afrika, China, Frankreich und Deutschland, ja sogar Schwaben: Eine gebürtige Südwestdeutsche berichtet von ihren Integrationsschwierigkeiten unter Unterfranken. Weitere Leser sind unter anderem Oberbürgermeister Christian Schuchhardt und Sozialreferentin Hülya Düber: www.wuerzburger-interkulturelle-lesezeit.de.

Interkulturelle Woche

Veranstalter sind die Fachbereiche Integration, Inklusion und Senioren sowie Jugend und Familie im Sozialreferat, der Integrationsbeauftragte, die Bildungskoordination für Neuzugewanderte, die Interkulturelle Frauenarbeit, das Jugendkulturzentrum Cairo (alle Stadt Würzburg), Demokratie leben! und das Interkommunale Präventionsnetzwerk Radikalisierung.
Die Lesereise ist eine Veranstaltungsreihe im Programm der Interkulturellen Woche Würzburg: www.interkulturellewoche.de/Veranstaltungen.
Quelle:
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