Zell

Werden Schottergärten in Zell künftig verboten?

Steinwüsten und Schottergärten sollen sich aus Klima- und Umweltgründen nicht weiter verbreiten. Dieses Bild stammt nicht aus Zell.
Foto: Jörg Rieger | Steinwüsten und Schottergärten sollen sich aus Klima- und Umweltgründen nicht weiter verbreiten. Dieses Bild stammt nicht aus Zell.

In Zell ist zu Beginn dieser Legislaturperiode ein neuer Vorzeigeausschuss ins Leben gerufen werden – und zwar der für Bau, Umwelt und Ortsentwicklung. Am Dienstagabend hat er erstmals getagt und sich sogleich an weitreichende Themen herangewagt. Dazu zählt ein etwaiges Verbot geschotterter Steingärten.

Die Fraktion CSU/Freie Zeller Bürger hat dazu im Sommer einen Antrag gestellt. Diese Gärten würden sich sehr stark erhitzen und die Wärme speichern. Auch wies man daraufhin, dass in Baden-Württemberg geschotterte Steingärten per Gesetz seit dem 1. August dieses Jahres landesweit verboten sind. In Bayern können die Kommunen den Umgang damit selbst regeln.

In der Diskussion sprach Silvia Schlagmüller (CSU/FZB) eher von Gestaltungsempfehlungen. Ihr sei auch bewusst, dass es allein schon aus körperlicher Sicht nicht jedem möglich sei, den Garten zu pflegen. Außerdem gebe es auch bepflanzte Steinflächen. Fraktionskollege Ralf Geisler rief zudem den vorherrschenden Bestandsschutz in Erinnerung. Die Grünen-Fraktion stellte sich in Person von Jessica Hecht erwartungsgemäß hinter den Antrag, wollte ihn aber vor einem Beschluss noch weiter ausdifferenziert wissen. Dieses Ansinnen war auch im Sinne der Antragsteller.

Dirk Wegmann (SPD/Junge Liste Zell) sprach sich gegen ein Verbot von Steingärten aus. "Wir sollten den Bürgern nicht vorschreiben, wie sie ihren Garten zu gestalten haben. Das bleibt doch jedem selbst überlassen", meinte Wegmann. In jedem Fall solle die Gemeinde erstmal selbst überprüfen, ob sie nicht größere Schotterflächen habe, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Zeller Verwaltung hat sich ebenfalls bereits Gedanken zu einem möglichen Verbot von Schottergärten gemacht – und sieht diverse Hürden in der Sanktionierung. Nun wollen sich alle Seiten weiter mit diesem Thema auseinandersetzen.

Gleiches galt auch für einen zweiten Antrag der CSU/FZB. Er hatte eine etwaige Umgestaltung der gemeindlichen Grünflächen zum Inhalt. Begründet wird dies unter anderem damit, dass eine neue Bepflanzung der Flächen den Ort verschönern und einladender für Mitbürger und Gäste machen würde. Bürgermeister Joachim Kipke (Zeller Mitte-Freie Wähler) wies daraufhin, dass man diese Flächen über einen Katasterplan ermittelt habe und sie differenziert betrachten müsse. Teilweise sollen die Areale mit überörtlichen Möglichkeiten entwickelt werden.

Hüfthohe Betonleitwände

Ein wunder Punkt ist offenbar die Neu-Bepflanzung entlang der Umgehungsstraße. Eigentümer dieses Streifens ist der Freistaat Bayern. Im Sommer waren dort in einer Hauruck-Aktion hüfthohe Betonleitwände angebracht worden. Dichte Hecken würden den Lärm für die Anwohner verringern. Hierbei könnte allerdings ein Disput mit dem Staatlichen Bauamt über die Art der Bepflanzung aufkommen. Kritischer Punkt ist neben einer knapp unter der Oberfläche liegenden Starkstromleitung der Pflegeaufwand von Hecken und Büschen.

Gemeinde tritt dem LVP bei

Das Grün war auch noch Gegenstand eines weiteren Antrages. Die beiden neuen Zeller Umweltreferenten Richard Wagner und Jessica Hecht wünschten sich, dass der Markt dem Landschaftspflegeverband (LPV) Würzburg beitritt. Für seine Mitglieder bietet der LPV nicht nur Beratung und aktive Unterstützung bei Pflegearbeiten beispielsweise von Streuobstwiesen, sondern auch den Zugriff auf einen Maschinenpark. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt für die Größe von Zell circa 450 Euro, hinzu kommt die Ausgabe eines zinslosen Darlehens von rund 2200 Euro. Der Bau-, Umwelt- und Ortsentwicklungssauschuss stimmte zu, dem LPV beizutreten.

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